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    Würzburg / Schweinfurt

    DGB Unterfranken: Zu viele neue Arbeitsverträge nur befristet

    Der DGB Unterfranken kritisiert die hohe Zahl befristeter Arbeitsverträge. Foto: Jens Schierenbeck, dpa

    Der DGB Unterfranken kritisiert in einer Pressemitteilung, dass in der Region "immer mehr Menschen nur noch befristet eingestellt" werden und spricht von einem "Massenphänomen", das "alle auf dem Arbeitsmarkt" treffe. Der Gewerkschaftsbund beruft sich dabei auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Demnach lag 2018 die Befristungsquote in der Stadt Würzburg mit 48 Prozent in Unterfranken am höchsten, danach folgt die Stadt Schweinfurt mit 45 Prozent.

    DGB-Kritik an Staatsregierung

    Die insgesamt hohen Zahlen in allen Beschäftigtengruppen verwundern DGB-Regionsgeschäftsführer Frank Firsching. Schließlich würden "Politik, Industrie- und Handwerkskammern nicht müde werden, den Fachkräftemangel lautstark zu beklagen".

    DGB-Regionsgeschäftsführer Frank Firsching Foto: Silvia Gralla

    Betroffen seien viele Hilfsarbeiter sowie ausländische und junge Beschäftigte unter 25 Jahren. Wertet man einzelne Branchen aus, finden sich laut DGB die höchsten Befristungsquoten bei Neueinstellungen im Erziehungs- und Unterrichtswesen. In dem Bereich liege die Quote in Würzburg bei 91, in Schweinfurt bei 82 Prozent. Verantwortlich dafür ist nach DGB-Auffassung vor allem die bayerische Staatsregierung, "die Lehrkräfte und wissenschaftliche Mitarbeiter an Universitäten vorzugsweise nur befristet einstellt". Ähnlich agiere auch die Stadt Schweinfurt als Trägerin der städtischen Rathenau-Schulen bei der Neueinstellungen von Pädagogen, heißt es weiter.

    "Es ist nicht hinnehmbar, wenn die Landes- und Kommunalpolitik versucht, unsichere Arbeitsplätze gesellschaftsfähig zu machen. Am Ende geschieht dies auch noch auf Kosten der Ausbildungsqualität von Kindern und Studierenden", so Firsching.

    256 000 Arbeitsverträge mit sachgrundlosen Befristungen

    Besonders gravierend sei dabei die Zahl von sachgrundlosen Befristungen. "Gemäß einer neuen Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) machten diese im Jahr 2018 vier Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse in Bayern aus – insgesamt 256 000 Arbeitsverträge", schreibt der DGB in der Mitteilung.

    "Sachgrundlose Befristungen werden immer öfter als verlängerte Probezeit missbraucht", sagt DGB-Regionssekretär Viktor Grauberger. Das erhöhe den Leistungsdruck und mache Beschäftigte erpressbar.

    Befristete Neueinstellungen 2018 in Unterfranken
    • Stadt Würzburg: 47,7 Prozent aller Neueinstellungen
    • Stadt Schweinfurt: 44,8 Prozent
    • Haßberge: 42,4 Prozent
    • Rhön-Grabfeld: 41,2 Prozent
    • Kitzingen: 40,4 Prozent
    • Main-Spessart: 39,9 Prozent
    • Stadt Aschaffenburg: 39,8 Prozent
    • Bad Kissingen: 36,8 Prozent
    • Lkr. Schweinfurt: 36,0 Prozent
    • Lkr. Würzburg: 35,6 Prozent
    • Miltenberg: 33,0 Prozent
    • Lkr. Aschaffenburg: 31,2 Prozent 

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