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    Schweinfurt

    Damit die Bellevue auch architektonisch schön wird

    Die Stadt legt ein Gestaltungshandbuch für den neuen Stadtteil Bellevue vor. Warum die Denkanstöße für Planer im Stadtrat auch kritisiert wurden.
    Im neuen Stadtteil Bellevue entstehen in den nächsten Jahren über 500 Wohneinheiten – vom Einfamilienhaus bis zum Geschosswohnungsbau. Die Stadtverwaltung legte nun ein Gestaltungshandbuch für Bauherren und Planer vor. 
    Im neuen Stadtteil Bellevue entstehen in den nächsten Jahren über 500 Wohneinheiten – vom Einfamilienhaus bis zum Geschosswohnungsbau. Die Stadtverwaltung legte nun ein Gestaltungshandbuch für Bauherren und Planer vor.  Foto: Oliver Schikora

    Bellevue, schöner Blick, so tauften die Stadtoberen den neuen Stadtteil am Kennedyring, in dem früher die Familien der amerikanischen Soldaten wohnten, bekannt unter dem Namen Askren Manor. Damit der schöne Blick sich nicht nur auf die Landschaft im angrenzenden Werntal bezieht, sondern auch innerhalb des Baugebietes auf die dortige Wohnbebauung vom ehemaligen Offiziershaus in parkähnlicher Landschaft über neue Einfamilienhäuser bis zu mehrgeschossigen Wohnhäusern der SWG, hat das Büro tobe.STADT aus Frankfurt im Auftrag von Baureferent Ralf Brettin ein so genanntes Gestaltungsbuch vorgelegt.

    Das wurde nun im Stadtrat diskutiert, in gedruckter Form liegt es noch nicht vor. "Der Stadtteil Bellevue soll ein dynamisches, innovatives und modernes Quartier werden, das Zeugnis seiner Zeit gibt", heißt es in der Einführung des Gestaltungshandbuches, das zukünftig sowohl Bauherren als auch Planern und Architekten in den Vorgesprächen gegeben werden soll. Definiert werden in dem 58 Seiten dicken Werk die Leitplanken des Bauens, die sich aus den Festsetzungen des Bebauungsplanes ergeben.

    Die ehemaligen Offiziershäuser in Askren Manor sind alle verkauft und bereits von ihren neuen Eigentümern bezogen worden.
    Die ehemaligen Offiziershäuser in Askren Manor sind alle verkauft und bereits von ihren neuen Eigentümern bezogen worden. Foto: Oliver Schikora

    Man verstehe das Buch als Serviceangebot, das "den konstruktiven Dialog zum neuen Stadtquartier positiv befruchten soll". Im Kern geht es auch darum, mit den Gestaltungsleitlinien und zahlreichen Bildern möglicher Gestaltung dafür zu sorgen, dass man möglichst moderne und innovative Architektur bekommt, die für den neuen Stadtteil profilbildend und werthaltig fungiert sowie mit Vorbildfunktion.

    Gute Beispiele liefern, um moderne Architektur zu ermöglichen

    "Wir wollen mit guten Beispielen überzeugen, nicht mit Verboten und Einschränkungen arbeiten", so Brettin, der sich vom Gestaltungshandbuch, das sich auf die komplette, zum Großteil noch nicht neu bebaute Fläche in Bellevue bezieht, auch eine verbesserte Kommunikation zwischen Bauverwaltung und Bauherr erhofft. Nicht mit eingeschlossen im Buch ist der Norden des Quartiers mit dem Schul- und Nahversorgungsstandort sowie die Gestaltung der öffentlichen Räume, Straßen und Plätze.

    Auch wenn die Idee des Gestaltungshandbuches im Stadtrat grundsätzlich für gut befunden wurde, gab es doch kritische Nachfragen. SPD-Rat Thomas End wunderte sich, warum man das Handbuch nicht gleich bei Aufstellung des entsprechenden Bebauungsplanesmit gemacht hat. Unterstützt wurde er von seinem Fraktionskollegen Peter Hofmann, der bemerkte, dass ja schon die meisten Häuser in Bau bzw. Planung seien und darüber hinaus wissen wollte, wann der Beschluss für das Handbuch gefallen sein soll und was dieses koste. Antworten auf diese beiden Fragen wird Ralf Brettin in einer der nächsten Sitzungen geben.

    Kräftig am Abreißen sind die Baufirmen im früheren Askren Manor, um die Neubauten für den umgetauften Stadtteil Bellevue zu ermöglichen.
    Kräftig am Abreißen sind die Baufirmen im früheren Askren Manor, um die Neubauten für den umgetauften Stadtteil Bellevue zu ermöglichen. Foto: Oliver Schikora

    Ulrike Schneider (Schweinfurter Liste/Freie Wähler) hielt die im Gestaltungshandbuch gemachten Vorgaben für die Vorgärten für "zu dürftig", da dort nur allgemein von Begrünung die Rede ist. Sie verwies auch auf das ebenfalls früher von den Amerikanern genutzte Areal in Yorktown, wo vor drei Jahren die Häuser verkauft wurden. Die dortigen Vorgärten hätten keine Festsetzung gehabt, was aus ökologischer Sicht ein großer Fehler gewesen sei, wenn man nun die vielen Steingärten mit zweifelhaftem ökologischen Nutzen betrachte.

    Ralf Brettin versicherte ausdrücklich, dass "Steingärten in Bellevue nicht genehmigungsfähig" seien. Im Bebauungsplan, der den rechtlichen Rahmen absteckt, sei klar geregelt, dass Vorgärten begrünt werden müssen. Rüdiger Köhler (CSU) konnte die Kritik der Kollegen nicht ganz nachvollziehen, er lobte das Handbuch, da aus seiner Sicht eben doch noch sehr viele Baulücken bestünden. 

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