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    Lülsfeld

    Damit die Tradition weiter lebt

    Agnes und Veit Braum sind stolz auf IHRE Rappel die ihr Großvater Adolf Friedrich in seiner Werkstatt gebaut hat. Foto: Matthias Wiener

    "Am Gründonnerstag fliegen die Glocken nach Rom. Dort werden sie vom Papst gesegnet", wurde den Kindern früher erzählt. Erst in der Osternacht erklingen sie wieder mit triumphalen Geläut zur Erinnerung an Jesu Auferstehung. Wenn die Glocken schwiegen, fehlte den Menschen früher eine wichtige Orientierung, denn das Glockengeläut spielte eine viel größere Rolle als heute. Es erinnerte nicht nur an die Gottesdienste, sondern erinnerte auch an die Gebete zur Mittagszeit und zum Feierabend. Diese Aufgaben des Glockengeläutes übernahmen deshalb an den Kartagen die Ministranten mit Holzklappern und Rappeln.

    Was aber tun, nicht mehr ausreichend einsatzfähige Rappeln im Ort verfügbar sind? Diese Frage stellte sich der Lülsfelder Jürgen Landauer. Gut, wenn man einen erfahrenen Handwerker und Künstler im Ort hat. Landauer wandte sich an Adolf Friedlich mit der Bitte die Kinder des Dorfes mit neuen Rappeln auszustatten. Friedrich legte gleich eine Kleinserie von rund einem Dutzend Rappeln auf. Damit es nicht zu Verwechslungen kommen kann wurden diese natürlich künstlerisch individualisiert. Jeweils der Name und verschiedene Motive zieren nun die Ratschen, wie sie auch genannt werden. Als Basis diente dabei Eichenholz.

    Die Zungen wurden jeweils aus verschiedenen Hölzern wie Lärche, Ahorn oder Buche gefertigt damit diese sich auch klanglich unterscheiden. Der Arbeitsaufwand von 5 bis 6 Sunden hat sich gelohnt. Alle Kinder sind Stolz auf Ihre neue Rappel und können den Start der Saison am Gründonnerstag kaum erwarten.

    Ein gutes Duzend Rappeln hat Adolf Friedrich liebevoll verziert und individualisiert. Foto: Matthias Wiener

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