• aktualisiert:

    UNTEREUERHEIM

    Das Beste aus dem Ackerboden herausholen

    Lehrer Thomas Weidner von der Berufsschule Alfons Goppel Schweinfurt untersuchte mit seiner BGJ-Klasse verschiedene Bode... Foto: Peter Volz

    Boden und Wetter sind zwei natürliche Gegebenheiten, die von Landwirten nur begrenzt beeinflusst werden können. Somit sind fundierte Kenntnisse über Bodengüte und -bearbeitung für angehende Landwirte von großer Bedeutung. Thomas Weidner, Lehrer an der Berufsschule Alfons Goppel in Schweinfurt, nutzte deshalb das Angebot von Birgit und Norbert Reinhart, an vier verschiedenen Bodenprofilen auf deren landwirtschaftlichen Nutzflächen eingehende Bodenuntersuchungen mit Schülern, die ihr Berufsgrundschuljahr ableisten, durchzuführen.

    Die Schüler aus den Landkreisen Schweinfurt, Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld bestimmten an den vier Profilen Bodenart, Gehalt an Humus, Bodenlebewesen (exemplarisch Regenwürmer), Kalk, Mineralien, pH-Wert, Schichtung, Durchnässung, Gefälle, Ausrichtung und Nutzungsmöglichkeiten.

    Ideale Voraussetzungen für den Spargelanbau bietet die zweite Untersuchungsfläche mit schwach lehmigem Sand, humosen Anteilen und entsprechender Bodenfauna, aber ohne Kalk, mit guter Sonnenbestrahlung am nach Westen abfallenden Hang. Klar wurde den Teilnehmern auch, warum trotz des geringen Gefälles auf Erosion zu achten ist und was hier bei der Bodenbearbeitung und möglichen Fruchtwechseln zu beachten ist.

    Warum Staunässe bei sandigen Böden nicht auftritt, ist auch Laien bekannt. Das Gegenteil bot die 3. Untersuchungsstelle am Lindnersfeld, wo das Wasser in der Profilgrabung fast 50 Zentimeter hoch stand und die Untersuchung stark einschränkte. Der dortige Lehmboden mit Sandanteil ist grundsätzlich gut zu bearbeiten, aber wegen der Hanglage sammelt sich das Wasser an den tiefer gelegenen Stellen. Durch Fingerproben konnten die Teilnehmer das Vorhandensein von Sand und Ton feststellen.

    Der Kalk war weitgehend ausgewaschen, während Eisen durch die Bodenverfärbung nachgewiesen wurde. Bei jeder Profiluntersuchung wurde auch versucht, die Bodengüte zu bestimmen, die man dann mit einer Bodenschätzungskarte des Landwirtschaftsamtes Schweinfurt von 1961 verglich.

    Michael Reinhart, ebenfalls Schüler der BGJ-Klasse von Weidner, führte die Gruppe zur letzten Untersuchungsstelle an der Senften, wo nach einer nur 30 Zentimeter starken humushaltigen Schicht aus lehmigem Sand eine 40 Zentimeter starke Tonschicht folgte, die für Staunässe sorgte. Darunter lag der ausgebleichte Lettenkeuper. In den beiden unteren Schichten fanden sich Mangan und Aluminium, was auch an den Verfärbungen sichtbar wurde. Kalk war in der oberen Schicht kaum vorhanden. Hier könnte mit dem Ausbringen von Branntkalk eine Ertragssteigerung erzielt werden.

    Sonstige Maßnahmen wie ein Absenken der Ackerkrume und ein Vermischen der obersten Schicht mit der rein mineralischen Mittelschicht würden sich hingegen eher nachteilig auswirken. Bei der letzten Untersuchungsstelle fiel die Bewertung des Pseudogleys schwer, da eigentlich nur die dünne Deckschicht gut nutzbar war, weshalb die Reinharts dort Getreide mit gutem Erfolg anbauen. Der Untergrund ist landwirtschaftlich nicht nutzbar. Weidner erwähnte bei seinen Ausführungen auch die Bedeutung der Gründüngung, des Fruchtwechsels und geeigneter Bearbeitungsverfahren.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!