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    Schweinfurt

    Das Blow Out Festival macht seinem Namen alle Ehre

    Von Madonna bis Vengaboys wurde am Samstag im Stattbahnhof alles gecovert.
    Die Kultband Horny Arbiter um Frontmann Mario Roosingh hatte ebenfalls viel Spaß.
    Die Kultband Horny Arbiter um Frontmann Mario Roosingh hatte ebenfalls viel Spaß. Foto: Bastian Reusch

    Wie hätte es sich angehört, hätte Lemmy Kilmister Madonna gecovert, oder wären die Beasty Boys punkiger gewesen? Das sich selbst als absolut verrücktes Cover Festival bezeichnende Blow Out hatte vergangenen Samstag allerdings doch Antworten auf diese Frage parat. Zum bereits 25. Mal gaben sich zehn Bands unterschiedlichster Stilrichtungen ein Stelldichein im Schweinfurter Stattbahnhof und brachten neben einer unglaublichen Gaudi auch ein politisches Statement auf die Bühne.

    Drei Songs durften die Teilnehmer spielen, darunter ein eigener, ein selbst gewähltes Cover und ein mehr oder weniger fies durch die Veranstalter ausgewähltes. Natürlich waren die traditionellen Moderatoren Julia Gock und Florian Streibich ebenfalls wieder mit von der Partie und führten durch einen stimmungsgeladenen Abend voller Höhepunkte. Dass die Stimmung im gut gefüllten Saal schon zu Beginn brodelte, war sicherlich auch das Verdienst der ersten Band. Dass es in der Tat der erste Auftritt von Achtung Blitz! war, merkte man nicht.

    Viele Lacher durch die Coversong-Auswahl

    Erneut sorgte die Coversong-Auswahl von Veranstalter-Seite vor allem für eins, nämlich viele Lacher. Road Crew, mit Micky Wehner an Bass und Gesang, sind ja bekannt für ihren Motörhead ähnlichen Sound. Als Wehner ansetzte, Like a Virgin (ursprünglich Madonna) zu intonieren, hagelte es Applaus. Die wiedergegründete Schweinfurter Kult-Combo Horny Arbiter zelebrierte mit Himmelblau durchs Leben: "Azzuro" einen Hit der späten 60er-Jahre und trug dazu sogar weiße Hütchen.

    Praktisch als Hausband traten die Pigs in Green auf, die neben Florian Streibich am Schlagzeug auch mit Stattbahnhof-Urgestein Gernot Stühler am Bass aufwarten konnten. Ihre Interpretation des Vengaboys-Originals Boom, boom, boom, boom sorgte nicht nur für viele Lacher, sondern ebenfalls für ein tanzendes Publikum. Die eifrigsten Beinschwinger bekamen von Gock hernach ein erfrischendes Pfefferminzgetränk gereicht.

    Ein deutliches Statement gegen rechsradikales Gedankengut und Diskriminierung jedweder Art wurde ebenfalls gemacht.
    Ein deutliches Statement gegen rechsradikales Gedankengut und Diskriminierung jedweder Art wurde ebenfalls gemacht. Foto: Bastian Reusch

    Zum ersten Mal in seiner Geschichte begrüßte das Blow Out mit Kuba Libre eine Latin Band und ebenso einen Farbtupfer im Abendprogramm. Rhythmisch zum Hüftschwingen einladend sorgten die fünf Jungs nochmals für einen Schwung gute Laune. Praktisch in der Headliner-Rolle enterte abschließend die Frank Drabin Band die Stage. Erneut zauberten Michael T. Jäger und seine Mannen eine herrlich skurril-lustige Show auf die Bühne, getragen von zwei Medleys,  bei denen man mit dem aufschreiben der Songs gar nicht hinterher kam. Von Strandatmosphäre bis zum Wendler reichte die musikalische, aber auch schauspielerische Bandbreite der verkleideten Musiker.

    Kurz vor der Kommunalwahl am 15. März nutzte Gock den Abend, um ein klares politisches Statement gegen Rassismus und rechtsradikales Gedankengut loszuwerden. Lautstark erhallten im großen Saal antifaschistische Sprechchöre und von Bühnenseite her ebenso die Aufrufe vom Wahlrecht unbedingt Gebrauch zu machen.

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