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    Schweinfurt

    Das Wetter 2019: Nach der Dürre kam die Regenzeit

    War nach dem Jahr 2018 das vergangene Jahr 2019 ein weiteres Dürrejahr? Nach den Zahlenwerten wohl nicht! 2019 schloss mit einem – wenn auch geringen – Überschuss ab.  Es kam aber auf die Verteilung an.

    Januar, März und vor allem Mai brachten viel Niederschlag. Dann folgte aber ein heißer und sonniger Dürresommer, der bis zum September dauerte und der Vegetation großen Schaden zufügte. Ab dem 30. September herrschte schließlich eine anhaltende Periode mit viel Niederschlag. Da der Boden im Dezember kaum gefroren war, konnte das Wasser eindringen. Die ersten Monate des Jahres 2020 werden entscheiden, ob sich die Vegetation erholt hat.

    2019 war wieder erheblich zu warm, jedoch weniger als 2018. Die Hitzewelle im Sommer bescherte jedoch einige extrem hohe Temperaturen bis 39,4 Grad im Juli. Elf Monate verliefen zu warm. Lediglich der Mai hatte mit einem Mittel von 12,0 (13,1) Grad ein deutliches Untersoll. Der Dezember ragte mit einem Mittel von 4,26 (0,5) Grad besonders heraus. Es gab wenig Frost.

    Die Sonne schien wieder sehr reichlich, wenn auch weniger als 2018. Nur im Oktober und November blieb sie meistens versteckt. Nachfolgend gibt es eine Übersicht über den Verlauf der einzelnen Monate.

    Januar: Nach dem Schmuddelwetter kam der Winter doch noch. Allerdings nur für kurze Zeit. Am 14. Januar wurde das Monatssoll (48 mm) des Niederschlags mit 47,8 mm bereits knapp erreicht.

    Februar: Vom Winter war nur wenig zu spüren. Der Monat verlief zu warm, trocken und sonnig. Es fielen nur 14,1 mm Niederschlag. Ab 12. Februar herrschte Dürre.

    März: Der Frühling startete sehr warm und nass. Am 22. März stieg die Temperatur erstmals über 20 Grad. Die Sonne schien anfangs wenig, überstieg aber am Ende noch ihr Monatssoll.

    April: Die Pflanzen litten unter erneuter Dürre und starkem Wind. Vom 6. bis 25. April herrschte Dürre. Danach regnete es zwar täglich, aber es blieb mit 26,1 (51) mm beim hohen Defizit.

    Mai: Nach 13 Monaten war es erstmals zu kalt. Viel Regen kam vom grauen Himmel, auch Schnee – erstmals seit 1991. Die Sonne erreichte knapp ihr Soll.

    Juni: Der erste Sommermonat endete mit Tropenhitze. Am 26. Juni wurden 36,4 Grad notiert. Regen war wieder Mangelware. 339,4 (211) Stunden schien die Sonne.

    Juli: Der Dürremonat erreichte noch fast sein Regensoll. Vom 23. Juni bis 26. Juli fielen nur 10,6 mm Regen.  Ein Wolkenbruch von 34,6 mm am 29. Juli nützte den Pflanzen wenig. 39,4  Grad am 25. Juli!

    August: Das Sommerende brachte nochmals Hundstage. Besonders heiß verlief die dritte Dekade. Die Dürre hielt weiterhin an, sehr zum Schaden der Vegetation.

    September: Der Dürrmonat brachte doch noch viel Regen. Der setzte aber erst am letzten Tag ein. Es  war wieder zu warm, auch wenn der Altweibersommer ausfiel.

    Oktober: Viel Regen und Wärme, aber wenig Sonne. Mit dem 30. September begann eine Periode mit viel Niederschlag bis Dezember. Am 31. Oktober kam der erste Frost.

    November: Die Sonne blieb meist versteckt. Der Monat verlief zu warm und brachte viel Regen – sehr zum Wohl der ausgedörrten Vegetation. Schnee fiel noch nicht.

    Dezember: Seit vier Monaten fiel zu viel Niederschlag. Trotzdem schien die Sonne viel. Die Temperatur war extrem hoch. Am 6. Dezember schneite es erstmals. Weihnachten war wieder grün.

    Nachfolgend die Zahlen des Jahres, die Klammerwerte sind die langjährigen Mittel der Standardperiode 1961-1990. Die seit 1952 messende Privatwetterstation Dörnhöfer notierte: Temperaturmittel 11,55 (8,8) Grad, Mittel der Maxima 16,4 (13,7) Grad, der Minima 6,5 (4,0) Grad, am Boden 5,6 Grad. Temperaturextreme 39,4 (34,2) Grad am 25. Juli, -10,7 (-17,5) Grad am 22. Januar, am Boden -11,6 Grad. Gezählt wurden 28 (11) Tage über 30 Grad, 76 (49) Sommertage über 25 Grad, 140 (107) Maxima über 20 Grad, 262 (225) Maxima über 10 Grad, 4 (29) Dauerfrosttage, 117 (84) Nächte über 10 Grad, 58 (115) Fröste und 81 (146) Bodenfröste.

    Luftfeuchtigkeit 73,5 (75) %, Minimum 17,0 % am 25. April. An 203 Tagen fielen 671,8 (651) mm Niederschlag, davon 177 (187) Tage ab 0,1 mm, 124 (116) Tage ab 1,0 mm,  17 (19) Tage über 10 mm; Maximum 34,6 mm am 29. Juli. Als Schnee fielen 47,7 (78) mm an 21 Tagen, davon messbar an 19 (44) Tagen. Schnee lag an 19 Tagen, davon als Schneedecke an 8 (43) Tagen; Maximum 9 cm am 13. Dezember. Die Verdunstung betrug 414,7 (397) mm.

    Die Sonne schien 2057,4 (1666) Stunden, an 52 Tagen überhaupt nicht, an 120 Tagen weniger als eine Stunde. Die Bewölkung betrug bei 73 (64) heiteren, 139 (128) wolkigen und 153 (173) trüben Tagen 59,7 (65) %. Es gab 24 (35) Gewitter an 18 (26) Tagen und 3 (7,4) Stürme im März. Nebel herrschte an 87 (78) Tagen. Der schwache Wind legte im Zählwerk 25252,8 km zurück; Mittel 2,88 (3,85) km/h = 0,80 m/s.

    Hans-Jürgen Dörnhöfer

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