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    Waigolshausen

    Das ganze Dorf hilft mit

    Blasmusik "Volles Rohr böhmisch" lautete das Motto beim zehnstündigen Blasmusik-Marathon in Waigolshausen. Das Orchester Roger Halm aus dem Elsaß eröffnete den Konzert-Reigen. Foto: Hans-Peter Hepp

    "Eigentlich hilft das ganze Dorf mit!" Die Bedienung beim "18. Zauber der Blasmusik" in Waigolshausen fasste ihre Erfahrungen zusammen. Wenn die ersten Töne auf der Bühne erschallen, haben die Hergolshäuser Musikanten und deren Freunde  schon viel Arbeit hinter sich. Katja Lutz und ihre Vereinsmitglieder arbeiten schon seit Monaten für das ganztägige Konzert in der wieder ausverkauften Halle.

    Zusammen mit Dirigent Rudi Fischer sucht sie die Orchester aus, die an diesem Blasmusik-Marathon teilnehmen. Es gebe weit mehr Bewerber als Auftrittsmöglichkeiten, meinte Fischer. Auf Qualität lege man großen Wert, aber auch auf ein abwechslungsreiches Programm.

    An der Kasse und am Einlass ist in den ersten Stunden Hochbetrieb. Viele Fans haben sich ihren Platz schon reserviert und sind aus ganz Deutschland – teilweise mit dem Bus – angereist. Foto: Hans-Peter Hepp

    Die Halle wurde schon am Tag vor dem Konzertmarathon hergerichtet, Kaffee- und  Schnapsbar entstanden, in der Küche starteten die ersten Vorbereitungen, ehe am Sonntag – schon  sehr früh – die ersten Fans in die Halle strömten. Abgebaut wird am Montag, einige Helfer haben extra Urlaub genommen

    Feuerwehr und ein "Schönheitssalon"

    Die Floriansjünger aus Hergolshausen überwachten den Verkehr, 13 Helfer waren es in diesem Jahr. In der Halle stellten sie eine Wache für den Notfall. "das war noch nie was Großes", meinten die Feuerwehrler, die seit Jahren dabei sind.

    Kurz vor dem Auftritt können sich die Musiker von Marlene Doppelhammer noch mal kurz frisieren lassen. Auch kleine Schminkaufträge der Musikanten nimmt die fleißige Friseurin an. Foto: Hans-Peter Hepp

    Die Helfer vom Roten Kreuz, die ihren Rettungsraum in einer Umkleidekabine eingerichtet haben, kümmern sich, wenn der Kreislauf nicht mehr mitmacht: "Es wird warm in der Halle, die Luft dünner, die ausgelassene Stimmung und der Alkohol sind hierfür verantwortlich", meinen die Männer aus der Rot-Kreuz Wache Schwanfeld.

    "Ausverkauft"! Beim 18. Zauber der Blasmusik gab es in der Waigolshäuser Halle keinen freien Platz. Foto: Hans-Peter Hepp

    In der Nachbarkabine türmen sich auf einem Tisch Haarbürsten und Schminkutensilien. Marlene Doppelhammer hübscht dort die Musiker vor deren Auftritt auf.

    Eingespielte Crews

    Seit Generationen helfen die Hergolshäuser in der Küche unter der Regie von Monika Petz, an der Bar und beim Bedienen. Die Generation der Mütter war schon dort gestanden, seit ein paar Jahren helfen auch die Kinder mit. Fleißige Bedienungen flitzen durch die Stuhlreihen, holen die Speisen am Tresen ab, geben Bestellungen weiter und benötigen ab und an Putzlappen, Eimer und Besen. Anne Husmann berichtete, dass viele Helfer auch bei den Konzerten der Hergolshäuser Musikanten dabei und bestens eingespielt sind

    Blasmusik-Marathon

    Vier Orchester in zehn Stunden – darauf freuen sich Fans der Blasmusik jedes Jahr. Das Orchester Roger Halm aus dem Elsaß war das erste, das in der Waigolshäuser Halle aufspielten. "Blechverrückt" aus bayrisch Schwaben  zeigte sein Können nach der Mittagspause. Und die Hergolshäuser Musikanten mit Rudi Fischer am Dirigentenpult feierten am Nachmittag ihr "Heimspiel".

    Die "Schwindlige 15" beendeten den Reigen der Blasmusik, der in diesem Jahr unter dem Motto "volles Rohr böhmisch" stand. Sie haben sich in der Szene einen Namen gemacht, weil sie zum einen –  der Tradition verbunden – bodenständige Blasmusik auf die Bühne bringen, zum anderen aber auch so richtig "abrocken" können. Mit dem Auftritt in Waigolshausen verabschiedete sich die "Schwindelige 15" nach 25 Jahren  von ihren Fans, sie gaben dort ihr Abschiedskonzert.

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