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    THEATER

    Der Kampf gegen den sozialen Abstieg

    Die Folgen der damaligen Weltwirtschaftskrise werden am Beispiel des Angestellten Johannes Pinneberg (Benjamin Jorns) und seiner Frau Emma, genannt Lämmchen (Anna Schindlbeck), geschildert. Foto: Sebastian Worch

    Das Theater Schloss Maßbach – Unterfränkische Landesbühne zeigt am Mittwoch, 17. Oktober (Schauspielmiete BLAU und freier Verkauf) und am Donnerstag, 18. Oktober (Schauspielmiete ROT und freier Verkauf) jeweils um 19.30 Uhr die Dramatisierung von Hans Falladas Roman „Kleiner Mann – was nun?“ in der Inszenierung von Christian Schidlowsky.

    Die Weltwirtschaft läuft aus dem Ruder, der Konkurrenzdruck am Arbeitsplatz steigt, Menschen entwickeln sich zu Raubtieren, die Gesellschaft radikalisiert sich: Falladas Eheroman aus dem Jahre 1932 fragt nach Möglichkeiten von Solidarität und individuellem Glück angesichts einer Gesellschaft, die von ökonomischen Zwängen beherrscht wird. Unerschrocken und scheinbar unermüdlich verteidigt die junge Emma, genannt Lämmchen, die Liebe zu ihrem Mann gegen alle äußeren Widrigkeiten.

    Doch Pinneberg, ein einfacher Angestellter, rutscht immer tiefer in die Arbeitslosigkeit. Der soziale Abstieg scheint ausweglos. Es geht um Liebe und Geld, Geld und Liebe. Wie kann man die Liebe und all das, woran man glaubt, bewahren, wenn das Geld und immer wieder das Geld fehlt? Werden dann die Liebe und das Glück zum unerreichbaren Luxus? „Fleißig sind wir, sparsam sind wir, schlechte Menschen sind wir auch nicht, den Murkel wollen wir auch, gerne wollen wir ihn – warum soll es uns da eigentlich schlecht gehen? Das hat doch gar keinen Sinn!“ Recht hat Lämmchen, die frisch verheiratete Frau Pinneberg: Es hat gar keinen Sinn. Es hat keinen Sinn, dass ihr Mann einer von Millionen ist, die auf der Straße stehen ohne Arbeit. Es hat keinen Sinn, dass sie kämpfen und rechnen müssen, jeden Pfennig dreimal umdrehen und doch reicht es nicht.

    Im Theater erlangten Falladas Werke als Dramatisierungen nach seinem Tode zunehmend Popularität. So kam 1972 der Roman „Kleiner Mann – was nun?“ als Revue von Peter Zadek und Tankred Dorst auf die Bühne, es folgten zahlreiche Inszenierungen, am Münchner Volkstheater, an den Münchner Kammerspielen und am Schauspiel Frankfurt. Zu den bekanntesten Verfilmungen seiner Werke zählen u. a. „Wolf unter Wölfen“ (1964, mit Armin Mueller-Stahl), „Jeder stirbt für sich allein“ (1975, mit Hildegard Knef), „Der eiserne Gustav“ (1979, Regie Wolfgang Staudte), „Der Trinker“ (1995, Regie Tom Toelle, mit Harald Juhnke).

    Vorverkauf ab Samstag, 8. September, Tel. (0 97 21) 51 49 55 oder 5 10 – oder Internet: www.theater-schweinfurt.de

    Bearbeitet von Kirsten Mittelsteiner

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