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    Mühlhausen

    Der TSV Mühlhausen wird 90 Jahre alt

    Auch Faustball, wie hier im Bild und Handball gehörten zu den sportlichen Aktivitäten des TSV in der Anfangszeit nach der Gründung 1929. Foto: Archiv TSV Mühlhausen

    Mit einem Festkommers feiert der TSV Mühlhausen unter der Schirmherrschaft von Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl am Samstag, 12. Oktober 2019, sein 90-jähriges Bestehen. Anlässlich des runden Geburtstages stehen am 8. Dezember dann noch ein Gottesdienst mit anschließender Kranzniederlegung für die verstorbenen Mitglieder sowie ein Rückblick auf 90 Jahre TSV im schmucken Sportheim auf dem Programm, wozu die Bevölkerung eingeladen ist.

    Seine Geburtsstunde als "Katholischer Jugend- und Jungmännerverein" erlebte der TSV am 29. Juni 1929 auf Initiative des damaligen Kaplans Ludwig Konze in der Wirtschaft Barth. Als Paten fungierten die Fußballer aus dem benachbarten Gänheim, deren Vereinsgründung ein Jahr vorher erfolgt war. "Die Jugend hat ein Recht auf Freude und Frohsinn, auf Spiel und Sport", gab der Kaplan als Leitspruch den 36 Gründungsmitgliedern mit auf den Weg. Allerdings war der Verein, wie der Name unschwer erkennen lässt, den Männern vorbehalten. Die Mädchen gruppierten sich unter einer eigenen Fahne, schildert Ehrenvorsitzender Heinrich König, der mit der Geschichte des heute 294 Mitglieder zählenden Vereins bestens vertraut ist.

    Verbunden war die Gründung mit dem Anschluss des bestehenden Theaterclubs Mühlhausen, dessen Mitglieder eigentlich die gleichen waren wie im neuen Sportverein. Gespielt wurde in den Anfangsjahren neben Fußball auch Faustball und Handball. Die Gemeinde stellte den "Brühl", die schönste Wiese überhaupt, als Sportplatz zur Verfügung. Beibehalten wurde auch das Theaterspiel, das neben Pokalturnieren eine wichtige Einnahmequelle war, um die Pacht für den Sportplatz zu bezahlen. Die monatlichen Vereinsbeiträge betrugen damals nur 30 Pfennig für ältere und 20 Pfennig für jüngere Mitglieder.

    Im Protokollbuch des Vereins sind die Seiten ab 1933 bis 1945 herausgerissen. Wer dafür verantwortlich ist, ist nicht bekannt. Christliche Vereine waren damals verboten, weiß König. Ab 1941 ruhten die Vereinsaktivitäten gänzlich, weil die Männer in den Krieg mussten. Nach den Kriegswirren blühte der Verein im Februar 1946 nach einer Gründungsveranstaltung als TSV wieder auf.

    Spielermangel führte bereits Anfang der 1950er Jahre zu einer ersten Spielgemeinschaft mit der DJK Rieden. Ab 1967 hatten auch die Frauen mit einem Gymnastik-Treff eine sportliche Heimat im Verein. Auch eine Wanderabteilung gab es Anfang der 1970er Jahre, die aber nach zehn Jahren ihre Aktivitäten wieder einstellte. Eine Dekade lang dominierte das sehr erfolgreiche Theaterspiel den Verein. Auf Initiative von Heinrich König begann 1982 die Faschings-Ära im Verein mit jährlichen Büttensitzungen als Einnahmequelle. Als 1991 wegen des Golfkriegs viele Faschingsvereine ihre Veranstaltungen absagten, schwenkte auch der TSV um und ließ die Theatergruppe mit dem Stück "Eigentor" wieder aufleben. Mit bislang 29 Spielzeiten und jährlich bis zu 2000 Besuchern trägt die Laienspielgruppe seitdem viel zum Ansehen des TSV bei.

    1987 wurde das im Laufe der Jahre ausgebaute und um einen Trainings- und Ausweichplatz erweiterte Sportgelände durch eine Schenkung des Marktes Eigentum des TSV. Ein lang gehegter Wunsch war der Bau eines Vereinsheimes als Begegnungsstätte, der sich 1997 mit der Einweihung des in einer Gemeinschaftsleistung geschaffenen und ehrenamtlich bewirtschafteten Vereinsdomizils am Ortseingang erfüllte.

    Die gute Jugendarbeit bescherte dem TSV vor allem seit der Jahrtausendwende sportliche Erfolge. Drei Jahre spielte die erste Mannschaft sogar in der Bezirksliga, die Fußball-Jugend wurde mehrfach Vizemeister und Gemeindepokalsieger. Eine Spielgemeinschaft mit dem SV Schraudenbach und der DJK Gänheim sichert heute den Spielbetrieb. Seit 2006 zählt auch Korbball zum sportlichen Angebot des TSV, dem sich vom Start weg 25 Mädchen verschrieben. In einer Spielgemeinschaft mit der SG Schraudenbach folgte eine Erfolgswelle, die aktuell der U15 die Bayerische und Deutsche Meisterschaft bescherte.

    Der "Brühl" als Sportplatz. Hier im Bild wird Fußball gespielt. Foto: Archiv TSV Mühlhausen
    Ein Bild aus der Gründungszeit des "Katholischen Jugend- und Jungmännerverein Mühlhausen", der nach dem Krieg als Turn- und Sportverein erneut aufblühte. Foto: Archiv TSV Mühlhausen
    Seine Geburtsstunde als "Katholischer Jugend- und Jungmännerverein" erlebte der TSV am 29. Juni 1929 auf Initiative des damaligen Kaplans Ludwig Konze in der Wirtschaft Barth. Foto: Archiv TSV Mühlhausen

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