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    Altenmünster

    Der letzte Gottesdienst in der Pilgerhofkirche

    Das Abschlussgebet in der Pfarrkirche. Foto: Monika Erhard

    Von einem „denkwürdigen und traurigen Tag“ für die Pfarreiengemeinschaft Liborius Wagner im Markt Stadtlauringen sprach Pfarrer Eugen Daigeler laut einer Pressemitteilung in seiner Begrüßung zum letzten Gottesdienst in der Pilgerhofkirche Altenmünster am Sonntag. Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Liborius-Wagner-Kirche an diesem Abend. Die große Teilnahme an der Feier zeigte die Beliebtheit des Gotteshauses. Besonders dankte der Stadtlauringer Pfarrer den Mesnern und den Mitwirkenden sowie allen, die in den vergangenen 29 Jahren für diese Kirche gesorgt und in ihr gebetet haben. Er sprach die Hoffnung aus, dass Altenmünster „ein Gebetsort im Andenken an den Märtyrerpriester Liborius bleibt und dass es gut weitergeht für den „Pilgerhof“, in dem viel Engagement und Herzblut von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern steckt.“

    Erwähnt wurden der verstorbenen Bischof Paul-Werner Scheele, der diese Kirche am 24. März 1990 geweiht hatte, sowie der verstorbene, langjährige Altenmünsterer Pfarrer Wolfram Tretter, ohne dessen persönlichen Einsatz der Pilgerhof nicht entstanden wäre.

    An der Messfeier nahmen zahlreiche Vertreter der kirchlichen Gremien und des öffentlichen Lebens teil wie Landrat Florian Töpper und Bürgermeister Friedel Heckenlauer. Gemeinsam mit der Mitarbeitervertretung sprach Gerald Düchs, zuständig für die Tagungshäuser des Bistums Würzburg, Veronika Schuler Dank aus und verabschiedete sie mit einer persönlichen Würdigung nach 26-jähriger Tätigkeit im Pilgerhof in den Ruhestand. Den Gottesdienst leitete Domkapitular Christoph Warmuth.

    Er sprach ausgehend vom Evangelium über den „Guten Hirten“. Liborius Wagner „war ein guter Hirte, der auch in schweren Zeiten treu seinen Dienst getan hat“ bis zur Hingabe seines Lebens als Märtyrer. Lesungen und Fürbitten trugen Pfarrgemeinderäte der Pfarreiengemeinschaft vor. Am Schluss der heiligen Messe verlas der Domkapitular das Profanierungsdekret des Bischofs, mit dem die Kirche ihrem liturgischen Gebrauch entzogen wurde. Nun wurde das Licht der Altarkerzen an die Gläubigen weitergereicht.

    Warmuth sagte dazu: „Die Altarkerzen erlöschen zwar mit der Schließung dieser Kirche, doch wir wollen das Licht des Glaubens weitertragen.“ Pfarrer Daigeler öffnete nun das Reliquiengrab im Altar und übergab Liborius-Ikone an Roswitha Kaufmann und Manuela Neubert aus Stadtlauringen, wo sie in die Kirche einen Platz finden wird, da Liborius Wagner Patron der Pfarreiengemeinschaft ist.

    Die Gläubigen machten sich anschließend auf den Weg, begleitet von den Original Fränkischen Blasmusikanten aus Ballingshausen. In dieser Prozession trug Hubertus Warmuth die Liborius-Statue von der Pilgerhofkirche in die Pfarrkirche. Zuvor wurde der Tabernakel geleert und das Allerheiligste mitgetragen. Die Küster löschten das Licht in der Scheunenkirche. Singend und betend ging es nun in die Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt, die die vielen Gläubigen nicht fassen konnte. Dort endete der Gottesdienst mit einem gemeinsamen Gebet, dem Segen und dem Liborius-Lied: „Märtyrer im Glorienscheine, lös die Wirrnis dieser Zeit, dass als Brüder wir und Schwestern seien unserem Haupt geeint. Denn, so sprach beim Abendmahle Jesus als sein Testament: Seid geeint und liebt euch alle, dass mich diese Welt erkennt.“

    Bearbeitet von Helmut Hickel

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