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    WADENBRUNN

    Des Bauers große Nabelschau

    Wo zum Teufel liegt eigentlich Wadenbrunn? Das haben sich schon viele gefragt, die sich erstmals zum gemeinsamen Feldtag des Landtechnikherstellers Fendt aus Marktoberdorf und der Züchtergruppe Saaten-Union auf den Feldern des Grafen Schönborn aufmachten. Am Ende haben sie noch alle den Weg zu der Veranstaltung gefunden ohne selbst in Wadenbrunn gewesen zu sein. Das gleichnamige kleine Schönbornsche Hofgut bei Kolitzheim liegt nämlich nur in der Nähe des Geschehens, dient also quasi in erster Linie als Orientierungspunkt für die Zehntausenden von Menschen aus ganz Europa, die auch diesmal wieder am Donnerstag, 23. August, einfallen werden und den Verkehr punktuell zum Erliegen bringen. Genau genommen finden sie sich im Dreieck zwischen Kolitzheim, der Herleshof-Ruine und Herlheim wieder.

    Seitdem der Feldtag hier erstmals vor 20 Jahren von der zum AGCO-Konzern gehörenden Firma Fendt und der Saaten-Union durchgeführt worden ist, gilt er als der größte europäische Feldtag eines Landtechnikherstellers. Die Maschinen dort zu präsentieren, wo sie eingesetzt werden sollen, nämlich auf dem Acker, hat sich in Verbindung mit den bei Schauversuchen präsentierten neuesten Sorten der Saaten-Union als Erfolgsrezept erweisen. Im Laufe der Jahre ist der in der Regel alle zwei Jahre stattfindende Tag bei freiem Eintritt so zum europa- und teils weltweiten Inbegriff für die Präsentation moderner Landmaschinentechnik und neuester Saaten geworden.

    2016 wurde pausiert

    Der einschränkende Hinweis „in der Regel“ ist deshalb berechtigt, weil der im August 2016 geplante Feldtag kurz zuvor zur Überraschung vieler abgesagt worden war. Dies obwohl die Veranstaltung zuletzt gigantische Ausmaße mit an die 60 000 Landwirten, Lohnunternehmern und sonstigen an der Landwirtschaft interessierte Besucher aus dem In- und Ausland.

    AGCO/Fendt und die Saaten-Union hatten die damalige Absage mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage viele Landwirte und dem damit verbundenen Stimmungstief in der Landwirtschaft begründet. Bei der Absage vor zwei Jahren ging man aber schon davon aus, dass sich die Bedingungen wieder deutlich bessern werden und man 2018 in „einem positiven Umfeld“ den Erfolg des Feldtags in Wadenbrunn fortsetzen könne. So wird der Bauer auch in diesem Jahr trotz der teilweise die Stimmung trübenden extremen regionalen Trockenheit wieder in Wadenbrunn schlauer.

    „Feldtag stand nie zur Disposition“

    Dazu Fendt-Pressesprecher Sepp Nuscheler: „Kein anderer Landtechnikhersteller kommt auch nur annähernd an die Besucherzahlen von Wadenbrunn heran. Das Interesse an unserem Gesamtprogramm (praktische Vorführungen, Information über die neueste Technologie, Ausstellung und Geselligkeit) ist nach wie vor enorm. Mehr und mehr auch international, bis hin nach Nordamerika und Australien/Neuseeland. Deshalb stand der Fendt-Feldtag nie grundsätzlich zur Disposition.“

    Rund 110 Fendt Traktoren und selbstfahrende Maschinen werden dieses Jahr getreu dem Motto „Future to the Field“ vor Ort sein, um die Zukunft aufs Feld zu bringen. Neben Ausstellungsobjekten werden viele Maschinen bei spektakulären Feldeinsätzen und einzigartigen Live-Shows ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Neben Praxiseinsätzen und Weltpremieren aus dem Fendt Full-Line Programm, werden den Besuchern Informationen rund um die neuesten Maschinen und Technologien geboten.

    Großmähdrescher als Messe-Star

    Absoluter Star wird in diesem Jahr vor der großen Tribüne der Großmähdrescher Fendt Ideal sein. Es ist die Maschine des Jahres 2018 und der Gewinner des renommierten Red Dot Design-Wettbewerbs. Auf dem Feldtag werden er und sein innovatives Druschsystem erstmals live einem größeren Publikum vorgeführt.

    Dazu kommen als weitere Produktentwicklungen die Fendt-Raupentraktoren, die Hochleistungs-Quaderballenpresse Squadra oder die großen Tigo-Kombiwagen.

    Je näher der Feldtag rückt, desto mehr Laster und Tieflader rollen so auch diesmal wieder Richtung Wadenbrunn, um all die Traktoren sowie anderen Erntetechnik-Fahrzeuge anzuliefern, und künden somit von dem großen Landtechnik-Spektakel.

    Maschinen im Feldeinsatz erleben

    Der Feldtag ist auch für die beteiligten Unternehmen selbst ein ganz besonderes Ereignis und eine große Herausforderung. Er bietet ihnen aber die einzigartige Möglichkeit, das stetig wachsende Programm in geballter Form zu präsentieren. Die Besucher wiederum können die Maschinen live im Praxiseinsatz erleben.

    Antworten auf ihre Fragen und exklusive Hintergrundinformationen erhalten die Besucher auf dem 90 Hektar großen Gelände in sechs Themen-Hubs genannten Informationszentren.

    Kein Rahmenprogramm mehr

    Allerdings fällt der Feldtag 2018 nicht ganz so groß aus wie zuletzt. Das gilt insbesondere für das wegen verschiedener Vorkommnisse im Jahr 2014 gestrichene Rahmprogramm. Dazu hatten traditionell der Fränkische Bauerntag, ein Jungbauernduell und als absoluter Höhepunkt bei ebenfalls freiem Eintritt die Landjugendparty der Bayerischen Jungbauernschaft mit den Troglauer Buam im großen Festzelt gezählt.

    Am Ende waren es Sicherheitsgründe, erhebliche Sachschäden bei den letzten Veranstaltungen und aktuell umfangreiche Auflagen für solche Großveranstaltungen, die den Ausschlag dazu gaben, auf diese Programmpunkte zu verzichten, heißt es aus Marktoberdorf.

    Somit gestaltet sich das Programm 2018 wie folgt: 9.30 Uhr Auftakt: Die Zukunft auf dem Feld; 10 Uhr Fendt Future to the Field Parade; 10.30 bis 17 Uhr Präsentationen in den Themen-Hubs und Technik im Feldeinsatz; 17 Uhr Ende mit großem Abhupen.

    Als der Feldtag nach Wadenbrunn kam

    Nach den zwei ersten Feldtagen in München hatten die günstige geografische Lage mitten in Deutschland und die Aufgeschlossenheit des Grafen aus Wiesentheid die Firma Fendt und die Saaten-Union 1998 erstmals nach Wadenbrunn geführt.

    Im Sinne eines langfristigen Konzepts und eines professionellen Feldtags war 2012 kräftig in die Infrastruktur investiert worden. So gibt es seitdem eine zweite Zufahrt über Kolitzheim, den geschotterten Großparkplatz für 60 Busse am Nordeingang sowie die asphaltierte 6,5 Meter breite Messe-Straße. An ihr entlang spielt sich zwischen den Eingängen im Süden und Norden das große Feldtag-Treiben ab.

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