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    Stadtlauringen

    Die Altenburg und ihre Bedeutung für Stadtlauringen

    Die Ausstellung ist zusammengestellt, die Funde befinden sich in guten Händen. Darüber freuen sich (von links) Bürgermeister Friedel Heckenlauer, Almut Heusinger-Zuber, Dr. Marcus Beck, der die Funde inventarisiert hat, die beiden Sammler Dr. Reinhold Heusinger und Ernst Lauerbach, sowie Dr. Ralf Obst vom Sachgebiet Ehrenamt in der Bodendenkmalpflege vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Foto: Helmut Glauch

    Niemand hat sie gezählt, die unendlich vielen Spaziergänge hinauf zur Altenburg, die Dr. Reinhold Heusinger, langjähriger Arzt in Stadtlauringen, unternommen hat. Seine Tochter Almut Heusinger Zuber erinnert sich jedenfalls, dass es sehr viele waren, dass sie schon als kleines Mädchen dort mit ihrem Vater nach archäologischen Fundstücken Ausschau gehalten hat  – und selbst ihren Spaß dabei hatte. Scherben und andere kleine Zeugnisse aus der Zeit der Kelten – am Ende waren es Tausende – hat der inzwischen 93-jährige Heusinger reichlich gefunden bei seinen Altenburg-Exkursionen zwischen 1955 und 2004. Auch Ernst Lauerbach, Jahrgang 1938, einst Lehrer in Aidhausen und heute in Hofheim lebend, hatte die Altenburg "gepackt". Seit den 60er-Jahren und bis 1985 war er ebenfalls dort unterwegs und hat Gegenstände gesammelt, die Zeugnis geben vom Leben der Kelten.

    Landesamt für Denkmalpflege hat die Sammlung in einer Ausstellung zusammengeführt

    Besonders die Funde von Heusinger sind es, die Gegenstand einer neuen Ausstellung im Stadtlauringer Rathaus sind, die im Rahmen der derzeit in der Marktgemeinde stattfindenden unterfränkischen Kulturtage eröffnet wurde. Heusinger, ein Kenner der Historie der Marktgemeinde, ist froh seine umfangreiche Sammlung in guten Händen zu wissen und hat sie nun in Form einer Schenkung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Unter Federführung von Dr. Marcus Beck und im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege wurde aus der umfangreichen Sammlung eine Ausstellung, die die Bedeutung der Altenburg für die Entwicklung der Region und die markantesten Fundstücke aufzeigt. Die markantesten deshalb, weil die Sammlung einige Tausend Scherben und kleine Metallteile umfasst. Optische auffällige Funde finden sich dagegen kaum.  

    Beck hat die Funde inventarisiert, die dem Markt Stadtlauringen als Schenkung überlassen wurden. Er lobte die wissenschaftliche Exaktheit mit der Heusinger seine Funde aufbewahrt, datiert und katalogisiert hatte. Heusinger selbst berichtete aus einer Zeit, als er selbst als kleiner Bub mit seinem Vater, der ebenfalls auf der Altenburg begeistert Zeugnisse der Vergangenheit sammelte, dort unterwegs war.  

    Stellwände skizzieren die Geschichte der Altenburg

    Funde, die von einer regen Besiedlung der Altenburg in der Zeit der frühen Kelten, erzählen. Die Ausstellung wird ergänzt von Stellwänden auf denen zum Beispiel auch aktuelle Luftaufnahmen zu sehen sind, die dank moderner Technik im wahrsten Sinn des Wortes "tiefe Einblicke" in die Struktur der Befestigungsanlagen und Grenzwälle geben.  

    Die Altenburg, das ist ein nach Westen vorgeschobener, natürlicher Bergsporn, etwa 1300 Meter nordöstlich von Stadtlauringen. 80 Meter über der Lauer gelegen war diese Hochfläche einst durch Wälle und Gräben befestigt und lag dennoch an strategisch günstiger Position. Am Südhang der Altenburg wurde bis zum Ende des 19. Jahrhundert Wein angebaut, an den Flanken finden sich Spuren des Bergbaus. Ob hier die frühmittelalterliche Siedlung "Hlurunga" gelegen hat, bleibt rätselhaft. Klare Hinweise gibt es auf eine Ansiedlung in der Eisenzeit (Frühlatènezeit).

    Stellwände, Vitrinen, Informationen: Die Ausstellung mit den archäologischen Funden von der Altenburg ist im Untergeschoss des Rathauses zu sehen. Foto: Helmut Glauch

    Anfang des 4. Jahrhunderts wurden fast alle frühkeltischen Höhensiedlungen aufgegeben, was auch für die Altenburg vermutet wird. Vermutlich waren die damaligen Wanderungen der Kelten auf kriegerische Ereignisse zurückzuführen. Die Altenburg birgt noch so manches Rätsel, Grabungen wären hilfreich, vorrangig ist die Sicherung des Areals auf dem ja auch zum Beispiel Landwirtschaft betrieben wird.  

    Faszination der Vergangenheit 

    Bürgermeister Friedel Heckenlauer freute sich, dass im Rahmen der unterfränkischen Kulturtage, die derzeit in Stadtlauringen stattfinden, diese Ausstellung eröffnet werden konnte. In einer Zeit der Digitalisierung sei es umso wichtiger, die Vergangenheit im Blick zu haben, zurückzuschauen auf das einfache Leben dieser Menschen, und von dieser Warte aus auch stolz auf das Erreichte zu sein. "In meinen Augen ist es faszinierend, wie wir uns entwickelt haben, aber ebenso faszinierend, wie die Menschen damals gelebt haben", so Heckenlauer. Das man darüber einigermaßen Bescheid wisse, verdanke man Menschen wie Reinhold Heusinger, der mit zahlreichen Publikationen die Geschichte des Marktes Stadtlauringen aufgearbeitet hat.  

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