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    SCHWEINFURT

    Die Gewerbesteuer sprudelt

    Industrie und Handwerk soweit das Auge reicht: Auch dank des Gewerbe- und Industriegebiets Maintal in Schweinfurt sprudelt die Gewerbesteuer. Im Jahr 2017 bekam die Stadt deutlich mehr als erwartet. Foto: Oliver Schikora

    Zum Glück ist die Schweinfurter Finanzreferentin Anna Barbara Keck nicht Dagobert Duck. Sie fühlt sich vielleicht angesichts der guten Zahlen für 2017, die sie kürzlich im Hauptausschuss präsentierte, wie der Comic-Trilliardär aus Entenhausen. Aber im Gegensatz zu Onkel Dagobert, dem ewigen Geizhals, werden die sprudelnden Steuereinnahmen in Schweinfurt nicht im Tresor voller goldener Taler gebunkert, sonder reinvestiert – Neubau Kulturforum, Sanierung des Theaters, Neubau der Maxbrücke, Landesgartenschau 2026, Konversion, der Projekte und Notwendigkeiten gibt es viele.

    Dafür braucht man Geld und Schweinfurt hat's. „Es ist eine sehr erfreuliche Finanzsituation, die gerade an der dauerhaft fließenden Gewerbesteuer liegt“, erklärte Keck und verwies darauf, dass sich das Zahlenwerk wohl auch in diesem Jahr besser entwickeln könnte als ursprünglich prognostiziert. Im September habe man bereits 69 Millionen Euro Gewerbesteuer für 2018 vereinnahmt, so Keck. Geplant wurde mit 70 Millionen, es fehlt aber noch das letzte Quartal.

    Ein zweistelliges Millionen-Plus für 2017

    Für 2017 präsentierte Keck den aktuellen Jahresabschluss, der natürlich erfreut zur Kenntnis genommen wurde. Aufgrund der signifikant höheren Steuereinnahmen und einer besseren Entwicklung bei den restlichen Erträgen erwirtschaftete die Stadt im vergangenen Jahr einen Überschuss von 12,5 Millionen Euro. Für das Jahr 2016 betrug der noch „nur“ 4,72 Millionen. Zahlen, nach denen sich Kämmerer in anderen Kommunen die Finger schlecken.

    Dass es Industrie und Handwerk in Schweinfurt, das mehr Arbeitsplätze hat als Einwohner und damit in Nordbayern eine Ausnahmestellung im Vergleich zu allen anderen Kommunen besitzt, gut geht, ist natürlich grundsätzlich der robusten, positiven Weltkonjunktur geschuldet. Es ist aber wie man in Schweinfurt Anfang der 1990er Jahre schmerzlich erfahren hat, auch durchaus ein schwankendes Geschäft, weswegen Anna Barbara Keck großen Wert auf Rücklagenbildung legt. Die belaufen sich mittlerweile auf gut 70 Millionen Euro.

    Trotz gestiegener Transferaufwendungen 2017 (99,9 Millionen, drei Millionen mehr als 2016) und einem deutlich erhöhten Investitionsvolumen (49,4 Millionen im Vergleich zu 35,7 Millionen 2016) wurden auch die Liquiditätsreserven der Stadt aus laufender Verwaltungstätigkeit erhöht, sie betragen nun 90,3 Millionen Euro. Die Verschuldung der Stadt, insbesondere durch konversionsbedingte Kredite, beträgt im Moment 23,3 Millionen Euro.

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