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    Herlheim

    Die Hilfstransporte der Veteranenfreunde Herlheim

    Erneut haben die Veteranenfreunde Herlheim Hilfsgüter für Valpovo in Kroatien gesammelt. Zwei Mitarbeiter des kroatischen Roten Kreuzes holten sie ab. Im Bild, von links, hinten: Mario Cigula (Kroatien), Ewald Kopp, Tenni Cucek (Kroatien), Wilfried Zachmann, Edgar Hauck; vorne: Sigi Holzmann, Hans Ixmeier, Bertla Markert, Norbert Günther. Foto: Brigitte Pfister

    Bereits seit  Jahren stellen die Veteranenfreunde Herlheim Hilfstransporte zusammen für behinderte und pflegebedürftige Menschen und weitere Bedürftige im Bereich der kroatischen Stadt Valpovo.

    Häufig nahmen sie in der Vergangenheit für den Transport selbst mit Pkw und Anhänger den weiten Weg nach Ostkroatien auf sich. Doch da mittlerweile oft große Mengen an Hilfsgütern zusammenkommen, schickte das kroatische Rote Kreuz bereits mehrere Male zum Abholen einen Lkw. So reisten auch für die jüngste Lieferung Mario Cigula und Teni Curek mit ihrem aufnahmefähigeren Fahrzeug an.

    Nach einem ausgetüftelten System beluden dann die zahlreichen Herlheimer Helfer zusammen mit den beiden kroatischen Fahrern den Lkw. So konnte das Ladevolumen von zirka 35 Kubikmetern bis auf den letzten Zentimeter ausgenutzt werden.

    Wertvolle Ladung

    Die wertvolle Ladung beinhaltete zwei elektrische Kinderpflegebetten mit Matratzen, 14 elektrische Pflegebetten, neun Rollstühle, 19 Rollatoren, zwei Badewannenlifter, mehrere Toilettenstühle, Badehocker und Toilettensitzerhöhungen. Die Lücken wurden ausgefüllt mit 60 Winterjacken, vielen Paketen mit Stoffen, Wolle, Bettwäsche, Bastelsachen und Kinderkleidung. Weiter gehörten zirka 5000 Windeln und Betteinlagen für Erwachsene, Pflege-, Hygiene- und Desinfektionsmittel sowie weitere, für Behinderte das Leben erleichternde Hilfsmittel, wie Krückstöcke, zur Ladung.

    Nicht alle gesammelten Utensilien passten auf den Lkw. Da diese allerdings dringend benötigt werden, wird sie Clubleiter Ewald Kopp zusammen mit einem weiteren Clubmitglied in Kürze selbst nach Valpovo bringen. Diese Fracht wird dann aus drei Elektromobilen, einem Elektrorollstuhl, einem Therapiedreirad, vier Schwerbehindertenrollstühlen und weiteren Bastelstoffe-Paketen bestehen.

    Gemeinnützige Arbeit

    Alle diese Waren wurden von den Veteranenfreunden, deren Leitung Ewald Kopp, Edgar Hauck und Hermann Kopp innehaben, gesammelt und teilweise aus mehreren hundert Kilometern Entfernung abgeholt. So mancher Unterstützer des Clubs lieferte die Sachen auch persönlich im Lager in Herlheim ab. "Es ist immer wieder erfreulich, wie viele Menschen bereit sind, ihre Pflegebetten, Elektromobile und weitere Hilfsmittel dem Club für seine gemeinnützige Arbeit kostenlos zu überlassen," freut sich Clubleiter Ewald Kopp. So entstehen dem Club lediglich Kosten für Ersatzteile oder neue Batterien bei der Überprüfung der Funktionstätigkeit der Geräte. Denn alles wird geprüft und bei Bedarf repariert, ehe die Reise nach Kroatien beginnt. "Sowohl bei den Prüf- und Reparaturarbeiten wie auch beim Verladen ist immer Verlass auf die treuen Helfer. Das sind nicht nur Clubmitglieder," betont Kopp.

    Nach dem Beladen des Fahrzeuges ging es dann für die beiden kroatischen Rot-Kreuz-Mitarbeiter über Zagreb nach Valpovo. Von der dortigen Rot-Kreuz-Station aus werden die Güter kostenlos an Bedürftige, die in einem weiten Umkreis um die Stadt leben, verteilt.

    Wenn sich Ewald Kopp mit der restlichen Ladung demnächst selbst auf den Weg nach Valpovo macht, stellt er dort auch die beiden Kinderpflegebetten auf. Daneben wird er sich bei dieser Gelegenheit umschauen und dabei erfahren, welche Dinge hier, im ehemaligen Kriegsgebiet, dringend benötigt werden. Auch die Behindertengruppe MI, die die Veteranenfreunde immer wieder mit kleinen Geschenken und Nachschub für deren Bastelarbeiten versorgt, wird Kopp besuchen.

    Ständiger Kontakt

    In ständigem Kontakt steht der Clubleiter auch mit Pavica, der "Niederlassungsleiterin der Veteranenfreunde in Valpovo", wie er sie scherzhaft nennt. Sie dolmetscht und sie informiert die Herlheimer, welche Hilfsmittel besonders dringend benötigt werden, um das Leben von Pflegebedürftigen und auch von deren Angehörigen zu erleichtern. Dabei muss nicht immer auf einen Hilfstransport gewartet werden. So erhielt durch Vermittlung von Pavica und mit finanzieller Hilfe der Veteranenfreunde erst im August eine blinde junge Frau ein Blindentelefon. In der Landessprache sagt es auf Wunsch Uhrzeit, Standort und den Namen eines Anrufers an.

    Nicht nur für das ferne Valpovo sind die Veteranenfreunde Herlheim aktiv. Auch in der Heimat zeichnen sie für zahlreiche Aktivitäten verantwortlich. So wird im März nächsten Jahres wieder ein Benefiz-Preisschafkopf-Turnier zugunsten des Palliativbereichs der Geomed-Kreisklinik in Gerolzhofen stattfinden.

    Alle diese Unternehmungen könnten nur stattfinden, da sich die Clubmitglieder und Gönner des Clubs auf unterschiedliche Weise einbrächten, wofür ihnen großer Dank gebühre, so Ewald Kopp.

    Ein Blick in das Lager mit den Hilfsgütern, die nach Kroatien transportiert wurden. Foto: Brigitte Pfister

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