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    Dittelbrunn

    Die Klimaerwärmung im Blick

    Ehrung bei der Mitgliederversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Schweinfurt (von links): Vorsitzender Willi Warmuth, Hans-Ulrich Swoboda, Johannes Neubauer, Finn Mohren, Dr. Muhidin Seho, Walfried Kaufmann und Stephan Thierfelder. Foto: Roland Frühwacht

    Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Waldbewirtschaftung stand im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Schweinfurt. Stephan Thierfelder, Bereichsleiter Forsten im Amt für Ernährung und Landwirtschaft, zeigte anhand eindrucksvoller Fotos den Einfluss der Trockenheit im letzten Jahr auf die verschiedenen Baumarten.

    Zur Borkenkäferplage sei seit dem Jahre 2007 das Eschentriebsterben und seit 2017 beim Bergahorn auch die Rußrindenkrankheit aufgetreten. Außerdem sei die Massenvermehrung des Schwammspinners, besonders bei den Eichenwäldern, wieder ein viel diskutiertes Thema. Als Konsequenz für die Zukunft und bei Fortschreiten des Klimawandels habe allenfalls bei den zurzeit heimischen Nadelbäumen die Douglasie eine reelle Überlebenschance. Bei den Laubbäumen gelte dies für Feldahorn, Eiche, Hainbuche sowie Rotbuche, Elsbeere und Speierling, sofern der Standort geeignet sei.

    Für Neues aufgeschlossen sein

    Angesichts der Risiken bietet sich als Lösungsmöglichkeit eine aus mehreren Baumarten gemischte Naturverjüngung und intensive Pflege an. "Es ist wichtig, dass wir aufgeschlossen sind für Neues, aber wir müssen auch Sicheres bestellen", deshalb mahnte Thierfelder eine sorgsame Baumartenauswahl mit Herkunftsnachweis für das verwendete Saatgut durch die Baumschule bei Neupflanzung an. Thierfelder bat die in der FBG zusammengeschlossenen Waldbesitzer um Rückmeldung, wie sich Baumarten auf den einzelnen Standorten entwickelten und welche Krankheiten auftreten.

    Dr. Muhidin Seho, stellvertretender Sachgebietsleiter Forstgenetisches Versuchswesen beim Bayerischen Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht in Teisendorf, sprach mit Blick auf den Klimawandel über zukunftsfähige Baumarten in Mitteleuropa. In seinem Vortrag erläuterte er, dass neue Baumarten, wie Baumhasel oder Zeder aus südlichen Breiten durch den Klimawandel bei uns heimisch werden könnten. Dabei müsse aber auf die genetische Herkunft beim Kauf von zertifiziertem Saatgut geachtet werden. Wichtig sei die Wüchsigkeit und die Holzqualität. Zurzeit werde auf sogenannten "Herkunftsversuchsflächen" die Eignung verschiedener Baumarten getestet, was allerdings mehrere Jahre in Anspruch nehme, so der Referent.

    25-jähriges Jubiläum im Juli

    In seinem Jahresrückblick berichtete FBG-Geschäftsführer Johannes Neubauer, dass die 288 Mitgliedern eine Fläche von 8650 Hektar bewirtschaften. Bei der Holzsubmission wurden 9503 Festmeter angeboten und 9000 Stück Setzlinge sowie 750 Meter Wildschutzzaun mit Sammelbestellungen beschafft. Das Informationsblatt "Der Waldbote", die Zeitschrift für die Mitglieder, gibt den Mitgliedern wertvolle Hinweise über die Waldbewirtschaftung.

    Die Forstbetriebsgemeinschaft begeht am 27. Juli 2019 mit einer Jubiläumsfeier ihr 25-jähriges Jubiläum. Als weitere Termine stehen in diesem Jahr eine Besichtigung der Gitarrenbauerfirma Hanika in Baiersdorf und Infoveranstaltungen an.

    Für ihre Verdienste um die Waldbewirtschaftung wurde der ehemalige Leiter des Staatlichen Forstamtes Finn Mohren und der frühere Vorsitzende der FBG Schweinfurt Walfried Kaufmann geehrt. Für seine 25-jährige Mitarbeit in der FBG Schweinfurt erhielt Hans-Ulrich Swoboda eine Auszeichnung.

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