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    Gerolzhofen

    Die Region Gerolzhofen bereitet sich auf Corona vor

    Krankenhäuser und Rettungsdienste in der Region sind auf die Corona-Infektion vorbereitet. Unterdessen wurden erste Veranstaltungen am Wochenende abgesagt.
    Personen, die sich möglicherweise mit Corona infiziert haben, werden gebeten, nicht den Haupteingang der Geomed Klinik in Gerolzhofen zu benutzen. Es gibt an der Ostseite einen Sonderzugang.
    Personen, die sich möglicherweise mit Corona infiziert haben, werden gebeten, nicht den Haupteingang der Geomed Klinik in Gerolzhofen zu benutzen. Es gibt an der Ostseite einen Sonderzugang. Foto: Andreas Stöckinger

    Es ist wohl nur noch eine Frage von Tagen, bis es erste Corona-Patienten auch in der Region Gerolzhofen geben wird. Krankenhäuser und Rettungsdienste sind darauf vorbereitet. 

    Die Integrierte Rettungsleitstelle Schweinfurt hat folgenden Hinweis veröffentlicht: Patienten, die starkes Fieber, Husten oder Atembeschwerden haben und zuvor in einer Region Deutschlands mit häufig aufgetretenen Infektionsfällen waren, sollen zunächst erst einmal keine Arztpraxis aufsuchen, sondern am Telefon die Nummer 116 117 anrufen. Hier erreicht man den ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns. Die erfahrenen Telefonexperten organisieren dann die medizinische Hilfe.

    Sondereingang an der Geomed

    Für die Behandlung entsprechender Patienten hat sich auch die Geomed-Kreisklinik vorbereitet, teilt Geschäftsführer Wolfgang Schirmer mit. Es wurde ein separater Eingang mit einem angrenzenden Isolierbereich geschaffen. Den Sondereingang für die Corona-Verdachtsfälle erreicht man auf der Ostseite der Klinik über die Liegend-Einfahrt an der Dingolshäuser Straße. Er befindet sich oberhalb der Krankenwagen-Halle (Notaufnahme) am Wendehammer neben dem Hubschrauberlandeplatz. Vom Parkplatz an der Jahnstraße aus ist dieser Sonderzugang auch über einen Fußweg zu erreichen.

    Betroffene Patienten werden gebeten, nur diesen Eingang aufzusuchen und nicht den Haupteingang der Klinik oder den Zugang über die Notaufnahme. Am Sondereingang kann man sich durch Klingeln bemerkbar machen. Ein Eintritt ist erst nach Aufforderung möglich. Unmittelbar nach dem Zugang werden die „Verdachtspatienten“ mit Mund-Nasen-Schutz und einen Schutzkittel ausgestattet und räumlich getrennt von weiteren Patienten ärztlich und pflegerisch versorgt.

    An der Ostseite der Geomed-Kreisklinik in Gerolzhofen wurde ein Sondereingang eingerichtet, der speziell für Patienten gedacht ist, die sich möglicherweise mit Corona infiziert haben.
    An der Ostseite der Geomed-Kreisklinik in Gerolzhofen wurde ein Sondereingang eingerichtet, der speziell für Patienten gedacht ist, die sich möglicherweise mit Corona infiziert haben. Foto: Klaus Vogt

    Allgemeine Besucher der Kreisklinik werden gebeten, sich beim Betreten des Krankenhauses und beim Verlassen der Patientenzimmer unbedingt die Hände zu desinfizieren. Dazu stehen die aufgestellten Desinfektionsmittelständer im Eingangsbereich und in den Patientenzimmern zur Verfügung.

    Hygiene-Stab tagt

    Der verantwortliche Hygiene-Stab der Geomed-Kreisklinik setzt bei diesen Vorsichtsmaßnahmen die behördlichen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts um. Bisher zeigten sich in der Klinik noch keine relevanten Verdachtsfälle. Die Verantwortlichen der Klinik nehmen aber täglich eine Bestandsaufnahme vor und werden je nach Entwicklung und Notwendigkeit ihr Vorgehen anpassen, teilt Geschäftsführer Schirmer mit.

    Die Stadt Gerolzhofen hat noch keine Handlungsempfehlung von einer übergeordneten Stelle erhalten, sagt Bürgermeister Thorsten Wozniak. Am vergangenen Montag hatte in der Stadtratssitzung der 2. Bürgermeister Erich Servatius die Frage gestellt, ob aus Sicht der Stadt etwas gegen die Durchführung des am Sonntag geplanten Frühlingsbasars in der Mittelschule am Lülsfelder Weg, organisiert vom Elternbeirat des Kinderhauses Gerolzhofen, spreche. Die Risikoabschätzung sei Sache des Veranstalters, antwortete Wozniak.

    Basar abgesagt

    Aus Sicht der Stadt spreche aber nichts gegen den Basar. Man müsse die Verbreitung der Corona-Infektion "ernst nehmen und seriös bewerten, aber keine Panik verbreiten", ergänzte der Bürgermeister am Donnerstagnachmittag am Telefon. Am Donnerstag haben die Veranstalter des Gerolzhöfer Basars dann allerdings reagiert und die Veranstaltung am Sonntag abgesagt. Ein neuer Termin steht schon fest: Jetzt soll der Basar am Sonntag, 26. April, stattfinden.

    Die für das Wochenende geplante Tanzgala in Unterspiesheim wurde abgesagt.
    Die für das Wochenende geplante Tanzgala in Unterspiesheim wurde abgesagt. Foto: Archivbild Matthias Endriss

    Tanzturnier abgesagt

    Ebenfalls abgesagt wurde das am Wochenende in Unterspiesheim geplante Ranglistenturnier im Garde- und Schautanzsport, an dem Garden und Tanzgruppen aus der ganzen Bundesrepublik,auch aus dem Rheinland, teilnehmen wollten. Die Verantwortlichen des Deutschen Verbandes für Garde- und Schautanzsport (DVG) haben sich am Donnerstagabend dazu entschlossen.

    Auch am Leopoldina-Krankenhaus in Schweinfurt hat man eine Task-Force eingerichtet, die täglich zusammenkommt, um die aktuelle Entwicklung zu beurteilen und um, falls nötig, entsprechende Maßnahmen in die Wege zu leiten. Zur Task-Force gehören unter anderem die Geschäftsführung, die Chefärzte, die Mitarbeiterinnen der Hygieneabteilung und der Beauftragte für den Katastrophenschutz. Auf die Behandlung von infektiösen Patienten sieht man sich am Leopoldina gut vorbereitet. Die Verantwortlichen nehmen die Lage aber sehr ernst, um auch auf außergewöhnliche Szenarien, wie etwa eine große Zahl infizierter Patienten, vorbereitet zu sein, heißt es in einer Pressemitteilung des Krankenhauses. 

    In Bereichen, in denen mögliche Patienten ins das Schweinfurter Krankenhaus kommen (Haupteingang und Zugang Zentrale Notaufnahme) sind Hinweisschilder aufgestellt, die Patienten mit Symptomen von Influenza oder Corona darauf hinweisen, sofort das medizinische Personal zu informieren. Erkrankte mit entsprechenden Symptomen, die über die zentrale Notaufnahme kommen, nutzen eine Klingel, um vor deren Betreten auf sich aufmerksam zu machen. Sie werden vom Personal am Eingang abgeholt.

    Schutzmaßnahmen am Leopoldina

    „Wir versuchen, mit diesen Maßnahmen bereits im Verdachtsfall die Kontakte der Patienten zu minimieren und Schutzmaßnahmen sofort zu ergreifen. Diese Maßnahme hat am vergangenen Wochenende bereits gut gegriffen“, teilt das Leopoldina dazu mit. Bei Patienten mit eindeutigen Symptomen wird im Krankenhaus ein Abstrich zum Nachweis einer möglichen Infektion genommen. Patienten mit starken Symptomen werden stationär aufgenommen und in gesonderten Bereichen isoliert. Dazu stehen direkt in der Notaufnahme zwei Isolationszimmer zur Verfügung. Die werden genutzt, um Patienten direkt nach ihrem Eintreffen bis zu ihrer Verlegung auf eine Station zu isolieren. „Darüber hinaus ist eine Bettenstation zur Isolation von Patienten vorgesehen.

    Im Eingangsbereich des Leopoldina-Krankenhauses in Schweinfurt werden Patienten mit Corona-Verdacht möglichst schnell separiert.
    Im Eingangsbereich des Leopoldina-Krankenhauses in Schweinfurt werden Patienten mit Corona-Verdacht möglichst schnell separiert. Foto: Veit-Maria Oertel

    Patienten mit sehr schweren Symptomen können auf der Intensivstation isoliert werden und sollen zeitnah in regionale Behandlungszentren für Infektionspatienten verlegt werden“, so Veit-Maria Oertel, der Pressesprecher am Leopoldina. Wer keine oder milde Symptome hat, wird dem Gesundheitsamt gemeldet, das die Organisation übernimmt und den Patienten gegebenenfalls zu Hause unter Quarantäne stellt. 

    Rettungsdienst ist gewappnet

    Gut gewappnet sieht man sich beim Roten Kreuz für den Fall der Fälle. Infektionsfahrten werden dort jeden Tag gemacht, so BRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Lindörfer. Egal ob Influenza oder eine andere ansteckende Krankheit, die Vorgehensweise beim Transport ist die gleiche. Das große Fragezeichen bei Corona sei die Dauer der Inkubationszeit und in welcher Zahl die Fälle letztlich auftreten werden.

    Bürgertelefon und weitere Informationen
    Für besorgte Bürgerinnen und Bürger hat über das Bayerische Gesundheitsministerium beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ein Bürgertelefon eingerichtet unter der Nummer (09131) 6808-5101. Auch das Gesundheitsamt Schweinfurt steht für Fragen zur Verfügung unter Telefon (09721) 55-745.
    Zusammengefasste Informationen wie Hygienetipps oder Reiseinformationen des Bundesministeriums für Gesundheit, des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege sowie des Robert-Koch-Instituts, die auch fortlaufend ergänzt und aktualisiert werden, gibt es auch im Internet unter www.landkreis-schweinfurt.de/coronavirus
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