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    Weyer

    Die Sickerbecken an der Schonunger Bucht sind stillgelegt

    Die Bassins sind riesig. Ihr Zweck ist kaum zu erraten. Die Redaktion fragte nach, für was die bis zu 200 Meter langen Becken gebraucht wurden.
    Nach wie vor gepflegt, aber nicht mehr in der Nutzung: die Sickerbecken bei Weyer. Foto: Gerd Landgraf

    Wochenende und prächtiges Wetter. Der Spaziergang im Seenland der Schonunger Bucht ist ein Genuss. Auf dem Radweg geht es weiter in Richtung Weyer und Untereuerheim. Gleich nach den sieben Seen und noch deutlich vor der Brücke über den Main (Autobahnauffahrt Schonungen) sind auf der rechten Seite des Wegs vier bis zu 200 Meter lange und bis 20 Meter breite Becken erreicht. Jahrzehnte haben die Wände aus Beton grau werden lassen. Der Sand auf dem Beckenboden ist erst vor Kurzem mit dem Rechen bearbeitet worden.   

    Von Walter Weinig, Geschäftsführer des Zweckverbands zur Wasserversorgung der Rhön-Maintal-Gruppe (RMG), erfährt die Redaktion, dass die Sickerbecken bis vor zwei Jahren in Betrieb waren. Seit der Generalsanierung des Wasserwerks Weyer werden diese nicht mehr gebraucht. Bis 2017 wurden die Bassins regelmäßig mit Mainwasser gefüllt. Das Oberflächenwasser versickerte anschließend, wobei grober Schmutz auf dem Beckenboden, feinere Partikel in der Sand- und der darunterliegenden Kiesschicht blieben. Auf seinem Weg zu den 18 Brunnen auf der Wiese zwischen dem Fluss und den Sickerbecken wurde das Wasser weiter ausgereinigt, ehe sich dieses bei der Förderung durch die Brunnen mit dem Grundwasser (Flussbegleitwasser) mischte und von den Pumpen zum Wasserwerk geschickt wurde.

    Hartes Grundwasser

    Aus 18 Brunnen wird das Trinkwasser für Schonungen, Grettstadt und Gochsheim gefördert. Foto: Gerd Landgraf

    Die Beimischung des gereinigten Oberflächenwassers reduzierte die Wasserhärte des Uferfiltrats. Seit der Generalsanierung wird nun ganz überwiegend Grundwasser gewonnen, das im Wasserwerk Weyer über eine Membranfiltration (auf 18 bis 20 Grad deutscher Härte) weich gemacht wird.   

    Das Wasserschutzgebiet Weyer besteht zum größten Teil aus Wiesen, die das Grundwasser gut schützen. Trotzdem müssen Belastungen wie beispielsweise durch Hundekot vermieden werden. Durch häufige Kontrollen habe sich diese Gefährdung abgeschwächt, sagt Walter Weinig. Aber immer noch müssten Hundebesitzer aufgefordert werden, die Tiere an die Leine zu nehmen, denn diese dürfen im Schutzgebiet nicht frei herumlaufen. Für den Hundekot hat die Gemeinde Gochsheim zudem Hundekotsammelstellen eingerichtet.

    Neben den Bassins sind Biotope angelegt. Foto: Gerd Landgraf

    Gepflegt werden die alten Sickerbecken weiterhin von der RMG, "weil wir im Schutzgebiet Vorbild sein wollen und sind", so der Geschäftsführer. Auch ist die höher gelegene Weyerer Bergheide ein ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet. Der Talhang ist durch zwei Trockentäler gegliedert, die sich zum Maintal öffnen. Geprägt ist das gesamte Gebiet durch die "Bergheide", die mit Schafen beweidet wird, sowie einem Nutzungsmosaik von überwiegend blütenreichen Salbei-Glatthaferwiesen mit Streuobstbeständen und mit Nuss- sowie Wildobstbäumen. Vereinzelte Ackerflächen und Heckenzüge vervollständigen das Bild. Zum Maintal hin befindet sich ein steiler Hangwald mit vielen Biotopbäumen. Am Fuß des Hanges sorgt ein Altwasser des Urmains für Charme und Abwechslung in Flora und Fauna.

    Trinkwasser für 90 000 Kunden

    Die RMG mit Sitz in Poppenhausen versorgt 90 000 Kunden mit Trinkwasser im Bereich von Waldberg und Bad Bocklet im Norden; Katzenbach, Obbach und Zeuzleben im Westen, Madenhausen und Pusselsheim im Osten sowie Eßleben und Alitzheim im Süden. Gegründet wurde der Zweckverband im Jahr 1936. Damals wurde das Wasser aus den ergiebigen Quellen am Fuß des Kreuzbergs schon bis Weneck, Gochsheim und Sulzheim transportiert. Mittlerweile ist die Anzahl der angeschlossenen Gemeinden von ehemals 35 auf 70 Gemeinden mit 83 Gemeindeteilen angewachsen. Gewonnen wird das Trinkwasser aus elf Rhönquellen und 44 Tiefenbrunnen. Verlegt sind 228 Kilometer Fernleitungen sowie 528 Kilometer Leitungen für die Ortsnetze und 382 Kilometer für die Hausanschlüsse.

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