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    Grafenrheinfeld

    "Die Wichtigsten sind die Feuerwehrleute"

    Der größte Schatz im Besitz der Grafenrheinfelder Wehr dürfte die Urkunde vom 1. Januar 1899 sein, mit der der "Bayerische Landes-Feuerwehr-Ausschuss" das Gründungsdatum 16. Oktober 1869 amtlich bestätigt. Das Dokument wurde von Kreisbrandmeister Matthias Hübner zur Verfügung gestellt. Foto: Herbert Markert

     Am 18. Oktober 1969 wurde die Freiwillige Feuerwehr Grafenrheinfeld gegründet. Jetzt feierten die Rafelder Floriansjünger das Jubiläum zum 150-jährigen Bestehen mit einem großen Festabend.

    "Ich bin ungeübt in Begrüßungsreden", leitete Markus Weidinger, der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, den Galaabend ein. "Die wichtigsten Gäste zuerst", sei ihm geraten worden. "Die Wichtigsten sind heute die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden. Daher ihnen zuerst ein herzliches Willkommen!", fand er schließlich unter tosendem Applaus und zustimmendem Gelächter die Lösung. Er begrüßte aber nicht nur die Grafenrheinfelder Floriansjünger, sondern auch die Abordnungen der Patenwehren aus Bergrheinfeld, Geldersheim und Heidenfeld und ganz besonders die 30-köpfige Abordnung aus dem kroatischen Dugi Rat.

    Festrednerin Bürgermeisterin Sabine Lutz und die Grußredner folgten seinem Beispiel nur allzu gerne und ließen die vielen anwesenden Feuerwehrleute beiderlei Geschlechts hochleben. "150 Jahre Feuerwehr, das ist nicht nur ein zahlenmäßiges Jubiläum", leitete Lutz ihre Laudatio ein. Es sei auch ein Jubiläum, das aufzeige, wie weit die Gründer im Jahr 1869 gedacht hätten. Ihnen sei es darum gegangen, den Brandschutz in Grafenrheinfeld auf organisierte Füße zu stellen und auch den Helfern eine Ausbildung möglich zu machen. Bei einem Brand hätte zwar immer das ganze Dorf zusammen geholfen. Und doch würde Hilfe besser funktionieren, wenn man üben und sich vorbereiten könne. "Womit man ja auch Recht hatte!", rief sie aus. Aus dem reinen Brandschutz habe sich für die heutige Feuerwehr ein viel größeres Aufgabenspektrum mit zusätzlichen vielfältigen technischen Hilfeleistungen entwickelt.

    Sie dankte den Angehörigen der Feuerwehr für ihren Einsatz. "Während viele (. . .) abseits stehen, vor dem Fernsehapparat oder dem Computer sitzen und alle ihre großen und kleinen persönlichen Sorgen und Kümmernisse überbewerten, haltet Ihr euch zum steten Einsatz für die Gemeinschaft bereit und setzt sogar euer Leben und eure Gesundheit aufs Spiel." Sie appellierte, sich dem freiwilligen Einsatz für die Mitmenschen anzuschließen. Vor allem für die Jugend sei dies "wirklich eine große und erstrebenswerte Lebenshaltung".

    Wie groß der Dienst der Feuerwehren für die Allgemeinheit wirklich ist, bewies Kreisbrandrat Holger Strunk anhand einiger Zahlen aus 2018: 1143 Einsatzstunden bei 106 Einsätzen - ohne Ausbildung, Übungen und Wartungsstunden - habe die Grafenrheinfelder abgeleistet, im gesamten Landkreis seien es 38 599 Stunden bei 2593 Einsätzen, in Unterfranken 337 400 Stunden bei 31 400 Einsätzen gewesen.

    Weidinger und der neugewählte Kommandant Sven Schreiner nutzten das Jubiläum, um ganz besonderen Mitgliedern in Form von Ehrungen "Danke" zu sagen. Die erste Charge ging an die Mitglieder, die schon mindestens 50 Jahre der Feuerwehr angehören: Heinrich Wegner und Hermann Weth (beide gar 70 Jahre), Winfried Jessberger (65 Jahre), Robert Lutz, Fridolin Weth, Robert Gießübel, Hubert Berlenz und Hermann-Josef Wegner.

    Für besondere Verdienste wurden ausgezeichnet: Hermann Richler, Gerhard Treutlein, Ernst Pabst, Alfons Weth, Anton Gumbrecht, Klaus Weingart und Walter Wegner.

    Der Höhepunkt aber war die Ernennung von Otto Staat für 40 Jahre Mitgliedschaft, davon 30 Jahre in der Vorstandschaft und davon wiederum vier Jahre als Vorsitzender, zum Ehrenmitglied.

    Das Programm schlossen Schreiners Vorgänger Matthias Hübner und Ehrenkommandant Winfried Roßhirt mit einer Präsentation über 150 Jahre Grafenrheinfelder Feuerwehr. Die Besucher konnten sich zudem anhand einer Sammlung von 600 Dokumenten und Fotos über die Rafelder Wehr umfassend informieren. Diese ist auch Inhalt einer Chronik, die über die Feuerwehr verteilt wird.

    Der größte Schatz im Fundus von Roßhirt ist eine 120 Jahre alte Urkunde des "Bayerischen Landes-Feuerwehr-Ausschusses" vom 1. Januar 1899. Darin wird der Rafelder Wehr ihr Gründungsdatum amtlich bestätigt.

    Roßhirt beendete die Präsentation mit sehr emotionalen Abschiedsworten. "Ich habe mir vorgenommen, dass ich ab sofort Feuerwehrrentner sein werde", gab er sichtlich bewegt bekannt. Ganz wolle er sich aber nicht aus der Feuerwehr verabschieden. Gerne werde er zur Verfügung stehen, wenn sein Rat gewünscht werde.

    Unter großem Beifall ernannten der Vorsitzende des Feuerwehrvereins Markus Weidinger (rechts), Kommandant Sven Schreiner (links) und die zweite Vorsitzende Julia Lausenmeyer-Krönert Otto Staat zum Ehrenmitglied. Foto: Herbert Markert

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