• aktualisiert:

    Üchtelhausen

    Die Zukunft des Schweinfurter Oberlandes imFokus

    Allianzmanagerin Hannah-Rabea Grübl begleitete die Gruppe mit dem Themenschwerpunkt Tourismus, Naherholung und Kultur. Foto: Ursula Lux

    Es war die offizielle Auftaktveranstaltung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) für die sechs Gemeinden der Interkommunalen Allianz "Schweinfurter Oberland (SWOL)" Thundorf, Rannungen, Maßbach, Schonungen, Stadtlauringen und Üchtelhausen, zu der Bürgermeister und Allianzsprecher Matthias Klement (Maßbach) viele interessierte Bürger begrüßen konnte. Der Startschuss für das Projekt fiel bereits im Oktober 2018 und seitdem hat sich einiges getan. Bürgermeistergespräche, Bürgerbeteiligungen und die fachliche Analyse der Region durch die Planerteams GEO-PLAN, Schlicht Lamprecht Architekten und Dietz & Partner gehörten dazu.

    Man wolle mit ILEK den ländlichen Raum stärken, Synergien nutzen und den Zusammenschluss von Gemeinden fördern, betonte Gerald Kolb vom Amt für ländliche Entwicklung. Eng verzahnt sei das ILEK mit einem Daseinsvorsorgekonzept, durch das die Gemeinden wieder Fördergelder bekämen. Reinhard Hutzelmann (GEO-PLAN) stellte die Ergebnisse der Bürgerbefragung vor.

    Nahverkehr als Thema 

    Am meisten brennt den Einwohner des SWOL der öffentliche Nahverkehr auf den Nägeln. Dicht dahinter die Innenentwicklung. Rad- und Wanderwege, Senioren und Pflege sowie die Kommunikation folgen.

    Die Nahversorgung sei zufriedenstellend, erklärte Hutzelmann, allerdings nur, wenn man über ein Auto verfüge. Wirklich unterversorgt sei hier das Gebiet zwischen Ottenhausen, Reichmannshausen und Löffelsterz. Unzureichend ist die Versorgung mit Hausärzten und Apotheken. Sieht die Kassenärztliche Vereinigung pro 1671 Einwohner einen Arzt vor, so gibt es im Schweinfurter Oberland nur für 2350 Einwohner einen Arzt. Bei den Apotheken sieht es noch schlimmer aus.

    Flächendeckende Kinderbetreuung

    Nur in 16 von 40 Orten gibt es eine vollständige Mobilfunkversorgung, 24 Orte haben eine räumlich oder anbietermäßig eingeschränkte Versorgung und Sulzdorf und Ebertshausen gehen ganz leer aus. Gut sieht dagegen die flächendeckende Kinderbetreuung aus und auch Begegnungsstätten wie Pfarr- oder Vereinsheime und Gasthäuser sind, bis auf sechs Ausnahmen, in den Dörfern vorhanden.

    Am Beispiel von Poppenlauer zeigte Evi Mohr (Schlicht Lamprecht) die Dorf- und Siedlungsentwicklung auf. Gibt es noch eine Ortsmitte, sind Leerstände da, wie sind die Neubau- oder Gewerbegebiete angeschlossen, wie verlaufen Verkehrswege, das seien hier die Hauptfragen, erläuterte sie.

    Trend zum Bioanbau

    Valentin Dietz (Dietz & Partner) schließlich blickte auf die Entwicklung in der Land- und Forstwirtschaft. Hier erlebe man einen Strukturwandel, die Betriebe würden immer größer und vermehrt stellten Landwirte auf Bioanbau um. Auch der Landverbrauch durch Baugebiete schreite voran, in der Allianz allerdings "nicht übermäßig", so Dietz.

    Die Energieerzeugung in der Region durch Windenergie, Photovoltaik, Biomasse und Wasserkraft sei sehr gut. Man erzeuge mehr Energie als in der Region verbraucht würde, sagte er. Die Hauptprobleme, unter denen die Region klimamäßig leide, seien Starkregenereignisse und Stürme.

    An vier Themenstationen, Ortsentwicklung und Verkehr, Tourismus und Kultur, Versorgung und Soziales, sowie Land- und Forstwirtschaft, wurde anschließend rege diskutiert. Wobei so manch ein Teilnehmer bereits gut vorbereitet war und seine Wünsche ohne lange zu überlegen, auf die Karten für die Pinnwände übertrug. Unter den Anregungen viele alte Bekannte, wie beispielsweise die Forderung, die Kirchbergschule Üchtelhausen als Kultur- und Begegnungsstätte zu erhalten oder der Wunsch nach einem Lückenschluss im Wander- und Radwegenetz.

    QR-Codes gewünscht

    Aber auch modernisieren will sich die Region, so kam beispielsweise der Wunsch nach QR-Codes zur Information für Touristen und Einwohner. Mehr Kreisverkehr an neuralgischen Kreuzungen im Oberland wurde gefordert oder ergänzend zu den Mitfahrbänken eine Mitfahr-App. Statt Stromtassen dachten Bürger in Richtung eines interkommunalen Windparks und die Aussage von Dietz, dass die Region mehr Strom erzeuge, als sie verbrauche, wurde hinterfragt. Das Oberland sei "noch lange nicht energieautark", war an der Pinnwand zu lesen. Eines jedenfalls zeigte der Abend, die Zukunft des Schweinfurter Oberlandes liegt ihren engagierten Bürgern wirklich am Herzen.

    Der Themenschwerpunkt Dorfentwicklung und Verkehr begleitet von Evi Mohr (stehend) zog die meisten Teilnehmer an. Foto: Ursula Lux
    So manch einer hatte sich gut auf die Auftaktveranstaltung des ILEK vorbereitet und musste seinen Forderungskatalog nur noch auf die bereitgestellten Karten übertragen. Foto: Ursula Lux

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!