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    SCHWEINFURT

    Die dritte Säule der dualen Ausbildung

    Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung, wie hier im Bildungszentrum Schweinfurt, erweitert und vertieft die duale Ausbil... Foto: Julius Jessenberger

    Das neue Ausbildungsjahr läuft, und in den Handwerksbetrieben der Region beginnt für junge Menschen die berufliche Zukunft. Unter Anleitung von Betriebsinhabern, Meistern, Gesellen und Berufsschullehrern starten sie in das Berufsleben. „Wichtig ist, sie während der Ausbildung zusätzlich zu fördern“, so Roland Maul, Ausbildungsberater der Handwerkskammer Unterfranken in Schweinfurt. Nur ein qualifizierter Mitarbeiter könne ein guter Mitarbeiter sein, angesichts der demografischen Entwicklung und des Trends zum Studium werden vor allem engagierte Ausbildungsbetriebe gute Nachwuchskräfte finden und halten können.

    Grundlage dafür ist ist die Qualität der Ausbildung im Handwerk mit ihren Karrierewegen bis zur Meisterprüfung. Dazu gehört auch die dritte Säule, die neben Betrieb und Berufsschule ihren Platz in der dualen Ausbildung hat: die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU). Sie ergänzt und unterstützt die betriebliche Ausbildung vom ersten bis zum vierten Lehrjahr.

    „Für Azubis dient die ÜLU zunächst als Verbreiterung der beruflichen Grundbildung. In den Fachstufen erfolgt dann die Vertiefung und Intensivierung der Ausbildung. Die berufliche Kompetenz, die die Betriebe vermittelt haben, kann hier erprobt werden“, erläutert Maximilian Wächter von der Elektroinnung Schweinfurt. „Um junge Menschen umfassend auszubilden, ein einheitliches Niveau in der Ausbildung zu garantieren und regionale Unterschiede auszugleichen, brauchen wir die ÜLU als Bestandteil der dualen Ausbildung. Ziel ist, den Azubis einen betriebsunabhängigen Standard zu vermitteln“, ergänzt Ausbildungsberater Roland Maul.

    Betriebe sind verpflichtet, ihren Azubis die Teilnahme zu ermöglichen

    Die ÜLU ist verbindlicher Bestandteil der Ausbildung im Handwerk. Damit ist jeder Betrieb verpflichtet, seinen Azubis die Teilnahme zu ermöglichen. „Die Kurse sind mit Innungen und Fachverbänden abgestimmt und vom Berufsbildungsausschuss und der Vollversammlung der Handwerksammer für Unterfranken beschlossen“, so Roland Maul. Nach Eingang des Ausbildungsvertrags bei der Handwerkskammer und Registrierung in den Berufsschulen werden die Azubis automatisch zu den Lehrgängen eingeladen.

    Diese finden in Bildungseinrichtungen des Handwerks statt, die über moderne Werkstätten verfügen und markenübergreifend alle Techniken und die Theorie vermitteln. Lernaufträge werden moderierend begleitet, um die Selbstlernkompetenz zu fördern. Lernerfolgskontrollen geben Aufschluss über die Qualität der Ergebnisse.

    Die ÜLU wird aus verschiedenen Fördertöpfen unterstützt. Deshalb können die Kosten der Lehrgänge für Mitgliedsbetriebe niedrig gehalten werden. „So werden junge Menschen bei der beruflichen Grundausbildung unterstützt, außerdem ist Zeit, um auf Bedürfnisse des Einzelnen einzugehen“, erklärt Roland Maul. „Die ÜLU trägt dazu bei, dass die Qualität der Ausbildung gesichert und erhöht wird. Gleichzeitig werden Azubis kompetenter und sicherer. Das unterstützt den Ausbildungsaufwand im Betrieb“, lautet das Fazit.

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