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    Schweinfurt

    Die erste gymnasiale Kleidertauschparty am OMG

    Die erste Kleidertauschparty am OMG behandelte auch die Themen Nachhaltigkeit oder Ökologie. Foto: Carolin Sauer

    Fruchtspieße genießen, herumschlendern, gute Musik hören, Ausschau nach gebrauchten, aber schönen Klamotten halten – so sah laut einer Pressemitteilung ein Schultag am Olympia-Morata-Gymnasium (OMG) aus. Doch es steckte noch viel mehr dahinter als eine große Party. Alle Schülerinnen und Schüler setzten sich ganz praktisch mit den Themen nachhaltige Kleidung, Fair Fashion und soziale sowie ökologische Standards in der Textilindustrie auseinander. Mit viel Liebe zum Detail entstand ein bunter Aktionstag.

    Federführend vorbereitet wurde die Veranstaltung von den beiden Lehrerinnen Carolin Sauer und Elisabeth Seyschab, die bei der Durchführung tatkräftig von den Mitgliedern des großen Fairtrade-Teams der Schule unterstützt wurden. Beratend zur Seite stand ihnen dabei Florian Meier vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Er war einer der Ideengeber für diesen Aktionstag und brachte die Erfahrung von „kross – Junge Kirche Schweinfurt“ ein, denn auch kross veranstaltet seit mehreren Jahren Kleidertauschpartys bei sich.

    Die bange Frage, die sich die Organisatoren im Vorfeld stellten, war jedoch, ob ein Event, zu dem normalerweise um die 50 Personen kommen, auch mit über 500 Schülerinnen und Schülern funktioniert. Wie sich aber herausstellte, waren die Sorgen dank Gruppeneinteilung unbegründet. Alles klappte reibungslos. Nachdem jeweils zuerst eine halbe Stunde durch einen Film und ein Statement auf das Thema eingestimmt worden war, hatten alle anschließend noch genug Zeit, in einer großen Auswahl neue Klamotten zu finden. Diese wurden in den Tagen und Wochen vor der Veranstaltung von den Kindern und Jugendlichen beim Organisationsteam abgegeben. Damit war bereits eine erste kleine Hausaufgabe erledigt. Denn die Schülerinnen und Schüler mussten schließlich ihren eigenen Kleiderschrank inspizieren und reflektierten somit automatisch ihren eigenen Konsum: Es galt, schöner Second-Hand-Mode einen neuen Wert zu geben.

    Neben dem Herzstück des Aktionstages, dem Tauschen von Kleidern, war jedoch noch viel mehr geboten, durch das das Profil des Olympia-Morata-Gymnasiums als Fairtrade-Schule klar erkennbar wurde. Durch die Mitarbeit engagierter Lehrkräfte haben verschiedene Klassen Info-Stände und Workshops vorbereitet. Dort gab es viel Wissenswertes rund um das Thema Wolle, sowohl vom Schaf als auch von der Pflanze, oder es wurde die globalen Vernetzung anhand der „Weltreise einer Jeans“ und anhand anderer „One World“-Aspekte verdeutlicht. Die Vor- und Nachteile des neuen, staatlichen Siegels „Der grüne Knopf“ wurden dargelegt und das eigene Wissen über die verschiedenen Siegel zu ökologischen und sozialen Standards bei Kleidungsstücken konnte getestet werden. Großer Beliebtheit erfreute sich auch der Stand zum „Upcycling“, denn dort wurden aus alten Stoffresten spielerisch neue, schicke Designs entworfen.

    Ebenfalls aktiv werden konnten die „Partygäste“ am Infostand der Rot-Kreuz-Läden. Hierfür brachte Sabine Ruß vom Roten Kreuz originale Säcke von der Kleidersammlung mit. Die Schülerinnen und Schüler konnten dort selbst sortieren und entscheiden, was davon wie weiter verwendet wird. Dabei erfuhren sie ganz nebenbei, welche Verwertungsmöglichkeiten es gibt, vom Verkauf in Second-Hand-Geschäften bis hin zur Ausgabe in Kleiderkammern für Bedürftige und der Weiterverwendung als textiler Rohstoff beispielsweise in der Industrie. Die bisher nicht getauschten Kleider freuen sich noch zwei Wochen in den Räumlichkeiten des OMG auf neue Besitzer. Danach werden sie als Spende dem Roten Kreuz für die weitere Verwendung zur Verfügung gestellt.

    Bearbeitet von Helmut Hickel

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