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    Gerolzhofen

    Diesmal keine Sabotage: Maisernte ohne Zwischenfälle

    Die Maisernte im Raum Gerolzhofen verlief in diesem Jahr reibungslos. Foto: Klaus Vogt

    Die diesjährige Mais-Ernte auf den Feldern der Region ist so gut wie abgeschlossen. Die Landwirte können aufatmen. Alles klappte reibungslos. Der unbekannte Täter, der im vergangenen Jahr durch zahlreiche Sabotageakte mit an die Pflanzen gebundene Schrauben die Landwirte in Lebensgefahr  gebracht hatte, ist heuer nicht in Erscheinung getreten. 

    Erstmals war es auf einem Maisacker des Frankenwinheimer Landwirts Dominik Keller am südlichen Stadtrand von Gerolzhofen direkt neben dem Nützelbach am 14. August 2018 zu einem Zwischenfall gekommen: Der Mitarbeiter eines beauftragten Lohnunternehmens war mit dem großen Häcksler erst wenige Minuten auf dem Feld unterwegs, als es in der Maschine einen großen Knall gab. Der Häcksler hatte irgendeinen harten Gegenstand aufgenommen und ins Innere zu der Messerwalze transportiert, die direkt unter der Fahrerkabine mit mehreren Tausend Umdrehungen in der Minute rotiert. Der Schaden an der Maschine war mit 7000 Euro erheblich. Die Ernte musste erst einmal abgebrochen werden.

    Metall und Altöl

    Bei der Suche nach der Ursache für den Schaden am Häcksler wurden Dominik Keller und sein Vater Josef schnell fündig. Sie trauten ihren Augen nicht: Sie entdeckten auf ihrem Acker, nur ein paar Schritte vom vorbeiführenden Feldweg entfernt, verschiedene Metallteile, die am Stiel der Maispflanzen oder direkt an den Maiskolben festgebunden waren. In einigen Äckern waren – das stellte sich erst später heraus – außer den Metallteilen auch noch Plastikflaschen mit Altöl aufgehängt worden.

    In den folgenden Wochen fuhr bei den Landwirten während der Maisernte stets die Angst mit. Denn Metallteile, die in die Messerwalze eines Hochleistungshäckslers geraten, können sich in höchstgefährliche Geschosse verwandeln, die die Fahrerkabinen von Häcksler und Traktor durchschlagen und so die Landwirte in akute Lebensgefahr bringen. In den folgenden Tagen kam es auf anderen Maisfeldern rund um Gerolzhofen zu weiteren Beschädigungen von Häckslern. Es gab mindestens 14 Attentate, in mehreren Fällen konnten Landwirte die Metallteile schon vorab entdecken. Glücklicherweise wurde bei den Anschlägen niemand verletzt. 

    Florian Keller, der Bruder von Dominik Keller, saß im vergangenen Jahr auf dem Traktor, der parallel zum Häcksler den großvolumigen Anhänger zieht, als das erste Attentat geschah. „Wenn Metallteile in den Häcksler geraten, dann fliegen die Splitter wie Geschosse durch die Gegend“, sagte er damals. Dann sei auch er als Fahrer des nebenan fahrenden Traktors im höchsten Grad gefährdet. „Für mich ist das ein vorsätzlicher Mordversuch.“ 

    Äcker abgesucht

    Auch bei der diesjährigen Ernte half Florian Keller wieder mit. "Mein Bruder hat vorsichtshalber vorher die Äcker abgesucht", berichtet er. Die Erleichterung war spürbar, als man nichts fand. Auch bei den anderen Landwirte der Region habe es keine Vorkommnisse gegeben. Dies bestätigt auch Jochen Belz, der Pressesprecher der Polizeiinspektion Gerolzhofen. Inzwischen ist die Ernte weitestgehend abgeschlossen. Ohne Attentate.

    Im vergangenen Jahr hatte die Polizei die Metallteile und die Flaschen mit Altöl als Beweismittel gesichert. Die sichergestellten Gegenstände wurden zur Untersuchung an das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) in München geschickt, wo Spuren gesichert wurden. "Der Täter ist bislang noch nicht ermittelt", berichtet Jochen Belz.

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