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    Werneck

    Diskussion um das Aufgabenprofil des Ehrenamts

    Einen Schritt weiter ist die Gemeinde bei der Bestellung eines gemeindlichen Behindertenbeauftragten. Nachdem das Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung zum dritten Mal auf der Tagesordnung stand, zeigte sich das Gremium bei einer Gegenstimme grundsätzlich damit einverstanden, das Ehrenamt eines gemeindlichen Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderung einzurichten. Außerdem stimmte der Rat einer Ausschreibung des Ehrenamts im Amtsblatt der Gemeinde zu.

    Mit einem Antrag zur Geschäftsordnung war die Debatte bei der letzten Dezember-Sitzung wegen der vorgerückten Stunde beendet worden. Eine rege Diskussion lieferten sich auch diesmal einige Räte mit Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl, weil sie der Meinung waren, dass vor einer Ausschreibung ein Anforderungs- und Wunschprofil für das Amt sinnvoll wäre, wie es Peter Vanselow formulierte. Eine solche Stellenbeschreibung könnte deutlich machen, "was wir erreichen wollen" und den Rahmen abstecken. Das müsse auch ein Bewerber im Vorfeld wissen, meinte Harald Simon.

    Betroffene besser einbinden

    Zu den Vorgaben rechnete Baumgartl, dass ein solcher Beauftragte ein Anhörungs- und Antragsrecht im Gemeinderat habe und als Bindeglied zwischen Ratsuchenden und der Gemeinde als auch Behörden fungiert. Es gehe um die bessere Einbindung der Betroffenen. Manche Gemeinden hätten beispielsweise Sprechstunden eingerichtet. Die genauen Aufgaben sollten zusammen mit potenziellen Interessenten abgesteckt werden, sagte Baumgartl. Auch bei der Bestellung der Jugendbeauftragten sei offen gelassen worden, wie sie ihr Amt ausfüllen.

    "Nicht komplizierter machen, als es ist", war die Meinung von Stephan Schäflein. "Wir brauchen keine konkreten Vorgaben", befand auch Jürgen Niesner. Vielmehr müsse ein Bewerber seine Persönlichkeit ins Ehrenamt einbringen und seine Schwerpunkte selbst finden können. Wichtig sei, dass er von Menschen mit Behinderung akzeptiert werde. Zudem gäbe es Schulungen und runde Tische am Landratsamt mit den Beauftragten aus den Gemeinden, sagte Baumgartl. Das stärke, gäbe Anregungen und erfülle das Ehrenamt zusätzlich mit Leben.

    Aktuelle Zahlen aus der Statistik

    Wie in den Vorjahren legte die Bürgermeisterin dem Gemeinderat zum Jahresbeginn wieder die aktuellen statistischen Zahlen der Marktgemeinde vor. Demnach nahm die Einwohnerzahl 2019 um 22 auf 10 337 zu. Das größte Plus verzeichneten Werneck (29), Schleerieth (10) und Stellbach (9). Die meisten Einwohner verloren Rundelshausen (13) und Zeuzleben (9). 100 Geburten standen 134 Sterbefälle in der Gemeinde gegenüber.

    Drei Bauanträge für Einfamilienwohnhäuser in Schraudenbach ("Am Zwirn") und in Werneck ("Am Binsen III") fanden die Zustimmung des Gemeinderates. Erforderlich waren meist zahlreiche Befreiungen von den Festsetzungen der Bebauungspläne. Nicht zugestimmt wurde dagegen dem Bauantrag für ein Zweifamilienwohnhaus mit Bürogebäude im Außenbereich von Ettleben. Da es sich um einen landwirtschaftlicher Betrieb handelt, ist das Vorhaben zwar privilegiert. Zulässig sei aber nur ein Wohnhaus für den Betriebsinhaber, sagte Baumgartl. Ein vom Landratsamt Ende 2018 genehmigter Vorbescheid gelte ebenfalls nur für den Bau eines Einfamilienwohnhauses.

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