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    Dittelbrunn

    Dittelbrunn auf dem Weg zur "Fair Trade Town"

    Wie schafft man es, globalen fairen Handel und Regionalität miteinander zu verbinden? Dagmar Aberle hat privat eine Lösung gefunden: Derzeit züchtet sich die Geschäftsleiterin der Gemeinde aus einem keimenden Mango-Kern ihr eigenes Tropenbäumchen. Schon im Juli hat die SPD/SBD-Fraktion einen Antrag gestellt, wonach sich Dittelbrunn an der internationalen Kampagne "Fair Trade Towns" beteiligen soll, mit dem Ziel, als "Fair Trade-Kommune" anerkannt zu werden.

    Dazu müssten in Ratssaal und Bürgermeister-Büro Kaffee und ein weiteres Produkt aus fairem Handel verwendet werden. Ebenso zählt eine lokale Steuerungsgruppe als Kriterium. In lokalen Geschäften, Cafés oder Restaurants müssten entsprechende Produkte angeboten werden, ebenso in Schulen, Vereinen oder Kirchenorganisationen. Hinzu kämen Bildungsaktivitäten und eine Begleitung durch Amtsblatt und "Social Media". Vorbilder sind dabei Stadt, Landkreis und die Gemeinde Werneck.

    Rainer Patzke stellte für den Antragsteller das Konzept am Ratstisch vor. Seitens der Kirchengemeinden werden bereits Fairtrade-Produkte genutzt: "Ich könnte es mir vorstellen, dass es auch im Rathaus unproblematisch ist." Das Projekt wäre eine gute Ergänzung zu bereits getroffenen Umweltschutzmaßnahmen oder dem Dittelbrunner grünen Plan "Pro Klima".

    Antrag gebilligt

    "Ich stehe dazu", begrüßte Bürgermeister Willi Warmuth die Initiative, wünschte sich aber die gleiche Gewichtung des Themas Regionalität. Die Gemeinde nutzt unter anderem bereits Apfelsaft von den eigenen Streuobstwiesen. Es sollte entsprechend nicht nur um Fair Trade-Kaffee gehen. Dass dessen Konsum im Rathaus schon einmal aus Preisgründen gescheitert sei, diesen Einwand von Lukas Hartung wollte Warmuth nicht stehen lassen. Ansonsten sah der Bürgermeister einen Schritt in die richtige Richtung. In Verbindung mit der Förderung von Regionalität wurde der Antrag gebilligt.

    Skepsis bei Klimaschutz-Manager

    Mehr Skepsis gab es bezüglich der Schaffung der Stelle eines Klimaschutz-Managers,  die vom Bundesumweltministerium gefördert werden würde. Dieser wäre unter anderem mit der Erstellung eines lokalen Klimaschutz-Gesamtkonzepts befasst. Heike Munz, Heike Prescher und Lukas Hartung verwiesen auf die Interkommunale Allianz, die sich die Stelle teilen könne. "Wir haben die Bürgerenergiegenossenschaft", meinte Franz Geus, der auch sonst etwas aus dem Fahrwasser von Greta Thunberg ausscheren wollte und vor Folgekosten warnte. Der Bürgermeister habe sich bereits intensiv mit der Materie beschäftigt, für den "Grünen Plan" werde eine eigene Projektgruppe ins Leben gerufen. Letztlich sei Klimaschutz eine staatliche Aufgabe, war er sich mit Lukas Hartung einig: "Wenn Bolsonaro den brasilianischen Regenwald plattmacht, ist das, was wir machen, nur ein Fliegenschiss an der Wand".

    Zuschuss-Modalitäten klären

    Für Willi Warmuth machen in Summe allerdings auch viele "kleine Flecken" Sinn. Matthias Windsauer verwies auf den Vorbildcharakter der Gemeinde. Ein Blick von außen sehe mitunter mehr. Rainer Patzke wünschte sich zumindest einen Grundsatzbeschluss. Udo Jablonski zweifelte am Nutzen: Ein Klimaschutzmanager gebe lediglich Empfehlungen. Jürgen Markert fragte nach Besoldungsgruppe und Förderung. Die Zuschuss-Modalitäten sollen nun beim "Projektträger Jülich" geklärt werden, im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Umweltministeriums. Desweiteren beschloss der Rat, alle Dächer öffentlicher Gebäude auf mögliche Begrünung und Anbringung von Photovoltaikanlagen überprüfen zu lassen.

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