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    Dittelbrunn

    Dittelbrunn baut Infrastruktur auf und Schuldenberg ab

    Dittelbrunn hat derzeit einige Baustellen, wie hinter der Grundschule am Sonnenteller, wo ein weiterer Kindergarten entstehen soll. Foto: Uwe Eichler

    "Wir diskutieren heute über 25 Millionen Euro", sagte Bürgermeister Willi Warmuth bei der Verabschiedung des Dittelbrunner Haushalts 2019. Genau genommen geht es um 16,8 Millionen Euro im Verwaltungshalt und 7,8 Millionen Euro im Vermögenshaushalt, der die Investitionsvorhaben widerspiegelt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Haushaltsvolumen noch einmal gestiegen: um fast eine Million Euro im Verwaltungs-, um einige hunderttausend Euro im Vermögensbudget. Die Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt beträgt rund 1,4 Millionen Euro.  

    Die Gemeinde ist dabei, fortlaufend Schulden abzutragen. Lagen die Verbindlichkeiten zu Jahresbeginn noch bei 5,1 Millionen Euro, sollen sie gegen Jahresende auf etwas über 4,7 Millionen Euro verringert werden: Damit sinkt die Pro-Kopf-Verschuldung von 693 Euro auf 640 Euro, der Landesdurchschnitt liegt bei 695 Euro. Bis 2022 soll die Schuldenlast 3,5 Millionen Euro betragen.

    Habe man früher noch eine halbe Million Euro jährlich an Zinsausgaben leisten müssen, seien es derzeit noch 80 000 Euro, so Kämmerin Jessica Kneyer: "Das ist schon ein Wort." Dittelbrunn bleibt dabei abhängig von guten Steuereinnahmen. Zuletzt sah es noch erfreulich aus: Allein die 4,85 Millionen Euro Einkommenssteuer-Beteiligung sind um 300 000 Euro gestiegen. Bei den Rücklagen gibt es ein "Nullsummenspiel": Die vorhandenen knapp 2,8 Millionen Euro sollen investiert, aber auch wieder 2,5 Millionen Euro zurückgelegt werden. Unklar ist die Auswirkung der neuen Umsatzsteuer-Regelung für Kommunen. Kita-Eltern dürfen sich über 100 Euro monatlichen Zuschuss vom Staat für die Kinderbetreuung freuen.

    Foto: Marina Weigand

    Einige Großprojekte stehen an: der neue Kindergarten Dittelbrunn, die Erschließung des Baugebiets "Grund", die Erweiterung des Baugebiets Pfändhausen, die Sanierung der dortigen Barockkapelle und eine zweite Turnhalle für Hambach. Ob nicht eher damit zu rechnen sei, dass die Schulden wieder steigen würden, fragte Rainer Patzke. "Nach dem heutigen Kenntnisstand nicht", meinte die Finanzverwalterin vorsichtig.

    Haushalt "ohne Bauschmerzen" verabschiedet

    Für Peter Härterich hat vor allem die Straßensanierung Dringlichkeit. Lukas Hartung sprach von einem mancherorts "katastrophalen Zustand", etwa am Hambacher Rotweg. "Wir sitzen auf einem Pulverfass, was Straßen und Kanäle angeht", formulierte es Franz Geus. Erforderlich sei ein Gesamtkonzept, meinte die Kämmerin. Warmuth verwies auf das Problem der weggefallenen Straßenausbaubeiträge. Man werde einmalig 65 000 Euro vom Staat erhalten. Die Gemeinde hofft auf weitere Zuschüsse und Synergieeffekte bei Kanal- und Straßenarbeiten. Zeitnah angegangen werden soll die große Hambacher Ringstraße, 20 000 Euro sind an Planungskosten eingestellt.

    Auch das Hallenbad bleibt defizitäres Sorgenkind. Lukas Hartung erinnerte daran, dass die Kosten von etwa 300 000 Euro in Zukunft weiter steigen werden. Jürgen Markert fragte nach dem Fahrradweg Holzhausen-Maibach. Dafür sind 20 000 Euro eingeplant.

    Den Haushalt könne man ansonsten "ohne Bauchschmerzen" verabschieden, resümierte Warmuth. Die Leistungsfähigkeit der Gemeinde bleibe gewahrt, ohne Neuverschuldung. Gleichzeitig seien in den nächsten Jahren 30 Millionen Euro im Hochbaubereich eingeplant: "Im Tiefbau wird es ähnlich aussehen". Der Dank von Heike Munz (Freie Wähler), Peter Härterich (SPD/SBD), Jürgen Markert (UF) und Wolfgang Fuhl (CSU) galt der Arbeit der Finanzverwaltung. Marion Hofmann dankte ebenfalls für die gute Vorarbeit, fand aber auch kritische Worte, angesichts einer kleinen Runde bei einer der "wichtigsten Sitzungen des Jahres". Das Budgetwerk wurde bereits nach anderthalb Stunden einstimmig verabschiedet.

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