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    Dittelbrunn

    Dittelbrunn hat einen eigenen "EnergieMonitor"

    Leuchtendes Beispiel für die lokale Energiewende(von links): Frank Schneider, Kommunalbetreuer des Bayernwerks, Dagmar Aberle, Geschäftsleiterin der Gemeinde Dittelbrunn, Bürgermeister Willi Warmuth, sowie Bernd Göttlicher, Leiter des Bereichs "Kommunen und Kooperationen" Unterfranken, vor dem neuen EnergieMonitor. Foto: Uwe Eichler

    "Wir haben heute einen glücklichen Tag", sagt Bürgermeister Willi Warmuth und schaut entspannt auf den großen blauen Bildschirm am anderen Ende seines Schreibtischs: "Die Sonne scheint, der Wind weht". Rein rechnerisch ist die Gemeinde Dittelbrunn in diesem Moment energieautark.

    Der "EnergieMonitor" zeigt nicht nur 100 Prozent Versorgung aus alternativen Energiequellen an, sondern sogar eine Überproduktion: 80 Kilowattstunden werden ins öffentliche Netz eingespeist. Auch Bernd Göttlicher, beim Energieversorger Bayernwerk Leiter des Bereichs "Kommunen und Kooperationen" Unterfranken,  sowie  Kommunalbetreuer Frank Schneider schauen gebannt auf den Stromfluss. Der Saft, der hier bildlich fließt, stammt meist aus Windkraft und von Photovoltaikanlagen. Der Bürgermeister hat die lokale Energiewende gleich doppelt im Blick: auf seinem Haus, in Sichtweite, glänzen ebenfalls die Solarpaneele.

    Alle Viertelstunde werden die Daten auf dem Monitor erneuert. Seit 30 Tagen gibt es die Online-Anzeige schon, im Schnitt kamen 43 Prozent der Energie aus "grüner und regionaler Erzeugung". Die Biogasanlage ist allerdings noch unter "weitere Erzeuger" aufgelistet, zu denen unter anderem Blockheizkraftwerke zählen. Bayernwerk will erst das OK zur Veröffentlichung der Werte abwarten. Die Firma zeigt sich in der Pressemitteilung begeistert von der Dittelbrunner Vorreiterrolle: "Als erste Kommune in Unterfranken behält die Gemeinde künftig Energieerzeugung und -verbrauch vor Ort mit dem innovativen Online-Tool der Bayernwerk Netz GmbH (Bayernwerk) im Blick." Sie steuere damit einen klaren Kurs auf die erfolgreiche Energiewende. Die großen Anlagen schicken Daten über das Internet, bei den Kleinerzeugern wird ein Mittelwert eingespeist.

    Bewusstsein für die Energiewende schaffen

    "Es geht um Transparenz, darum, ein Bewusstsein für die Energiewende zu schaffen", sagt Kommunalbetreuer Frank Schneider im Rathaus. Deren Stand könne nun quasi "live" mitverfolgt werden. Drei Pilotkommunen haben zusammen mit dem Bayernwerk das Projekt entwickelt: die Gemeinde Furth und Markt Altdorf (beide Niederbayern) sowie Schrobenhausen in Oberbayern.  Ziel ist die Schaffung eines regionalen Strommarkts unter den 1200 Partnerkommunen: "Lokal erzeugter Strom, am besten direkt vom Nachbarn": das ist die Vision von Bernd Göttlicher.

    Auch die Verbraucherseite wird auf dem "Dashboard" angezeigt: Privathaushalte, Gewerbetreibende und die Gemeinde selbst, die immerhin ein eigenes Schwimmbad heizen muss, mit Sauna.  Auch die aktuellen Wetterdaten sind verfügbar, dank der Firma "Dark Sky": die Wetterfrösche aus den USA sind dafür bekannt, für Vorhersage-Apps die unterschiedlichsten Datenquellen zu benutzen, unter anderem Smartphone-Barometer der Nutzer. Willi Warmuth ist sich bewusst, dass nicht immer Sonnenschein und Frühlingswind herrschen wird, auch wenn im Herbst zumindest der Wind stärker bläst: "Im Winter gibt es schon mal Dunkelflaute."

    Während die Zuschauer den Strom der Energiedaten verfolgen, darf ein wenig gefachsimpelt werden: Über die Speichertechnik etwa, die dem System momentan noch fehlt, und vielleicht mit "Power to Gas", der Speicherung von Energie in Wasserstoff oder Methan, bewältigt werden könnte. Außer im Foyer des Rathauses ist der Energiemonitor für den Bürger auch online einsehbar, unter www.dittelbrunn.de/bayernwerk.

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