• aktualisiert:

    Donnersdorf

    Donnersdorf: Warum die Feuerwehr an einem neuen Testfahrzeug übt

    Der Feuerwehr Donnersdorf wurde von Daimler-Benz ein Nullserienfahrzeug zur Verfügung gestellt. Foto: FFW Donnersdorf

    Im Jahr 2018 gab es in Deutschland insgesamt 2 636 468 Straßenverkehrsunfälle. Auch die Freiwillige Feuerwehr Donnersdorf rückt in ihrem Zuständigkeitsbereich immer wieder bei Verkehrsunfällen aus, da ihr Löschfahrzeug mit einem hydraulischen Rettungssatz bestehend aus Schere, Spreizer und Rettungszylinder ausgerüstet ist.

    Für solche Einsätze muss natürlich auch geübt werden. Einmal im Quartal wird das Zertrennen eines Autos am Übungsplatz trainiert. Meist sind die Übungsautos ausrangierte Vehikel, um die 20 Jahre alt und mit nur wenigen oder überhaupt keinen Airbags ausgestattet. Aber ist das die Realität? Der Donnersdorfer Feuerwehrkommandant Matthias Krüger sagt: "Nein. Im heutigen Straßenverkehr gibt es durch Abwrackprämien und anderen lukrativen Aktionen sehr viele Neuwagen."

    Und bei diesen Fahrzeugen neueren Fabrikats gibt es bei Rettungseinsätzen durch die Feuerwehr viel mehr zu beachten als bei älteren Pkw. Neue Modelle haben zahlreiche Airbags verbaut mit gleich mehreren Gasgeneratoren. Die Karosserieverstärkungen des Seitenaufprallschutzes stellen auch für das hydraulische Rettungsgerät der Feuerwehr eine Herausforderung dar.

    Um eine realistische Verkehrsunfall-Situation, wie sie sich der Feuerwehr tagtäglich bieten kann, nachzustellen, suchte Kommandant Krüger nach Fahrzeugherstellern, die eine solche Übung ermöglichen können. Die Freude war groß, als nach kurzer Korrespondenz eine Zusage von Mercedes-Benz kam, der Feuerwehr ein Nullserienfahrzeug zur Verfügung zu stellen. Ein so genanntes Nullserienfahrzeug ist ein Testfahrzeug, das nicht für den Verkauf bestimmt ist.

    Am Ende der Übung: Das Nullserienfahrzeug wurde mit Schere und Spreizer intensiv bearbeitet, um die Rettung von Verunglückten nach Verkehrsunfällen zu üben. Foto: FFW Donnersdorf

    Schon eine Woche später konnte der Mercedes Benz CLS 350 in Illingen abgeholt werden.
    In einer mehrstündigen Übung wurde mit dem Nullserienfahrzeug, das einen Listenpreis von knapp 80 000 Euro hat, an einem Samstagvormittag geübt. Mit dem neuen hydraulischen Rettungssatz und der durch den Förderverein angeschafften Säbelsäge war es kein Problem das Fahrzeug zu öffnen. Es wurden verschiedenste Rettungsmöglichkeiten durchgespielt. Besonderes Augenmerk lag dabei auf den acht Airbags im Fahrzeug, die alle noch intakt waren. Der Einsatzleiter wurde durch eine Rettungskarten-App auf dem Einsatztablet unterstützt.

    Die Feuerwehr Donnersdorf hatte zu dieser Übung auch Kameraden aus Gerolzhofen mit ihrem Rüstwagen RW 2 eingeladen, um dieses außergewöhnliche Übungsobjekt möglichst vielen Feuerwehrkameradinnen- und kameraden zugänglich zu machen.

    Bearbeitet von Klaus Vogt

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!