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    SCHWEINFURT

    Dramatische Gewitternacht: Starkregen lässt Keller in Eßleben volllaufen

    Der Sommer 2018 und die schweren Gewitter: Dieses Mal traf es Eßleben. Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war für die betroffenen Anwohner im Bereich Raffeisenstraße, Am Rainlein, Wiesenloch, die sie so schnell nicht vergessen werden.

    Zwischen 2 und 5 Uhr regnete es so stark, dass die Keller voll liefen und die Feuerwehren und das Technische Hilfswerk mit insgesamt 70 Einsatzkräften vor Ort Schwerstarbeit leisten mussten. 1900 Sandsäcke wurden in Windeseile entlang der betroffenen Grundstücke gestapelt, um das Schlimmste zu verhindern.

    Samstagmorgen kann man nicht glauben, was in der Nacht auf Freitag passiert ist. Blauer Himmel, die Sommer-Sonne lacht auch über Eßleben. Doch die braun verschlammte Wiesloch Straße sowie die ebenfalls betroffene Raiffeisenstraße sowie Am Rainlein zeigen das Ausmaß des Gewitters, die Anwohner sind damit beschäftigt, ihre Keller auszuräumen, die Schäden zu dokumentieren, die mehrere zehntausend Euro betragen. „So etwas haben wir noch nie erlebt“, erzählt der Eßlebener Feuerwehrmann und Schriftführer Manuel Rumpel.

    Auch die älteren Feuerwehrleute und Landwirte im Ort, die Wetterkapriolen zu Genüge kennen, könnten sich an ein so heftiges Gewitter mit so viel Regen in so kurzer Zeit wie am Freitag nicht erinnern, so Rumpel. „1963 gab es mal etwas Ähnliches, das war nach der Schneeschmelze, aber nicht so schlimm wie jetzt.“

    85 Liter pro Quadratmeter

    „Zwischen 2 und 5 Uhr hat es durchgehend geregnet“, erinnert sich Rumpel, der mit seinen Kollegen der Eßlebener Wehr um 3 Uhr zum ersten Einsatz gerufen wurde, als ein Keller in der Mühlhäuser Straße voll gelaufen war. Anwohner berichteten, dass insgesamt 85 Liter Wasser pro Quadratmeter gemessen wurden. Beim Unwetter in Herlheim am Donnerstagnachmittag waren es 60 Liter/Quadratmeter. Nach dem Auspumpen des ersten Kellers mussten sieben weitere von der Feuerwehr mit Wassersaugern und Tauchpumpen vom Wasser befreit werden. „Das ist so schnell gekommen, da hatte man keine Chance“, so Rumpel.

    Um 6 Uhr wurde es noch mal hektisch

    Gegen 6 Uhr Morgens bei der Einsatzbesprechung dachte man, das Schlimmste sei überstanden, doch dann spitzte sich laut Rumpel die Lage im Bereich Raiffeisenstraße und Am Rainlein wieder dramatisch zu. Dort trafen nämlich allmählich Wassermassen der in Opferbaum geregneten 120 Liter pro Quadratmeter ein, so dass Kommandant und Einsatzleiter Winfried Keller nach Rücksprache mit Kreisbrandrat Holger Strunk umgehend die Anwohner warnte und vom THW Gerolzhofen und Schweinfurt 1200 Sandsäcke angefordert wurden.

    Außerdem verständigte die Integrierte Leitstelle Schweinfurt die Feuerwehren Niederwerrn, Oberwerrn, Euerbach und Geldersheim, um im Kreisbauhof Niederwerrn weitere 700 Sandsäcke mit der Sandsackfüllmaschine des Landkreises zu befüllen.

    Durch die Feuerwehren Eßleben, Mühlhausen und Werneck, des Technischen Hilfswerks aus Schweinfurt und Gerolzhofen sowie der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UGÖEL) half man an 19 verschiedenen Einsatzstellen den Anwohnern. Eine Umweltverschmutzung durch einen vom Aufschwimmen bedrohten Heizöltank wurde durch zwei starke Hochwasserpumpen gerade noch verhindert. Ab 10 Uhr am Freitag mussten auch in der Straße Wiesenloch Sandsäcke an den Grundstücken ausgelegt werden.

    Bürgermeisterin vor Ort

    Während des Einsatzes waren auch die Wernecker Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl und der Katastrophenschutzsachbearbeiter Roland Rost vor Ort. Landrat Florian Töpper wurde telefonisch informiert. Die Bevölkerung versorgte die Einsatzkräfte mit warmen Getränken und Brotzeit, so Rumpel, der die„sehr positive Zusammenarbeit zwischen Feuerwehren und THW“ hervorhob.

     

    Elf Stunden waren die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute insgesamt im Einsatz. Damit nicht genug: Als sich am Freitagvormittag die Lage stabilisiert hatte, wurden die Feuerwehrleute aus Eßleben und Werneck nur eine halbe Stunde nach Rückkehr in ihre Feuerwehrhäuser zu einem Verkehrsunfall zwischen Eßleben und Rieden gerufen. Ein Autofahrer hatte ein anderes Fahrzeug beim Abbiegen übersehen. Glücklicherweise gab es nur Leichtverletzte und die Feuerwehr konnte sich auf das Abbinden von ausgelaufenem Öl und Betriebsstoffen konzentrieren.

    Sandsäcke in Mühlhausen gebraucht

    Als gegen 11 Uhr am Freitag die Pegelstände in Eßleben wieder rückgängig waren, mussten laut Manuel Rumpel die Sandsäcke bereits nach Mühlhausen weitertransportiert werden, denn dahin floss das Wasser aus Eßleben durch den Bachlauf ab. Auch dort waren die Feuerwehren Mühlhausen, Zeuzleben, Schraudenbach und Werneck sowie das THW und die UGÖEL (Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung) im Einsatz, um vor allem die Gebäude an der alten Mühle zu schützen.

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