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    LÜLSFELD

    Drei Oldtimer-Freunde leben ihren Traum

    Am Sonntagabend verabschiedete Bürgermeister Wolfgang Anger vor dem Lülsfelder Sportheim offiziell die drei Initiatoren des „Oldtimer-Schlepper-Kartell Lülsfeld“: Otmar Haubenreich, Robert Landauer und Reinhard Peppel fahren mit historischen Traktoren zum Großglockner.

    Der Bürgermeister wünschte eine gute Fahrt und gab dem Trio drei Aufkleber mit dem Lülsfelder Gemeindewappen und drei kleine Weihwasserfläschen mit. „Den Schnaps bekommt ihr erst, wenn ihr wieder zurück seid.“ Reinhard Peppel formulierte den Satz „Pferde, in Gott?s Namen hüoh“, der früher bei den Pferdegespannen zur Ernte üblich war, um zum „Dieselrösser, in Gott?s Namen hüoh!“ Zur offiziellen Verabschiedung spielte die Lülsfelder Blaskapelle unter der Leitung von Ullrich Schemmel. Am Sonntagmorgen zum Schluss des Gottesdienstes hatte Vikar Kai Söder bereit gesagt: „Wir wünschen unseren Fernreisenden Gottes Segen und gutes Wetter für ihre Fahrt zum Großglockner.“

    Segen zum Start

    Am Montagfrüh zum Start pünktlich um 8 Uhr segnete der Vikar dann die Fahrer und ihre Traktoren. Um 8.10 Uhr brach das Trio auf. Die drei Bulldog-Freunde setzen nun ihren lang gehegten Traum in die Tat um. Unter dem Motto „Auffi muas i…“ reisen Oldtimer-Fans aus elf Nationen zur Traktor-WM an den Großglockner. Zum 17. Mal werden sich wahre Prachtstücke auf der Großglockner Hochalpenstraße einfinden. Die drei Lülsfelder sind dabei.

    Die Vorbereitungen für dieses Abenteuer laufen schon seit Januar diesen Jahres. Wie Otmar Haubenreich berichtet, erfolgte die Anmeldung im so genannten Windhundverfahren, da die Anzahl der Teilnehmer auf 500 Traktoren begrenzt ist. Am 1. Februar 2018 um 0.00 Uhr stand das Internetportal der Traktor-WM für Anmeldungen offen. Die Herausforderung war die schnelle Anmeldung und Überweisung der Startgebühr von 89 Euro je Teilnehmer. Haubenreich schaffte es, sich um 0.18 Uhr einzuloggen und die Anmeldung für alle drei erfolgreich abzuschließen. „Hurra, wir sind dabei!“ Die Freude der drei Männer war groß, als ihre Namen vier Wochen später tatsächlich auf der Teilnehmerliste veröffentlicht wurden.

    Strenge Teilnahmebedingungen

    In den Folgemonaten wurden die alten Bulldogs, deren Baujahre alle in den 1960er Jahren liegen, technisch auf Vordermann gebracht. Denn die Teilnahmebedingungen sind streng. Beispielsweise darf der letzte TÜV nicht älter als zwölf Monate sein und die Traktoren sollen weitgehend im Originalzustand belassen sein.

    Die Fahrt geht verläuft derzeit nun über Uffenheim, Gunzenhausen, Weißenburg, Eichstätt, Ingolstadt, Mainburg, Moosburg/Isar, Taufkirchen/Vils, Traunstein, Inzell, Lofer und Saalfelden nach Buck an der Großglocknerstraße. Das Ziel der Fahrt liegt auf 2245 Meter Höhe am so genannten „Fuschertorörl“. Von Lülsfeld bis dahin sind es stolze 480 Kilometer. Im Schnitt möchten die Männer 24 Stundenkilometer fahren. In vier Tagen will man am Ziel sein, also am Donnerstag.

    Frisch renoviert

    Robert Landauer berichtet: „Ich habe selbst den Motor, die Kolben, die Kupplung und die Bremsen erneuert. Anschließend meinen Fendt komplett mit grüner Originalfarbe lackiert.“ Weiter hebt er das Abenteuer und das Bilden neuer Freundschaften hervor und meint: „Der Kick dabei ist es, zu probieren, ob alles klappt.“

    Auf die „Langsamkeit der Reise“ freut sich Fendt-Fahrer Otmar Haubenreich: „Wir sehen die Gegend mit anderen Augen und erleben sie bewusst.“ Er ist auf den höchsten Berg Österreichs gespannt, um dort Leute aus elf Nationen kennenzulernen. „So eine Reise macht man im Leben voraussichtlich nur einmal.“

    Konzentriert und unfallfrei

    „Mit den Freunden aus dem Oldtimer-Schlepper-Kartell die große Reise zu unternehmen,“ das ist für Reinhard Peppel „wichtig“. Den Anstoß dazu hatten Gespräche mit Oldtimer-Kollegen gegeben, die mit ihren Bulldogs schon mal an der Nordsee oder in Belgien waren. Der Lenker eines roten Güldner ergänzt: „Wir wollen voll konzentriert fahren und unfallfrei zurückkommen.“

    Mit an Bord hat Robert Landauer in einem am Traktor hängenden Wohnwagen Werkzeuge und Ersatzteile wie zum Beispiel Sicherungen für eventuell anstehende Reparaturen. Dort sind auch Sitzplätze für Pausen vorhanden. Übernachten wollen die drei Männer im Alter von 62 bis 72 in Landgasthöfen oder bei Bauern, damit ihre wertvollen Oldtimer auch sicher untergestellt sind. Und damit sie sich bei ihrer langen Reise nicht verfahren, hat Otmar Haubenreich im Führerhaus seines Oldtimers rechts vom Lenkrad einen Laptop installiert.

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