• aktualisiert:

    Schweinfurt

    E-Mobilität aus Schweinfurt für Asien, Afrika und Amerika

    Stimmt das Kartellamt zu, dann sind die Tage von Pexco als Familienunternehmen gezählt. Der Schweinfurter Fahrradhersteller soll im kommenden Jahr in die Pierer Gruppe integriert werden. Foto: Gerd Landgraf

    Die Pexco GmbH, der von der Familie Puello im Sommer 2017 gegründete Schweinfurter Fahrradhersteller, wird im kommenden Jahr vollständig in die österreichische Pierer Gruppe integriert. Davon verspricht sich Susanne Puello, die weiterhin mit ihrem Mann Felix und einem Vertreter der Pierer Gruppe die Geschäfte führt, nicht nur die Sicherung des Standorts und der knapp 100 Arbeitsplätze, sondern auch die Basis für den Ausbau des Geschäfts auf der internationalen Bühne.  

    Starker Partner mit starken Marken

    "Als starker Player" wolle man in der Elektro-Mobilität mitspielen und sich dabei auf die eigene wie auf die Innovationsfreudigkeit der Pierer Gruppe stützen, die seit Anfang an der Partner von Pexco ist. Die Pierer Gruppe (vormals KTM Industrie, 8000 Mitarbeiter, zwei Milliarden Jahresumsatz) ist Europas führender Kraftrad-Hersteller, der sämtliche Anstriebstechnologien in Serie produziert. Zur Sparte Pierer-Mobility zählt neben der Kernmarke KTM auch Husqvarna Motorcycles.

    Privat und geschäftlich eng verbunden: Stefan Pierer, Susanne und Felix Puello. Foto: Pexco

    Im Gespräch mit der Redaktion zeigte sich Susanne Puello überzeugt, dass die Übernahme durch die Pierer Gruppe die schon bislang positive Entwicklung von Pexco (Puello eMobility Crossover Company) "ganz wesentlich beschleunigt". Da ein Teil der Transaktion in Form eines Aktienpakets an der börsennotierten Pierer Mobility AG abgewickelt werde, bleibe die Familie Puello in einer starken Position, so die Geschäftsführerin.  

    Zumindest einer, wenn nicht der Grund für die Übernahme dürfte das schnelle Wachstum der beiden Pexco-Marken R. Raymon und Husqvarna Bicycles sein. 2017 war als Vertriebsgebiet noch der deutschsprachige Raum genannt. Mittlerweile ist Pexco auch in Italien, Frankreich, in den Beneluxländern oder etwa in der Schweiz präsent. Dies hat viel Geld gekostet. Mit Pierer soll ab 2020 der Sprung nach Asien, Australien und Amerika folgen.

    Innovationen aus dem Fahrrad- und dem Motorradbau

    Großes Entwicklungspotenzial wird beim Zusammenwachsen der Technologien für das Fahrrad und das Motorrad im Bereich der E-Mobilität gesehen. Dazu sagt Stefan Pierer, Hauptgeschäftsführer der Pierer Gruppe, in einer Pressemeldung:

    Der Schauraum der Mark R. Raymond am Firmensitz von Pexco in der Rudolf-Diesel-Straße 35. Foto: Gerd Landgraf

    "Um diesem Ziel (Weiterentwicklung der E-Mobilität) einen entscheidenden Schritt näher zu kommen, ist die vollständige Integration der Pexco GmbH in meine Unternehmensgruppe ein nächster, logischer Schritt. Gemeinsam mit Susanne und Felix Puello möchten wir unsere Visionen Realität werden lassen. Sie bringen nicht nur ihr fundiertes Know-how mit ein, sondern stehen für Kontinuität und schaffen Vertrauen. Mit der neuen Struktur möchte man auch die nötigen Weichen stellen, um auf verändernde Absatzmärkte und -situationen zu reagieren."

    Auf dem Markt angekommen

    Bestärkt hat Susanne Puello beim Wechsel von der Europa- in die weltweite Liga die Eurobike im September. Bei der international wichtigsten Fahrradmesse sei das Interesse an Pexco überwältigend gewesen. Da das Konzept ankomme, bleibe es bei dem "Flaggschiff" Husqvarna-Bicycles (20 hochwertige und im Design reduzierte E-Bike-Modelle) und bei dem Vollsortimeter R. Raymond, der weitere 40 E-Bikes im Programm hat und mit und ohne Motor vom Jugendrad bis zur Rennmaschine alles bietet. Nach wie vor wird Pexco seine in Taiwan und Bulgarien gefertigten Räder ausschließlich über den Fachhandel vertreiben.    

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!