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    Ebrach

    Ebracher Forst: Tragende Teile des Baumwipfelpfades geprüft

    Zwar ist der Wandersteg im Steigerwald derzeit wegen der Corona-Krise geschlossen, jedoch gab das den Verantwortlichen Zeit, einige wichtige Prüfungen zu veranlassen.
    Der Baumwipfelpfad in Ebrach.
    Der Baumwipfelpfad in Ebrach. Foto: Podlech

    Die Corona-Krise legt in vielen Teilen das Wirtschaftsleben lahm oder bremst es zumindest aus. Doch es gibt auch Branchen, die von der Krise kaum in der Ausübung ihres Berufs beeinträchtigt werden. Peter Podlech etwa ist Bauingenieur aus Nürnberg und Spezialist für Brücken, besonders solche aus Holz. Der Ruf der bayerischen Staatsforsten erreicht führte den Fachmann nun in den Ebracher Forst. Dort prüfte er den „Baumwipfelpfad Steigerwald“, ein Holzgebilde aus einem 1150 Meter langen Brückenbau, der in einen spiralförmig gewendelten Aussichtsturm mündet. Das teilt die Pressestelle des Baumwipfelpfads mit. Der Baumwipfelpfad selbst ist momentan fürs Publikum  zwar geschlossen – so wie alle öffentlichen Einrichtungen, die nicht systemrelevant sind. Doch für die jährlich anstehende Prüfung sind das eher gute Voraussetzungen.

    Der Baumwipfelpfad ist eine Holzkonstruktion aus Stämmen der Douglasie, umgangssprachlich „Douglastanne“ genannt. Die Douglasie ist ein in Mitteleuropa angesiedeltes Nadelholz, das ursprünglich aus Nordamerika stammt und durch seinen Aufbau besonders für den Außenbereich geeignet ist. Für die Stützen wurden ganze Douglasienstämme geschält und als Ganzbäume verbaut. Diese sind bis zu 40 Meter lang und die stärksten erreichen unten bis zu 65 Zentimeter Durchmesser.

    Anfällig für Niederschlag und Fäule

    „Grundlage der Prüfung ist die DIN 1076 – eine Norm für Brücken. Besonders nicht überdachte Holzbrücken sind ganz natürlich anfällig für Niederschlag und Fäule“, erläutert Peter Podlech. Gemeinsam mit zwei Kollegen – „einer sichert, einer notiert die Befunde, einer klettert und misst“ – war er in den vergangenen Wochen am Holz-Bauwerk zugange. Die tragenden Teile wurden alle geprüft; erst in Augenschein genommen, dann bei Pilzbefall oder Verdacht auf Fäule gesondert gemessen. „Dazu wird ein Stahlstift, eine circa zwei Millimeter breite Bohrnadel, drehend in den Baumstamm getrieben. Die Bohrwiderstandsmessung gibt Aufschluss darüber, ob noch gleichmäßige Festigkeit besteht oder die Nadel bereits weich durchs Holz dringt", erklärt Podlech. Das Ergebnis der Bohrwiderstandsmessung gebe Aufschluss über den Zustand des Holzes. Um das Bauwerk gründlich zu prüfen, sind sehr gute Kletterfähigkeiten erforderlich. Für Podlech, Sportkletterer seit seiner Jugend und zusätzlich bei der Bundeswehr ausgebildet, ist das  eine willkommene Herausforderung.

    Arbeit der Förster kennenlernen

    Das Ergebnis der Prüfung des Ebracher Baumwipfelpfades ist beruhigend für Barbara Ernwein. Die Försterin, angestellt bei den Bayerischen Staatsforsten, ist im Steigerwald für die Leitung des Baumwipfelpfades zuständig: „Wir bringen es so auf den Punkt: Nutzen und Schützen“, erläutert sie. Die Hauptaufgaben der Bayerischen Staatsforsten liegen in der Bewirtschaftung des Waldes ohne dabei die Natur außer Acht zu lassen, umgesetzt mit dem integrativen Naturschutzkonzept. Ernwein leitet das Ausflugsziel rund um den Baumwipfelpfad Steigerwald, hier kann jeder Besucher die Arbeit der Förster im Steigerwald kennenlernen. Der Baumwipfelpfad selbst ist kein Klettersteig, sondern ein bequem begehbarer Weg. Er gilt als „Sonderbetrieb“. Försterin Ernwein zeigt die Arbeit der Förster, erklärt diese und man kann vor allem den Wald genießen.

    Guter Zustand

    Der Befund der Nürnberger Experten für den vier Jahre alten Holzsteg mit Aussichtsturm lautet: „Die tragenden Teile sind in gutem Zustand. Einige aussteifende Teile müssen mittelfristig ersetzt werden.“ Der Pfad, die Spielplätze und die Gastronomie sind noch derzeit wegen der Corona-Krise geschlossen. Doch wenn die Staatsregierung die Wiedereröffnung gestattet, steht der Baumwipfelpfad mit Aussichtsturm und Spielstationen einschließlich der der eigens erstellten Wipfel-App für die Besucher wieder bereit.

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    Bearbeitet von Andreas Lösch

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