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    Gochsheim

    Eile angemahnt beim Hortumbau

    Der Neubau der Kindertagesstätte der AWO im Steinweg hinter dem bestehenden Kindergarten in der Friedhofstraße sieht seiner bestimmungsgemäßen Nutzung entgegen. Jetzt beschäftigte sich der Gemeinderat mit der Umnutzung des bisherigen Kindergartens in einen Hort mit Kleinkindgruppe.

    Architekt Peter Kopperger stellte den Stand der Planung vor. Vorgesehen sei die Aufteilung in drei Hortgruppen und eine Kleinkindgruppe. Im Kleinkindbereich seien zudem Investitionen für den Brandschutz erforderlich. Im Hortbereich bestehe Bestandsschutz, daher könnten große Investitionen unterbleiben. Kopperger mahnte an, dass die Zeit dränge, weil die Hortplätze bereits gebraucht würden.

    Vorher war er noch auf den Außenbereich der neuen Kindertagesstätte eingegangen. Er wolle Spekulationen entgegentreten, der vorgesehene Kunstrasen setze Mikroplastik frei. Der Rasen im Kindergarten werde mit Quarzsand beschwert. Dies sei möglich, weil er nicht so strapaziert werde wie ein Sportplatz. Die Gefahr bestehe also nicht. Und an Parkplätzen sei kein Mangel. Acht Stellplätze seien geschaffen worden, nur drei seien erforderlich.

    Frank Widmaier bat darum, wieder zwei Behindertenparkplätze zu schaffen. Dies werde auf dem Wendehammer möglich sein, versicherte Bauamtsleiter Manfred Scholl.

    Über die Umnutzung des Altbaus zum Hort entspann sich eine kontroverse Diskussion. Unter dem Strich nannte Kopperger Gesamtkosten von über 315 000 Euro. Darin sei allerdings auch die Begrünung des neuen Hortes enthalten, führte er aus.

    Bei der Vorstellung der einzelnen Gewerke konnte der Architekt allerdings nicht in jedem Fall mit Angebotspreisen aufwarten, sondern musste zunächst auf Kostenschätzungen zurückgreifen. Freie Wähler-Sprecher Stefan Lutz zeigte sich besorgt: "Was machen wir, wenn die Kostenschätzungen nicht einzuhalten sind?" Er mahnte ein "Worst-Case-Szenario" an. Er befürchtet, dass sonst "das Schiff in einen Sog" steuere. Er zeigte kein Verständnis für die Eile, denn die Maßnahme Neubau Kita sei bereits seit 2016 in Arbeit. "Und jetzt müssen wir schnell beschließen", wunderte er sich. Außerdem seien die Kosten nicht im Haushalt dargestellt.

    Dem widersprach CSU/Freie Bürger-Sprecherin Gaby Geyer. Die ersten Gewerke seien gedeckt, und schließlich seien 100 000 Euro für die Maßnahme eingestellt. Sie sorgte sich, ob die neu geschaffenen Plätze in der Zukunft ausreichten und schlug vor, im neuen Baugebiet "Südost II" dafür eine Fläche vorzusehen.

    Nachdem Jürgen Sander erklärt hatte, dass die Kinder erst nach und nach kämen, verlangte Edwin Hußlein einen Ablaufplan, was sofort zu entscheiden sei. In der nächsten Sitzung könnten dann die fehlenden Angebote vorliegen.

    Unzufrieden und besorgt zeigte sich auch Klaus Wörner: "Wir stecken 315 000 Euro in einen Umbau, der sich ´Pinselsanierung´ nennt, und hoffen, dass alles okay ist." Er befürchtet, dass weitere Kosten anfallen und wies auf den Zustand des Daches und den Brandschutz hin.

    Sitzungsleiter Hans-Jürgen Schwartling wies darauf hin, dass das Sicherheitskonzept des Landratsamtes vorliege und eine Begehung des Gebäudes mit Kreisbrandrat Holger Strunk vorgenommen worden sei. Zunächst seien die Maler- und Fußbodenarbeiten vorrangig, zeigte er den Fahrplan auf.

    Der Gemeinderat vergab mit großer Mehrheit den Auftrag für die Trocken-, Putz- und Malerarbeiten für eine Angebotssumme von knapp 23 000 Euro an eine Münnerstadter Firma.

    Für die Bodenbeläge liegt eine Kostenschätzung von knapp 21 000 Euro vor. Vorbehaltlich, dass dieser Betrag eingehalten wird, ging der Auftrag an eine Strullendorfer Firma.  

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