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    Schweinfurt

    Ein Gymnasium und seine Humboldt-DNA

    Ein Denkmal für Alexander von Humboldt steht vor dem Eingang der Humboldt-Universität zu Berlin. In Schweinfurt erinnert das Gymnasium, das den Namen des großen Universalgelehrten trägt, im Rahmen einer Humboldt-Woche an den Mann, der am 14. September 1769, also vor 250 Jahren, geboren wurde. Foto: dpa/Maurizio Gambarini

    Er war Abenteurer, Wissenschaftler, Weltbürger, Querdenker, ein Mann, der sich gegen die Sklaverei einsetzte, der die Welt und was sie antreibt und zusammenhält möglichst bis ins letzte Detail verstehen wollte. Seine lebenslange Neugier führte ihn auf ausgedehnte Reisen in Urwälder oder auf die Gipfel der Anden. Ein ewig Suchender, ein beinahe schon Getriebener, ein Mann von unstillbarem Wissensdurst erfüllt – all dies und noch viel mehr trifft auf den großen Universalgelehrten Alexander von Humboldt zu.

    Am 14. September 1769, also vor ziemlich genau 250 Jahren, wurde der Mann geboren, dem auch die 90 Jahre seines eigenen irdischen Daseins nicht reichten, um all jenes zu erforschen, was ihm wichtig war.  Der Mann, der wenig schlief, weil ihm seine Zeit zu wertvoll war, sie zu verschlafen, der als "Schnellsprecher" berüchtigt war, der vieles gleichzeitig erledigte, der die wissenschaftlichen Ergebnisse seiner großen Amerikareise in  33 Bänden festhielt, ist auch der Namenspatron des Schweinfurter Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums.

    Humboldt und sein  universeller Wissensdurst

    An diesen Mann zu erinnern, ihn und seine Ideen und Erkenntnisse in das Hier und Jetzt zu holen, ist Ziel der Humboldt-Woche, die vom 24. bis 26. September am AvH-Gymnasium durchgeführt wird. Schon im aktuellen Jahresbericht hat Rektor Klemens Alfen versiert auf die Bedeutung dieses Mannes hingewiesen, der auch heute noch – vielleicht sogar mehr als je zuvor – als Vorbild taugt. Waren doch seine Entdeckungen und Erkenntnisse sowohl in humanistischer als auch in wissenschaftlicher Hinsicht bahnbrechend.

    Über Alexander von Humboldt, den rastlosen Wissenschaftler und weitgereisten Forscher, gibt es reichlich Literatur. Schulleiter Klemens Alfen hat sich ausführlich mit dem Namensgeber des AvH beschäftigt. Auch Sina Höfer ist intensiv in das Thema eingestiegen, hat unter anderem beim selbstverfassten Humboldt-Stück "Weltsüchtig" Regie geführt. Foto: Helmut Glauch

    Schon vor mehr als 200 Jahren machte er auf verheerende Umweltschäden aufmerksam, die beispielsweise durch Abholzungen entstanden, erkannte früh die ökologischen Zusammenhänge und die Bedeutung der Regenwälder für das Weltklima. Der Mann, der ursprünglich eine Blitzkarriere im Bergbau hingelegt hat, würde auch heute sicher seine Stimme erheben, wenn es etwa um den Klimawandel oder die Unterdrückung indigener Völker geht.

    Theater, Kalender und Blick auf die Jahre in Franken

    Diese Weltoffenheit und Neugier, diesen kritischen Geist und den Wissensdurst, kurzum alles, was sich sozusagen als Humboldt-Kultur zusammenfassen lässt, will man am AvH-Gymnasium wieder mehr in den Blickpunkt rücken, so Klemens Alfen.  Die Wiederentdeckung der Humboldt-DNA hat im Haus bereits begonnen. Zum Beispiel mit der vielbeachteten Aufführung des Stückes "Weltsüchtig", das am 24. September ab 11.30 Uh noch einmal für die Schülerinnen der 9. und 10. Jahrgangsstufen gezeigt wird. Schlüsselszenen aus dem Leben Humboldts skizzieren das Leben des jungen Wissenschaftlers, aber auch seine schwierige Beziehung zu seinem Bruder. Sina Höfer, Mitarbeiterin in der Schulleitung und neben Deutsch, Französisch und Ethik am Gymnasium auch für Theater zuständig, hat Regie geführt.

    Umtriebiger Geist, rastlos in seinem Forscherdrang. Die Schülerin Andra Jusanu hat den Namensgeber ihrer Schule für den Humboldt-Kalender porträtiert. Foto: Andra Jusanu

    Ein Kalender, der genauso universell zu gebrauchen ist wie Humboldts Forscherdrang universell war, widmet sich Humboldt. So hat die Schülerin Andra Jusanu ein beeindruckendes Humboldt-Portät gemalt. Unter dem Titel "Mikrokosmos - Makrokosmos"  ist alleine schon dieser Humboldt-Kalender eine Entdeckung wert.

    Programm der Humboldt-Woche am AvH-Gymnasium
    Zwei schulinterne Veranstaltungen und zwei Humboldt-Abende stehen im Mittelpunkt der Humboldt-Woche am gleichnamigen Gymnasium. Das Stück "Weltsüchtig" wird am 24. September für die 9. und 10. Klassen erneut aufgeführt. Am 26. September macht Reinhard Barth im Rahmen einer Lesung die Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse mit dem Leben des Namenspatrons ihrer Schule vertraut. Alle Interessierten sind am 25. September ab 19 Uhr ins AvH-Gymnasium eingeladen, wenn es ab 19 Uhr einen Poetry-Slam zum Thema Alexander von Humboldt gibt. "Weltsüchtig" wird gezeigt und es gibt eine Eloge (Lobrede) auf Humboldt. Auch zum oben erwähnten Humboldt-Kalender wird eine Ausstellung zu sehen sein. Am Abend des 26. September ab 19 Uhr dann ein Vortrag von Professor Günter Dippold, der über das "Leben und Wirken Humboldts in Franken" referiert. Wie seine Jahre im fränkischen Goldkronach ausgesehen haben, von denen er selbst sagt "In Goldkronach besonders bin ich glücklicher, als ich je wagen durfte zu glauben", wird an diesem Abend auch im Rahmen einer Präsentation für die Gäste nachvollziehbar. Die 6a und die 9b haben sich zusammengetan zum Geschichtsprojekt "Humboldt in Goldkronach", dessen Ergebnisse vorgestellt werden.

      

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