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    Schweinfurt

    "Ein Leben ohne schlechtes Plastik ist möglich"

    Bestseller-Autorin Nadine Schubert erzählte auf Einladung der Naturfreunde wie's geht. Und sie legte ein Geständnis ab.
    Stündlich werden nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe bundesweit 320 000 Kaffeebecher verkauft und landen nach Gebrauch im Müll. Im Bild baut eine Mitarbeiterin der Deutschen Umwelthilfe (DUH) eine Pyramide aus Pappbechern auf. 
    Stündlich werden nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe bundesweit 320 000 Kaffeebecher verkauft und landen nach Gebrauch im Müll. Im Bild baut eine Mitarbeiterin der Deutschen Umwelthilfe (DUH) eine Pyramide aus Pappbechern auf.  Foto: A3818/_Klaus-Dietmar Gabbert

    Plastikmüll im Meer, Mikroplastik in der Zahnpasta, gesundheitsschädliche Weichmacher, viele Menschen sind inzwischen sensibilisiert. Und so wundert es nicht, dass auf Einladung der Naturfreunde rund 180 Zuhörer zu einem Vortrag mit dem Thema "Besser leben ohne Plastik" kamen.

    Nadine Schubert Autorin und Bloggerin, ehemals Moderatorin bei Radio Primaton, sprach zwei Stunden lang über ihr Familienleben ohne Plastik. Ein ganz normales Familienleben, im Einfamilienhaus mit zwei Kindern und zwei Autos, aber eben ohne Plastik. Ein bisschen hemdsärmelig, witzig und immer bereit, einen wenn auch charmanten Seitenhieb auf die Männerwelt auszuteilen, plauderte sie sich durch ihre wachsenden Strategien der Plastikvermeidung, und das in herrlichem oberfränkisch.

    So sehen Mikroplastik-Teilchen aus, wie man sie am Ufer von Flüssen und Meeren finden kann. 
    So sehen Mikroplastik-Teilchen aus, wie man sie am Ufer von Flüssen und Meeren finden kann.  Foto: Bernd Wüstneck

    2013 "als Plastik noch kein Thema war" sei sie auf die Problematik aufmerksam geworden und habe beschlossen, ab sofort ohne Plastik zu leben. Schubert betonte: "Ich will keinen Ökostempel haben, aber einen ökologischen Lebensstil praktizieren." Natürlich habe sie einen Staubsauger aus Plastik,  und ihre Kinder hätten auch mit Lego und Playmobil gespielt, aber das sei gutes Plastik, lange haltbar und lande nicht so schnell im Müll. "Wir haben alles wie andere auch, nur weniger Müll", betont sie und zieht so die Zuhörer, die nicht alle sofort in einen Selbstversorgerhof ziehen wollen, auf ihre Seite.  

    Glas statt Plastik und Tetrapack

    Der erste Schritt, den jeder tun könne beginne mit Produkten, für die es bereits Alternativen gebe, also Glas statt Plastik und Tetrapacks. Damit beim Einkaufen der Stoff- den Plastikbeutel ersetzen kann, sind die Naturfreunde schon in Vorleistung gegangen und hatten jedem Besucher eine Stofftasche geschenkt.  Lose einkaufen statt verpackt, so ihr nächster Rat. Das gehe auch bei vielen Supermarktketten, nicht nur in Unverpackt-Läden, die noch dünn gesät seien, meinte Schubert, was einige der Zuhörer auch bestätigen und mit Beispielen untermauerten.

    Bestsellerautorin Nadine Schubert sprach vor rund 180 Zuhörern über ihr Leben ohne Plastik.
    Bestsellerautorin Nadine Schubert sprach vor rund 180 Zuhörern über ihr Leben ohne Plastik. Foto: Schubert

    Ebenfalls für jeden machbar sei es, eigene Behältnisse mit in die Wirtschaft zu nehmen, falls man das Essen nicht schaffe, oder mit dem eigenen Becher den "coffee to go" zu holen. 320 000 Kaffeebecher landen nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe bundesweit jede Stunde im Müll. Plastikflaschen und Einwegbecher seien die größten Plastikmüllverschmutzer der Meere, so die Referentin. Die Reste unserer Wegwerfgesellschaft kosteten jedes Jahr bis zu 135 000 Meeressäuger und eine Million Meeresvögel das Leben.

    Dann ging Schubert auf die gesundheitlichen Risiken auch für den Menschen, ganz besonders für Kinder ein, bevor sie zum nächsten Projekt wechselte: "Seife statt Duschgel". Flüssigseifen aus Plastikspendern bestünden zu zwei Dritteln aus Mikroplastik, warnte sie. Bei ihren Alternativen für Wasch- und Putzmittel, sowie Kosmetika kommen Fragen auf. Was kann man wie selbst machen. Ihre Antwort: eigentlich fast alles, und es koste noch nicht einmal mehr Zeit.

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