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    ETTLEBEN

    Ein Relikt aus dem Krieg

    „Rohr“ am Wegrand Foto: Elisabeth Vogt

    „Man sieht nur, was man weiß.“ An diese alte Volksweisheit mögen sich manche der Teilnehmer einer Wanderung der Eigenheimer in Ettleben erinnert haben, als sie erfuhren, was es mit dem „Rohr“ am Wegrand auf sich hat. Hunderte Male sind gewiss schon alle daran vorbeigefahren oder -gelaufen. Aber dass dies ein Relikt aus dem Krieg ist, wird wohl kaum jemand geahnt haben.

    Dieses etwas mehr als einen Meter hohe Eisenrohr, das sich nach oben hin weitet, ist die Mündung eines Laufs der „leichten Flak für Tiefflieger“, erzählte Alois Strohmenger. Solche Mündungsrohre von der 3/7er Flak und das dazu gehörigen Kriegsgerät wurden nach dem Krieg in der Ettlebener Flur zuhauf gesammelt und in der Anlage gestapelt. Dort haben manche Bewohner Rohre wie dieses selbst abmontiert und sie beispielsweise als Achsen für Wagen verwendet. Man war froh, ein so stabiles Teil zu haben.

    Ein Mitbürger hat vor rund 70 Jahren das abgebildete Metallrohr am Wegrand eingemauert. Warum – das ist unbekannt. Dort steht es also bis zum heutigen Tag, wohl als Mahnmal und Erinnerung an die Luftangriffe der Amerikaner, die im April 1945 das Dorf in Schutt und Asche gelegt hatten, für jene, die es wissen. Für andere ist es eben ein seltsames Stück Rohr direkt neben dem Radweg und wieder andere nehmen das Teil gar nicht wahr.

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