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    Gerolzhofen

    Ein Toter und acht Verletzte bei zwei schweren Unfällen

    Beim Frontalzusammenstoß zwischen einem VW Golf (links) und einem VW Passat auf der Bundesstraße 286 bei Gerolzhofen kam ein junger Mann ums Leben.  Foto: Klaus Vogt

    Bei einem schweren Verkehrsunfall in Gerolzhofen ist am Mittwochabend ein 20-Jähriger aus dem Landkreis Haßberge noch an der Unfallstelle verstorben. Zwei weitere Personen erlitten schwere Verletzungen. 

    Nach derzeitigen Erkenntnissen zum Unfallhergang wollte ein ortsfremder 23-Jähriger am Mittwochabend gegen 18.30 Uhr mit seinem Opel an der Anschluss-Stelle Gerolzhofen-Nord auf die B 286 in Fahrtrichtung Wiesentheid auffahren. Aus noch ungeklärter Ursache übersah der junge Mann beim Auffahren auf die Bundesstraße einen 20-Jährigen, der mit seinem VW Golf bereits in Fahrtrichtung Wiesentheid unterwegs war. Der Opel touchierte den Golf seitlich, woraufhin der Golf in den Gegenverkehr geschoben wurde. Dort stieß er frontal mit einem entgegenkommenden VW Passat zusammen.

    Durch die Wucht des Aufpralls wurde der 20-jährige Fahrer des Golfs den Polizeiinformationen nach in seinem Fahrzeug massiv eingeklemmt und erlitt hierbei tödliche Verletzungen. Ein sofort verständigter Notarzt konnte dem jungen Mann nicht mehr helfen. Die Feuerwehr Gerolzhofen barg den Verstorbenen aus dem Wrack.  

    Zwei weitere Personen schwer verletzt

    Die beiden Fahrzeuginsassen des VW Passat wurden aus dem Fahrzeug geschleudert und schwer verletzt. Nach einer Erstbehandlung durch Notarzt, Sanitätern und Feuerwehrleuten wurde die 55-jährige Fahrerin mit dem Rettungsdienst in ein Schweinfurter Krankenhaus gefahren. Der 44-jährige Beifahrer musste mit dem Rettungshubschrauber Christoph 18 in ein Würzburger Krankenhaus geflogen werden. Der 23-jährige Fahrer des Opels und seine 20-jährige Beifahrerin erlitten nur leichte Verletzungen.

    Es war nicht der erste Unfall an dieser Stelle. Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Redaktionsleiter Klaus Vogt.

    Mehrere Notfallseelsorger waren im Einsatz, unter anderem der Gerolzhöfer Stadtpfarrer Stefan Mai, Dekan Werner Kirchner (Bergrheinfeld) und Diakon Erich Müller (Alitzheim). Sie kümmerten sich auch um den Unfallverursacher, um traumatisierte Ersthelfer und um die Einsatzkräfte der Feuerwehr. 

    Die Unfallaufnahme erfolgte durch die Polizeiinspektion Gerolzhofen. Zur Klärung der genauen Unfallursache wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Schweinfurt auch eine Sachverständige zur Unfallstelle hinzugezogen. Zudem wurde die Sicherstellung aller drei Fahrzeuge angeordnet.

    Die B 286 musste für die Dauer der Unfallaufnahme für mehrere Stunden in beide Richtungen voll gesperrt werden. Die Feuerwehren Gerolzhofen und Unterspiesheim leiteten den Verkehr über Mönchstockheim zur Anschluss-Stelle Alitzheim um.

    Einsatz während Übung

    Der Ernstfall-Einsatz für die Feuerwehr Gerolzhofen kam mitten in einer laufenden Großübung der Floriansjünger aus Anlass der Feuerwehr-Aktionswoche (früher Brandschutzwoche). Die Wehr war dazu gegen 18.20 Uhr mit Piepser und Sirenen als Vollalarm zum Übungsobjekt bei Kanal-Türpe in der Albert-Einstein-Straße geschickt worden. Die Feuerwehrleute waren gerade dabei, unter schwerem Atemschutz mit dem Übungs-Löschen zu beginnen, als die Leitstelle Schweinfurt um 18.31 Uhr den Ernstfall ausrief. In aller Eile wurde das Material zusammengepackt und in Richtung B 286 gestartet. 

    Am Mittwochnachmittag forderte ein schwerer Unfall bei Oberspiesheim drei Verletzte. Foto: Johannes Vogt

    Am Nachmittag hatte es schon zwei weitere Feuerwehreinsätze gegeben. In Frankenwinheim und Brünnstadt schrillten um 16.06 Uhr die Sirenen, um die Feuerwehr zu einer Tierrettung zu alarmieren. Auf dem Gelände des Bauhofs haben sich eine Katze eingeklemmt und befinde sich in hilfloser Lage, teilten Anwohner mit. Letztlich konnte die Katze den Spalt aber selbst verlassen.

    Vier Verletzte bei Oberspiesheim

    Wenig später um 16.53 Uhr gab es dann Alarm für die Feuerwehren aus Unterspiesheim, Oberspiesheim und Herlheim. Zwischen Oberspiesheim und Herlheim hatte sich ein schwerer Unfall ereignet: Eine 46-jährige Opel-Fahrerin fuhr von Herlheim kommend in Richtung Oberspiesheim. Aus bisher unerklärlichen Gründen kam sie kurz vor Ortsbeginn auf die Gegenfahrbahn.

    Eine entgegenkommende Autofahrerin konnte nur durch ein Ausweichmanöver einen Frontalzusammenstoß vermeiden, touchierte aber dennoch den Opel und kam nach rechts von der Fahrbahn ab. Das Fahrzeug überschlug sich im Graben und blieb auf der Seite liegen. Die Autofahrerin erlitt dabei schwere Verletzungen und musste nach der Erstversorgung mit dem Rettungshubschrauber in die Universitätsklinik nach Würzburg geflogen werden. Ihre zwei Mitinsassen und die Unfallverursacherin im Opel erlitten leichtere Verletzungen und wurden zur Behandlung in die Geomed-Klinik nach Gerolzhofen gebracht. Der Schaden wird von der Polizei auf insgesamt 15500 Euro geschätzt.

    Leitstelle wird verstärkt

    Das hohe Einsatzaufkommen in der Integrierten Leitstelle (ILS) Schweinfurt sowie die geplanten Übungsalarme im Rahmen der Feuerwehr-Aktionswoche haben es nach Mitteilung der ILS dann erforderlich gemacht, bei der Leitstelle die Inhouse-Rufbereitschaft sowie die Zuhause-Rufbereitschaft in Dienst zu versetzen.

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