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    Geldersheim

    Ein gutes Baum-Jahr 2020 wäre kühl und feucht

    "Sie sind ihrer Zeit voraus": Diese Nachricht hatte Revierförster Bernd Müller am Ratstisch dabei, als es in der ersten Sitzung des neuen Jahres um den Gemeindewald ging.

    Ein Trend beim deutschen Wald ist das Aufstreben der trockenheitsresistenten Eiche gegenüber der Buche. In der Biegenbachgemeinde beträgt der Anteil bereits 80 Prozent, wenn auch überwiegend "Altbestände". Langfristig soll dieser Eichenbestand aber, auf natürlichem Weg, zurückgefahren werden, auf etwa 30 bis 50 Prozent, der Biodiversität wegen.

    Ansonsten herrschten im Geldersheimer Wald 2019 keine allzu dramatischen Verhältnisse. Nur in der Senke am Vorberg gab es größere Eichenschäden. Auch die Kirsche hat gelitten, während der Ahorn von der Rußrindenkrankheit heimgesucht wird. Kranke Bäume, die meist innerhalb eines Jahres absterben, sollten ob des Sporenbefalls gemieden werden.

    Etwas ominös ist eine Holzbohrer-Invasion: Die Art des Insekts ist unbekannt. Sicher ist nur, dass der Winzling einen bereits geschwächten Wirtsbaum zur Pilzzucht nutzt.

    Die Schwammspinner-Bekämpfung von 2018 wirke noch nach, so Müller. Das Thema bleibe komplex, eine genaue Prognose sei schwierig: "Dieses Jahr ist bei ihnen nichts angezeigt." 2020 soll in der Region der Höhepunkt der Massenvermehrung erreicht sein.

    Und überhaupt, das große Thema Klimawandel und dessen Folgen: "An den Symptomen kann man was machen." So soll die Waldgenetik erhalten und verbessert werden. Bei Wasserlosen, Euerbach und Schonungen werden Proben entnommen, Geldersheim könnte in ein paar Jahren folgen. Neue Herkunftsregionen (Balkan) oder nichtheimische Baumarten (von der Türkischen Tanne bis zur Libanonzeder) sollen genetische Auffrischung sowie Risikostreuung bringen. Müller warnte vor zu großen Erwartungen: Mit der schädlingsanfälligen Strobe (Weymouth-Kiefer) oder der sich stark vermehrenden Robinie habe man, im Vergleich zu Walnuss, Speierling oder Douglasie, auch schlechte Erfahrungen gesammelt.

    Neben der Ökologie gibt es noch die Forstökonomie: Zuletzt lag die Fällung 48 Festmeter über dem geplanten Hiebsatz von 176 Festmetern. 2020 sind 215 Festmeter vorgesehen. Die Holzeinnahmen sollen bei 15 200 Euro liegen. Trotz der Förderung mit 3200 Euro wird ein Defizit von 3135 Euro erwartet: Geringer Zuwachs, mindere Holzqualitäten und der vorherrschende Laubwald drücken die Erträge, während Zaunarbeiten und Nachzucht Geld kosten. Dem Revierförster blieb da nur noch, der Gemeinde ein kühles und feuchtes neues Jahr zu wünschen.

    Innerorts verursacht die Straßenausbesserung einigen Aufwand, wo noch Kosten nachgereicht wurden. Für die Sanierung eines Teils der Gartenstraße, zweier Stichstraßen sowie der Untertor- und Schweinfurter Straße werden insgesamt 314 000 Euro fällig.

    Annemarie Schuler kritisierte die Verdoppelung gegenüber den ersten Zahlen und ließ wissen: Man habe die Gartenstraße der Frankenstraße nur wegen der Hochwasser-Anpassung vorgezogen. Erich Hemmerich monierte hohe Kostensteigerungen auch in anderen Fällen: "Es wird immer teurer."

    500 Euro Unterstützung erhält die Bergrheinfelder Bürgerinitiative contra SuedLink. Damit soll ein Gutachten von Professor Lorenz Jarass zum Netzentwicklungsplan 2030 gefördert werden, der laut Kritikern der Region weitere Stromtrassen und eine zentralisierte Versorgung bringen könnte (eine Gegenstimme).

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