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    Grettstadt

    Ein neuer Kindergarten nur noch für "Eurum"

    Zumindest im Ratssaal ist die  Zukunft der Gemeinde schon bunt: An den Wänden hingen die gut gefüllten FlipChart-Plakate eines Zukunftsworkshops, unter denen sich der Gemeinderat zur regulären Sitzung traf. Bürgermeister Ewald Vögler berichtete von Themenfeldern wie Bildung/Kinder/Familie: wo die künftige Gestaltung der "Grettstädter Mitte" die Liste anführt, gefolgt von der Idee eines Waldkindergartens. Die kommunale "Future Family" des Jahres 2030 war, unter Moderation von Ursula Weidinger (Allianz Mainbogen) und Carina Hein (Allianz Main-Steigerwald),  ebenfalls zur Sprache gekommen – was auch mit "Fridays for Future" zu tun hat, angesichts des prognostizierten drastischen Klimawandels in Franken. Im Bereich "Klima/Ressourcen" denkt die Gemeinde an eine Zisternenpflicht: "Wir werden es noch erleben, dass wir im Sommer Wasserprobleme haben", warnte der Rathauschef.

    Eine weitere Nachricht aus der Zukunftswerkstatt lässt ebenfalls aufhorchen: Beim Kindergarten Obereuerheim soll es keinen Anbau geben. Man denke an einen gemeinsamen Neubau für Ober- wie Untereuerheim, sagte Vögler. Das bedeutet: "ein Standort wird aufgegeben". Wo genau die neue Kita stehen soll, ist noch völlig unklar, ebenso ob es (inklusive Krippe) drei oder vier Gruppen geben wird (Geschäftsleiter Jürgen Markert würde die große Lösung favorisieren). Bereits in naher Zukunft sollen die Kiga-Leitungsteams enger zusammenarbeiten. Wolfgang Eller regte an, die Öffnungszeiten in Obereuerheim schon jetzt flexibler zu gestalten. Neben dem Wirtschaftsstandort, Finanzen und Demografie ging es auch um Mobilität: in der Gemeinde sind Mitfahrbänke im Gespräch, um "per Anhalter" in andere Ortschaften gelangen zu können.

    Ein konkretes Zukunftsprojekt ist der Bebauungsplan für das Baugebiet "Sandweg II" in Obereuerheim. "Wir sind seit drei Wochen Eigentümer von allen Grundstücken" teilte Vögler mit. Nachdem es auf der Anhöhe Wasserdruck- und Schallschutz-Probleme gibt, wird mehr Richtung Süden gebaut: Auf rund 2,5 Hektar bislang landwirtschaftlich genutzter Fläche. Insgesamt sollen im vereinfachten Verfahren 10 000 Quadratmeter reine Baufläche erschlossen werden. Baubeginn könnte auf dem Abrundungs-Areal im Herbst nächsten Jahres sein: "Bebaubar ist es vor 2021 definitiv nicht." Das Projekt "Sandweg II" soll ökologischen Ansprüchen genügen: Die angedachte Zisternenpflicht könnte ebenso verwirklicht werden wie bienenfreundliche Gärten. Heinrich Lindner warnte vor einer Zunahme des Verkehrs am Ortsrand. Das sei nicht zu vermeiden, wenn man größer werden wolle, hieß es von Bürgermeister-Seite: "Vielleicht haben die Leute in ein paar Jahren nur noch ein Auto, dafür Elektroroller, ein Flugtaxi, oder eine (Luftseilbahn-)Gondel", meinte Vögler flapsig, mit Blick auf aktuelle Gedankenspiele. Unter Verschiedenes forderte Martin Siepak, bei der Ausweisung von Baugrundstücken auch an Dürrfeld zu denken. Das Baugebiet sollte nicht auf Eis gelegt werden. Man habe aktuell Probleme, geeignete Flächen zu bekommen, dämpfte Vögler die Erwartungen, wie schon in der Bürgerversammlung. Nach Unter- und Obereuerheim käme die Reihe wieder an Dürrfeld, später vielleicht noch an Grettstadt, aber: "Immer nur Wachstum ist nicht möglich."  Einen gemeindeeigenen Bauplatz habe es schon gegeben: "Wir werden Dürrfeld nicht vergessen."

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