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    SCHWEINFURT

    Eis, Getränke und konkrete Forderungen

    Flagge zeigten am Mittwochmittag Mitarbeiter von Fresenius Medical Care in Schweinfurt. Gewerkschaftssekretär Markus Dei... Foto: Helmut Glauch

    Die Urlaubszeit ist eigentlich vorbei, vor den Werkstoren von Fresenius Medical Care, wurde sie am Mittwoch um einen Tag verlängert. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie hatte die Beschäftigen des Werkes in Schweinfurt zur sogenannten aktiven Mittagspause eingeladen. Eine Mittagspause, in der es für die Beschäftigten Eis, Erfrischungen und die Möglichkeit gab, sich – wie im Urlaub – noch einmal auf einem Strandkorb unter Palmen niederzulassen.

    Urlaubsgeld verdoppeln

    Womit wir schon beim eigentlichen Grund der Übung, den Forderungen der Gewerkschaft an die Arbeitgeber für die laufende Tarifrunde wären. Das Urlaubsgeld soll von derzeit 20,45 Euro auf 40 Euro pro Urlaubstag für Vollzeitbeschäftigte erhöht werden, Auszubildende sollen, so die Forderung, 900 Euro Urlaubsgeld jährlich bekommen.

    Auch die weiteren Forderungen erläuterte Gewerkschaftssekretär Markus Deissler den zahlreich zur aktiven Mittagspause erschienenen Kolleginnen und Kollegen. Lohn und Ausbildungsvergütung sollen um sechs Prozent steigen, und – darauf wird großer Wert gelegt – sei es wichtig die bestehenden Arbeitsbedingungen zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Vor dem Hintergrund steigender Belastungen und rasant wachsender technologischer Veränderungen wünschen sich die Beschäftigten auch deutlich mehr Zeitsouveränität, die sich an den jeweiligen Lebensphasen orientiert. Gemeinsam wolle man ein Zeichen setzen, betonte Deissler. Rund 100 Betriebe der chemischen Industrie hatten zeitgleich zu ähnlichen Aktionen aufgerufen.

    Produktion und Belastung am Limit

    „Wir produzieren am Limit, die Belastung ist am Anschlag“, so Deissler weiter. Umso befremdlicher sei es, dass es von Seiten der Arbeitgeber, trotz guter wirtschaftlicher Lage, bisher nicht einmal ein Angebot für die laufende Tarifrunde gebe. Das wurde mit Buh-Rufen und Trillerpfeifen kommentiert.

    Angesichts des sich zuspitzenden Fachkräftemangels müsse alles getan werden um die Arbeitsbedingungen und die Ausstattung der Arbeitsplätze zu verbessern. Wer Fachkräfte halten wolle, müsse sich bewegen. Im Augenblick sind die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft unterbrochen, am 19. Dezember wird in Wiesbaden weiterverhandelt. Dann, so die Hoffnung der IG BCE, legen die Arbeitgeber endlich ein Angebot auf den Tisch.

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