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    Schonungen

    Endlich D1-Mobilfunk in Hausen

    Der Telekom-Sendemast in Hausen Foto: Roland Frühwacht

    Endlich mobil telefonieren in Hausen. Das geht seit dem 11. März über das D1 Netz nach mehreren Verzögerungen. Möglich wurde es über den Telekom-Mobilfunksender mit den Techniken GSM und LTE auf dem ehemaligen Fernsehmast oberhalb von Hausen in der Flurabteilung Untere Leite. Damit ist eine weitere Lücke beim Mobilfunk in der Großgemeinde Schonungen geschlossen, wenn auch nur für D1 Handy-Vertragsbenutzer. Nationales Rooming geht nur für Notrufe, aber nicht für normales Telefonieren, noch nicht.

    Bereits im Sommer vergangenen Jahres wurde der Sendemast mit Strom- und Glasfaserleitungen angeschlossen. Der Weg dorthin war lang und begleitet von immer neuen Verzögerungen durch die Telekom. "Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen waren gefragt", so Bürgermeister Stefan Rottmann und auch Privatleute aus dem Ort fragten bei der Telekom immer wieder nach. Der Start des Sendebetriebes wurde noch Mitte Dezember vergangenen Jahres für Ende 2018 angekündigt und dann doch wieder verschoben. Nicht zum ersten Mal. Bereits in der ersten Hälfte 2018 war der Sendebetrieb geplant, dann Mitte vergangenen Jahres, dann im vierten Quartal und schließlich Ende 2018. Dass es dann noch bis 11. März dieses Jahres gedauert hat, lag nach Auskunft der Telekom an der verzögerten Lieferung von Systemteilen.

    Die Mobilfunkversorgung ist in den Gemeindeteilen außerhalb des Kernortes Schonungen noch sehr unterschiedlich. In Marktsteinach ist seit Anfang 2018 mobiles Telefonieren über das D1-Netz möglich. Seit dem vergangenen Jahr sind bereits Funkmasten außerhalb der Wohnbebauung in Löffelsterz und Reichmannshausen mit Vodafon Mobilfunksendern in Betrieb. Sie beziehen die Funksignale über eine Richtfunkverbindung von der Nassacher Höhe in den Haßbergen.

    Bis vor zwei Jahren war es noch fast aussichtslos, dass diese beiden Ortsteile von Schonungen besser mit Mobilfunk versorgt werden. Doch dann starteten deren Einwohner zusammen mit der Gemeinde Aktionen zur Schließung der Mobilfunklücken. Sogar Funk- und Fernsehen und die überregionale Presse wurden eingeschaltet. Das führte schließlich zum Erfolg, freut sich Bürgermeister Rottmann.

    Doch ein Wermutstropfen bleibt: Wer in Hausen nicht über das D1-Netz telefoniert, muss nach wie vor freie oder erhöhte Standorte suchen wegen des schwachen oder fehlenden Empfangs. Wer einen D1 Vertrag hat, der hat in Reichmannshausen Pech, wenn er telefonieren will und auch in Löffelsterz geht mit D1 noch wenig oder gar nichts. Das liegt daran, dass in Deutschland Roaming bei nationalen Verträgen nach wie vor nicht zugelassen wird. Doch auch dort plant die Telekom die Mobilfunkversorgung mit Anbindung der Sender über Richtfunkstrecken.

    Ein Anschluss mit Glasfaserkabeln wäre nach Auskunft von Karin Ehrhardt von der Deutschen Telekom dort wirtschaftlich nicht vertretbar. Deshalb laufen in den dortigen Gemarkungen zurzeit mit Unterstützung durch die Gemeinde Verhandlungen über mögliche Standorte für die Mobilfunksender, sodass eher eine Akzeptanz dieser Sendemasten durch die Bevölkerung gegeben sei, betont Karin Ehrhard. Eine Nutzung der Vodafon-Masten scheint nicht möglich oder sinnvoll. Laut Karin Ehrhardt ist eine Inbetriebnahme der Telekom-Sender in Löffelsterz und Reichmannshausen frühestens 2020 zu erwarten.

    Auf die Frage nach einer zukünftigen Versorgung mit 5G-Standard war die Antwort der Telekom eindeutig: Zwar möglich, aber Priorität haben zunächst die Ballungsgebiete und die Versorgung entlang der Autobahnen und Fernstraßen, so die Auskunft.  "Unser Ausbauziel in Sachen Mobilfunk ist eine flächendeckende Mobilfunkversorgung aller drei Anbieter und damit gleichwertige Lebensverhältnisse überall", so Bürgermeister Stefan Rottmann.

    Rottmann sieht in der Glasfasertechnik die Zukunft, um höhere Übertragungsraten zu ermöglichen. Vom Ausbau der Mobilfunknetze könnte schließlich auch die Breitbandversorgung mit Highspeed-Internet profitieren. Dies ist heutzutage ein wesentlicher Standortfaktor auch für Industrie, Gewerbe, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen. Auch die schnellere Alarmierung von Notdiensten bei Unfällen auf der Straße, in der Flur und im Wald sowie die Ortung ist via Mobiltelefon möglich.

    Um die Rundumversorgung im Gemeindegebiet möglichst zeitnah zu erreichen, gab die Gemeinde eine Markterkundung über das Mobilfunkzentrum an der Regierung der Oberpfalz im Rahmen des neuen Mobilförderprogramms in Auftrag. Auch die Bundestagsabgeordneten Dorothee Bär und Anja Weisgerber sind eingeschaltet. Einspruch oder Widerstände gegen das Aufstellen von Mobilfunkmasten gab in der Gemeinde Schonungen bisher kaum.

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