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    SENNFELD

    Entscheidung nach der ersten Tanzprobe

    Da sich für die Kirchweih 1978 zunächst keine Paare fanden, die auf dem Plan zur Kirm tanzen wollten, ging Flurer Willi Bernhardt (bei der Gemeinde angestellt) auf Werbetour, der die Sennfelderin Marga Pfister ansprach.

    Marga war zunächst unschlüssig, weil sich ihr Freund, der Schweinfurter Jürgen Schäfer, im Jahr zuvor über den Plantanz nicht begeistert gezeigt hatte. Schließlich konnte Marga Jürgen aber überreden, sich nach der ersten Tanzprobe zu entscheiden. Diese fand in der Werkstatt von Günter Geyer, der sich auch mit Vera Ziegler beteiligte, an der Dachsgrube unter der Leitung von Helga und Manfred Geyer statt. „Die bunt zusammen gewürfelten sieben Burschen und sieben Mädchen fanden sich sympathisch und beschlossen, sich als Planpaare zu engagieren“, blickt Marga zurück.

    Die Plantänze Walzer, Rheinländer, Schottisch und Dreher bereiteten keine Schwierigkeiten. So freuten sich die Planpaare auf ihre Vorstellung und die ersten Vorführungen ihrer Tänze beim Kirchweihball am Kirchweihsamstag im Saal des Gasthauses „Zur Krone“. Zuvor hatten sie sich noch beim Kaffeetrinken bei Isolde Tietze gestärkt. Denn 1978 erfolgte noch die Vorstellung der Planpaare beim Kirchweihball, einer öffentlichen Tanzveranstaltung, nicht wie heute auf dem Plan.

    Am Nachmittag hatte bereits Jürgen mit den übrigen sechs Planburschen seinen Beitrag geleistet, als sie mit dem Pferdegespann den Planbaum einholten. „Meine größte Sorge war, beim Fahren vom Stamm des Planbaumes herunterzurutschen“, gesteht Jürgen.

    Am Kirchweihsonntag hatte Günter Geyer die Prominenz hochleben lassen und Jürgen fühlte sich besonders einbezogen, als er ihn dabei mit den anderen Planburschen unterstützte. Das sich anschließende „Aushätschen der Gänsdreckli“, der Tanz mit den kleinen Sennfelderinnen in Tracht, bedeutete für Jürgen einen Höhepunkt. Denn die Gäste rund um den Plan spekulierten über die Herkunft des jeweiligen Planbursches, wenn er mit einer kleinen Sennfelderin vor dem Tanzen den Plan umrundete.

    „Vor 40 Jahren ist sehr ernst genommen worden, dass nur derjenige auf dem Plan tanzen durfte, der durch Planbursche oder Planmädchen eingeführt war“, erinnert sich Marga. So war sie ständig am Überlegen, wen sie oder Jürgen von Verwandten, Freunden oder Bekannten noch einführen müssten. Außerdem sei streng darauf geachtet worden, dass die Planpaare nachmittags und abends auf oder um den Plan herum präsent waren.

    Der Kirchweihmontag bedeutete für die Planmädchen eine besondere Vorbereitung. Denn es galt ein schönes Kleid zu finden und zu kaufen. Alle Planmädchen fanden es dann lustig, dass alle bei den Kleidern durch Zufall den aktuellen Farbton ausgewählt hatten. Die Burschen beeindruckten mit Stöß und geschmücktem Zylinder.

    Am Dienstag galt es, die Ständele (Musik mit Tänzen) bei den Planmädchen und bei Bürgermeister und Pfarrer zu absolvieren. Am Schluss stand das traditionelle Eierschmalzessen im Gasthaus „Zur Krone“ auf dem Programm, obwohl alle satt waren.

    Die Nachkirchweih brachte für Marga noch einmal einen Höhepunkt: Denn ihre Eltern organisierten das Kaffeetrinken für die Planpaare vor dem Auftritt auf dem Plan. Zum Abschluss zogen die Planpaare mit musikalischer Begleitung der Trachtenkapelle von der Krautgasse zum Plan, wo die Tänze nunmehr am dritten Tag des Auftrittes für die Planpaare Routine bedeuteten.

    Abschließend heben Marga und Jürgen Schäfer die freundschaftlichen Beziehungen zum ehemaligen Planpaar Margit und Willi Hartling sowie dem Planburschen Alfred Pfister hervor. Zur jährlichen Kirchweih sitzen sie zusammen um den Plan herum und denken zurück – dieses Jahr an das große Ereignis vor 40 Jahren.

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