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    Schweinfurt

    Es bleibt dabei: Erstmal kein zweiter Busbahnhof in Schweinfurt

    Die SPD scheitert auch im Stadtrat mit ihrem Antrag, am Vorplatz des Hauptbahnhofes einen zweiten Busbahnhof zu planen. Warum die Verwaltung das jetzt nicht will.
    Der Busbahnhof am Roßmarkt ist im Moment der Dreh-und Angelpunkt der Schweinfurter Stadtbusse. Die Verwaltung will erst den Nahverkehrsplan abwarten, bevor über einen zweiten Busbahnhof am Hauptbahnhof entschieden werden soll, wie ihn die SPD fordert. Foto: Stefan Pfister

    "Die Ungeduld wächst", brachte es Marietta Eder für ihre SPD-Fraktion auf den Punkt. Die Ungeduld mit der Verwaltung, endlich die Planung eines zweiten Busbahnhof-Standortes neben dem Roßmarkt in Schweinfurt in Auftrag zu geben und zwar auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofes.

    Schon im Hauptausschuss waren die Sozialdemokraten an der CSU-Mehrheit gescheitert, im Stadtrat stimmten nun neben der CSU auch proschweinfurt, ein Teil der Schweinfurter Liste/Freie Wähler, die FDP und die AfD mit der Verwaltung, die einem neuen Busbahnhof nicht grundsätzlich ablehnend gegenübersteht, diesen aber erst ins Auge fassen will, wenn der Nahverkehrsplan fertig ist, der die Grundlage für den geplanten großen Verkehrsverbund Mainfranken ab 2022 ist.

    So ganz nachvollziehen kann Marietta Eder das nicht, aus ihrer Sicht ist es zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs in der Stadt und insbesondere zur Erhöhung der Akzeptanz der Buslinien, nötig, dass die Stadtwerke ihr Netz überdenken und den Hauptbahnhof mehr mit einbeziehen. Dieser sei die Schnittstelle, um Pendler aus der Region schnell und bequem per Bus in die Stadt sowie zu den Industriebetrieben zu befördern. Die Bahn, aber auch regionale und überregionale Buslinien kommen am Hauptbahnhof an, der Weitertransport sei zwar gegeben, aber nicht ideal.

    Den Antrag für einen zweiten Busbahnhof und eine deutliche Aufwertung des Areals vor dem Hauptbahnhof, möglicherweise zusätzlich mit einem neuen Parkhaus, verfolgen die Sozialdemokraten schon lange. Bisher wurden die Ideen verwaltungsseitig nicht aufgegriffen.

    Verwaltung will erst das Nahverkehrskonzept erstellen lassen

    Im Stadtrat verwies Finanzreferentin Anna Barbara Keck auf das im Moment laufende Nahverkehrskonzept. Natürlich sei klar, dass der ÖPNV nicht an der Stadtgrenze aufhöre, man werde auch alles dafür tun, als Verkehrsverbund in Stadt und Landkreis kein "weißer Fleck in Bayern" mehr zu sein. Gleichwohl hält Keck viel davon, den im Rahmen der Verkehrsverbund-Planungen mehrfach im Stadtrat vorgeschlagenen Weg einzuhalten: Erst braucht es eine große Bestandsaufnahme, danach kann man sehen, welche Konsequenzen zu ziehen sind.

    Bei der Erhebung durch eine Fachfirma, die über ein Jahr dauert, werden alle Linien egal ob Bus oder Eisenbahn, abgefahren, Fahrgäste gezählt und befragt. 80 verschiedene Anbieter gibt es in der Region, die alle unter einen Hut gebracht werden müssen, da am Ende auch das Ziel steht, dem Fahrgast zu ermöglichen, mit nur einem Ticket "vom Kreuzberg bis zum Käppele" zu kommen, wie es Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) schon oft als Ziel formuliert hat.

    Der Stadtrat folgte mehrheitlich dieser Argumentation. Grünen-Fraktionssprecher Reginhard von Hirschhausen stimmte für den SPD-Vorschlag und bat darum, das Gremium solle "rechtzeitig" informiert werden, inwiefern ein zweiter Busbahnhof oder eine Einbindung einer zu reaktivierenden Steigerwaldbahn sinnvoll sei. Mit "rechtzeitig" meinte von Hirschhausen insbesondere, dass der Stadtrat nicht vor vollendeten Tatsachen steht, sondern die Möglichkeit hat, Weichen zu stellen.

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