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    Gerolzhofen

    Es werden Wohnungen gebaut

    Diesen freien Platz an der Andreas-Hippler-Straße hat die Stadt Gerolzhofen an einen hiesigen Investor verkauft. Dieser will hier ein Mehrfamilienhaus errichten. Foto: Klaus Vogt

    Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in Gerolzhofen ist nach wie vor sehr hoch. Besonders Wohnungen mit einem kleineren Zuschnitt, die für Paare oder Singles geeignet sind, sind stark gesucht. In absehbarer Zeit dürfte hier etwas Druck aus dem Kessel genommen werden, denn gleiche mehrere Bauprojekte von verschiedenen privaten Investoren sind in Planung oder haben bereits begonnen.  

    Die Stadt Gerolzhofen unterstütze die verschiedenen Projekte nach Kräften, betont Bürgermeister Thorsten Wozniak, insbesondere weil man selbst zwei Grundstücke an private Investoren zur Wohnbebauung verkauft hat oder verkaufen wird. Entsprechende Informationen der Redaktion bestätigte der Bürgermeister auf Nachfrage.

    Parkplatz wird Bauplatz

    Da ist zunächst der freie Platz zwischen der Andreas-Hippler-Straße und der Bahnhofstraße: Die geschotterte Fläche gegenüber des Feuerwehrhauses war ursprünglich als Parkplatz gedacht. Weil hier aber kaum Nachfrage nach Stellplätzen bestand, wurde der Platz vom Stadtbauamt auch genutzt, um für die Dauer der Bauarbeiten Aushubmaterial und Schüttgut von diversen städtischen Baustellen zu lagern. Nun ist die Fläche wieder freigeräumt, Autos parken dort aber kaum, zumal die Fläche schlammig ist und viele Pfützen hat. Die Stadt hat jetzt fast das gesamte Areal an einen Unternehmer aus Gerolzhofen verkauft, der hier einen Komplex mit Mehrgeschoss-Wohnungen errichten wird. Das Ganze wird sich gut einfügen, denn südlich angrenzend, direkt an der Bahnhofstraße, steht bereits ein Wohnblock mit zwölf Eigentumswohnungen, der im Jahr 1997 unter Federführung der Wohnungsbaugenossenschaft Gerolzhofen errichtet wurde.

    Der Kaufvertrag für den ehemaligen Parkplatz sei bereits notariell beurkundet, sagt Bürgermeister Wozniak. Lediglich direkt an der Andreas-Hippler-Straße behält die Stadt noch einen Streifen zurück, der laut Bürgermeister für öffentliche Parkplätze genutzt werden wird. Für den Bau des Mehrfamilienhauses ist rechtlich eine Änderung des Bebauungsplan notwendig, die dem Stadtrat in seiner Sitzung am Montag, 27. Mai, zur Entscheidung vorgelegt werden soll. 

    Spielplatz wird Bauplatz

    Bei dem zweiten Grundstück aus städtischem Eigentum handelt es sich um den ehemaligen Spielplatz am Fußweg zwischen dem Rübezahlhaus und der Julius-Echter-Straße. Die Spielgeräte sind bereits abgebaut. Stadt und die potenzielle Grundstückskäuferin sind sich einig, allerdings fehlt noch der Beurkundungstermin beim Notar. Auch auf diesem Areal soll ein größeres Mehrfamilienhaus entstehen, das sich laut Bürgermeister optisch in die bestehende Bebauung der Umgebung einfügen soll.

    Der ehemalige Spielplatz am Rübezahlhaus (im Hintergrund) ist bereits abgeräumt. Die städtische Fläche wird verkauft, damit hier ein Mehrfamilienhaus entstehen kann. Foto: Klaus Vogt

    Der Verkauf des Spielplatzes ist Teil eines Spielplatz-Konzepts, das die CSU-Fraktion im Stadtrat vorgelegt hatte und das in Teilen bereits vom Gremium beschlossen worden ist. Ziel des Konzepts ist es, einige der kaum frequentierten Spielplätze im Stadtgebiet zu schließen, zu Bauland umzuwandeln und mit dem erlösten Geld dann die übrigen Plätze aufzuwerten beziehungsweise einen neuen attraktiven Groß-Spielplatz anzulegen. Die Detailplanung ist allerdings noch nicht erfolgt, nicht zuletzt durch die hohe Arbeitsbelastung des Stadtbauamts und den Wechsel an der Spitze der Abteilung. Der Verkaufserlös des Geländes hinter dem Rübezahlhaus gehe aber schon mal auf das "virtuelle Spielplatzkonto", teilt der CSU-Fraktionsvorsitzende Arnulf Koch auf Anfrage mit.

    Tankstelle wird Bauplatz

    Neues gibt es auch vom weitläufigen Grundstück der ehemaligen Tankstelle Thomas an der Schallfelder Straße. Die bisherigen Eigentümer haben die Fläche inzwischen verkauft an die Schweinfurter Immobilien Management & Bau GmbH & Co. KG (IMB) mit den Geschäftsführern Jan Janousek und dem Geldersheimer Bauunternehmer Peter Kruppa. Nach dem Abriss der alten Tankstelle und des Bungalows im hinteren östlichen Bereich sollen auf der freigeräumten Fläche insgesamt 18 Eigentumswohnungen entstehen. Die Wohnungen werden laut Jan Janousek zwischen 43 und 118 Quadratmeter groß sein.

    Das Projekt trägt den Namen "Geo Sonnenterrassen". Geplant sind zwei versetzt stehende Gebäude mit jeweils zwei Obergeschossen, deren Balkone alle in Richtung Süden ausgerichtet sind. Die Häuser werden behindertengerecht gebaut, unter anderem wird es deshalb auch Aufzüge geben. "Die Ausstattung wird ein gehobenes Niveau haben", betont Janousek. Die Pkw-Stellplätze sind an der Schallfelder Straße vorgesehen.  Wenn alles reibungslos klappt und die Abbruch- und Baugenehmigungen wie geplant bewilligt werden, sollen die 18 Wohnungen schon bis Ende nächsten Jahres bezugsfertig sein.  

    Neun Wohnungen am Ziegelweinberg

    Begonnen haben unterdessen die Bauarbeiten an einem Mehrfamilienhaus, das links direkt an der Einfahrt zum Ziegelweinberg auf dem Grundstück Nummer 1 entstehen wird.  Der Stadtrat hatte bereits im März und im April 2018 dieses Bauprojekt eines Gerolzhöfer Unternehmers behandelt. Es hatte im Gremium zunächst noch Widerstand gegen die Position einiger Pkw-Stellplätze gegeben. Für das Mehrfamilienhaus mit neun Wohneinheiten müssen laut Bebauungsplan auf dem Grundstück insgesamt 15 nicht überdachte Parkplätze auf versickerungsfähigem Belag nachgewiesen werden: je zwei Stellplätze für die sechs Wohnungen in den beiden Vollgeschossen und je ein Parkplatz für die drei Wohnungen im Dachgeschoss. Nach einer Umplanung durch den Bauherren wird das Sichtdreieck im Kreuzungsbereich Berliner Straße/Ziegelweinberg nun von den Stellplätzen freigehalten und die Stadträte erteilten daraufhin ihr Einvernehmen. Derzeit wird die Baugrube ausgehoben.

    Elf Wohnungen im Steingraben

    Weiterer Wohnraum entsteht in der Altstadt, und zwar in der Steingrabenstraße 22 im ehemaligen Armenhaus der Stadt. Ende vergangenen Jahres hat die Stadt das große Gebäude an einen weiteren privaten Investor aus Gerolzhofen verkauft, der mit den anderen derzeit laufenden Bauprojekten allerdings nichts zu tun hat. Die bestehende Wohnfläche von insgesamt 760 Quadratmeter wird neu aufgeteilt, so dass am Ende elf moderne und innenstadtnahe Wohnungen entstehen werden. Die Pkw-Stellplätze werden im weitläufigen Hof des Anwesen vorgehalten. Die Entkernung des Hauses hat bereits begonnen.

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