• aktualisiert:

    GELDERSHEIM

    Farbenspiele auf der Schulwiese

    „Auch Kinder haben ein Recht auf Design“, findet Architekt Joachim Perleth, als er im Gemeinderat die Farbgebung des Neubaus an der Schule vorstellte: Töne zwischen hoffnungsvollem Grün, luftigem Blau und sonnigem Gelb sollen Emotionen auf dem Lebensweg zwischen Kinderkrippe, Kindergarten und Schulalter widerspiegeln: die Mittagsbetreuung mit Mensa ist auch für die Schüler gedacht.

    3D-Impressionen, die das Planungsteam auf dem Laptop hatte, zeigen einen Bau auf der architektonischen und technischen Höhe der Zeit: mit beigen Grundtönen nach Außen, Holzelementen und gefühlvoller Farbwirkung nach Innen. Außerdem einem Aluminiumdach auf dem Querriegel (für den Herbert Ziegler Photovoltaik vorschlug) sowie zwei Rasendächern auf den Vorbauten.

    Runde LED-Leuchten rücken die Bildungsstätte ins rechte Licht, Stoff-Sonnenschutz hält zuviel Licht ab. Die (Fußboden-)Heizung wird ans Netz der Schule angeschlossen. Im umhegten Außenbereich finden sich Matschecken, Bobbycar-Bahnen und diverse Spielgeräte, sowie eine „Sicherheits-Schleuse“ Richtung Straße. „Schuhe raus“ lautet die Devise im Eingangsbereich, auch für Erwachsene. Die Parkplätze liegen auf der Feuerwehrseite.

    Der Gartenbereich soll giftfrei sein, ebenso die Mineralschaum-Wände („wenn mal ein Kind an der Wand leckt“). Giftelnd wurde allerdings die Stimmung zwischen den Fraktionen, als rasante Kostenmehrungen im boomenden Baugewerbe zur Sprache kamen: der Aufwand für Kindergartengruppen nähert sich laut Perleth in den letzten Jahren der Millionengrenze. Zwar steigt mit den Kosten auch der Zuschuss. Allerdings ist an der Schule nun von 4,9 statt 4,2 Millionen Euro die Rede, ohne Innenausstattung. Für die Gemeinde könnte dies etwa 3 Millionen Euro Eigenanteil bedeuten.

    Annemarie Schuler (CSU) erinnerte daran, dass man im Frühjahr 2017 eine Kostenschätzung von 4,7 Millionen Euro gehabt habe, „mit Bücherei“. Es sei dann ein Bürgerbegehren initiiert worden, weil man sich letztere angeblich nicht habe leisten können. Nun, nach der Verzögerung, habe man 4,9 Millionen Euro Kosten, ohne Bibliothek: „War es das wert?“ Martin Schlör (Junge Liste) sah es politisch ähnlich, trotz eines „schlüssigen Konzepts“ der Planer. Über den Bürgerentscheid solle der Wähler urteilen. 66 Prozent der abstimmenden Bürger hätten bereits entschieden, konterte Markus Vogel für die Freien Wähler: für Thomas Hemmerich faktisch nur ein kleiner Teil der Bevölkerung. Bürgermeister Oliver Brust wollte angesichts des „großen Projekts“ die Emotionen nicht mehr aufkochen.

    Einen Schlagabtausch zwischen Erich Hemmerich („So einfach geht das nicht“) und Irmgard Pawlak verhinderte das nicht. „Die Verzögerung ist erst durch den Gedanken gekommen, die Bücherei zu bauen“, sagte die SPD-Gemeinderätin. Außerdem habe es auf Wunsch der Regierung eine Umplanung gegeben. Laut Hemmerich drohen Endkosten von mehr als 5 Millionen Euro, der Bürgerentscheid sei ein „Rohrkrepierer“ gewesen. Trotz solcher kräftigen Rottöne in der Debatte: Planung und Kosten wurden am Ende einstimmig anerkannt.

    Gebilligt wurden auch Hinweisschilder, an der Bushaltestelle am Marktplatz ebenso wie an der Kreuzung Würzburger Straße/SW 31. Diese Wegweiser sollen gemäß einem Vorschlag von Thomas Starek den Verkehr zu öffentlichen Einrichtungen wie Rathaus, Schule oder Gewerbegebiet lenken (inklusive E-Ladestation am Parkplatz der Hofhaltung, die gesondert beschildert wird). Die Kosten liegen bei etwa 2500 Euro. Thomas Kundmüller war dagegen, in Zeiten des Navi wachse damit nur der Schilderwald.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!