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    Gernach

    Festliche Jubiläumsfeier zum 50. Geburtstag

    Für 40 Jahre Treue zum Sportanglerverein Gernach geehrt und zu Ehrenmitgliedern ernannt: Vorsitzender Edwin Pohli, Klaus Kobosil, Franz Häusner, Peter Claassen, Helmut Eisenmann, 2. Vorsitzender Thomas Eberlein Foto: Erhard Scholl

    50 Jahre besteht der Sportanglerverein Gernach – das genaue Geburtsdatum ist der  17. März 1969. "Geburtsort" war das Gasthaus Pfeffermann. Die Gründungsmitglieder waren Richard Pohli 1.  Werner Heck, Alois Treutlein, Erich Weidinger, Richard Schuler, Ernst Back, Lothar Weilhöfer und Ludwig Pfrang. So berichtete Peter Claassen in seinem Rückblick auf die 50 Jahre Vereinsgeschichte des Sportangelvereins Gernach. Mit Lothar Weilhöfer verstarb das letzte Gründungsmitglied im August diesen Jahres.

    Vorsitzender Edwin Pohli, der das Amt des Vorsitzenden von seinem Vater im Jahr 1991 übernommen hatte und seither innehat, begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste. Sein besonderer Gruß galt dem zweiten Bürgermeister Martin Mack, den Gemeinderäten und den Vorsitzenden der Gernacher Vereine, sowie den Ehrenmitgliedern des Sportanglervereins. Er erinnerte an alle Vereinsmitglieder, die in den vergangenen 50 Jahren verstorben waren mit Namen und bat alle, sich zu ihrem Gedenken von den Plätzen zu erheben.

    "In den vergangenen 50 Jahren hat sich der Sportanglerverein Gernach in der Gemeinde einen Namen gemacht" stellte er unter dem Beifall der Versammlung fest, um anschließend etwas "aus dem Nähkästchen" zu plaudern: bis zu seinem 37. Lebensjahr habe er – sehr zum Leidwesen seines Vaters – sich wenig aus der Anglerei gemacht. Eher aus einer Augenblicksidee, die im Kreis seiner Kameraden entstanden sei, habe man sich entschlossen, die Angelprüfung abzulegen, die im Jahr 1990 alle erfolgreich bestanden  - noch rechtzeitig, dass er im Jahr 1991 den Vorsitz von seinem Vater übernehmen konnte. Mit Blick auf seine 28 Amtsjahre stellte er fest, dass ihm das Amt des Vorsitzenden mit all den Aufgaben, wie die Organisation des Fischfestes, das Winterangeln, die Veranstaltung der Ausflüge, die baulichen Maßnahmen, der Bau und Erhalt der Fischerhütte und der Seen immer Spaß gemacht habe – "auch wenn ich natürlich manchmal eine schlaflose Nacht hatte, wenn es Probleme gab".

    Sein Dank galt allen Mitgliedern und den Ausschussmitgliedern für ihre Unterstützung. Sein Dank galt vor allem den Frauen, ohne die das Fischerfest nicht zu stemmen gewesen wäre. Mit berührenden Worten bedankte er sich bei seiner Frau Karin: "Du hast mir in diesen 28 Jahren immer zur Seite gestanden." Mit den guten Wünschen für die Zukunft des SAV und den Worten: "Wir müssen weiter an einem Strang ziehen" übergab er das Wort an den 2. Bürgermeister Martin Mack, der die Glückwünsche und Grüße der Gemeinde überbrachte – und dazu ein Geldgeschenk. Die Vereine seien – auch im digitalen Zeitalter – das "soziale Netzwerk" in den Gemeinden, vor allem Bindeglied zwischen den Generationen. Der Sportangelverein sei ein wesentliches Element der Gernacher Vereinsgemeinschaft, das Fischfest sei "ein Stück Gernacher Identität".

    Er bedankte sich auch für das soziale Engagement des Sportanglervereins: so beteilige sich der Verein schon mehrere Jahre an der Ferienspaßaktion der Gemeinde, der Verein habe einen wesentlichen Anteil der Kosten für die Renovierung der Wolfskapelle übernommen, zu  Bildstockrenovierungen im Gernacher Gemeindegebiet wesentliche Beiträge geleistet und auch sonst für soziale Zwecke gespendet, u.a. für den Gernacher Kindergarten. Das Gelände rund um die Gernacher Seen sei dank der Pflege durch die Vereinsmitglieder ein kleines Naherholungsgebiet – beliebt bei Spaziergängern auch aus anderen Orten. Dieter Dietz überbrachte die Glückwünsche der Eigenheimervereinigung Gernach und hob die gute Nachbarschaft mit dem Eigenheimerheim hervor. Man unterstütze sich gegenseitig, und helfe sich auch immer wieder gegenseitig mit Gerätschaften aus.

    Die Vorsitzende des Frauenbundes, Gaby Berchtold überbrachte auch die Grüße von KAB und Johannisverein. Sie hatte einen Käscher mitgebracht – mit vielen bunten Talern. Sie stellten die Buntheit der Mitglieder des SAV dar. Den Gruß für die Musikkapelle und den TSV Gernach überbrachte Alfred Glos. Unter seiner Leitung  umrahmte die Musikkapelle Gernach die Jubiläumsfeier mit musikalischen Einlagen und sorgte mit ihren Weisen mit für die festliche Stimmung. Reinhard Heck überbrachte die Glückwünsche der Freiwilligen Feuerwehr und wünschte den Sportanglern weiterhin "Petri Heil", Hugo Hetterich gratulierte für das Seniorenforum. Im Unterschied zu den Sportanglern, bei denen  - wie bei vielen anderen Vereinen – der Nachwuchs Sorgen mache, hätte der Seniorenkreis diese Sorge nicht: alt werden die Leute von allein; "und wenn das Angeln nicht mehr so recht geht, könnt ihr gern zu uns kommen" - so Hugo Hetterich mit einem Augenzwinkern. Edwin Pohli bedankte sich für die vielen Glückwünsche: "Es tut gut, wenn man so viele aufmunternde Worte hört.".

    Der Tagesordnung "Ehrungen" nahm naturgemäß aufgrund der vielen Mitglieder die zu ehren waren, einen besonderen Platz ein. Edwin Pohli und Thomas Eberlein nahmen die Ehrungen vor. Die Mitglieder, die 40 Jahre oder mehr dem Sportangelverein Gernach die Treue gehalten hatten, wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Anschließend übergab der Vorsitzende einen Scheck über 1000 Euro an den Kirchenpfleger der St. Aegidius-Gemeinde Michael Werner für die Glocken, die neu angeschafft wurden. Er bedankte sich auch in Vertretung für Pfarrer Thomas Amrehn, Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat von Gernach für die Spende. Leider, so teilte er in diesem Zusammenhang mit, verzögere sich die Überprüfung der Glocken weiter, sodass die Übernahme durch die Gemeinde St. Aegidius und die anschließende Weihe weiter verzögere – wohl bis ins neue Jahr. Vor dem leckeren Abendessen mit Leberknödelsuppe, Burgunderbraten und der Eisbombe als Nachtisch gab Peter Claassen einen Rückblick auf die 50 Jahre Geschichte des Sportanglervereins Gernach.

    Schon im Jahr 1964 wurde der Bühlsee von den Pionieren des SAV von der Gemeinde Gernach, damals noch selbständige Gemeinde – gepachtet. Man setzte im Frühjahr kleine Karpfen und Schleien ein, die man im Spätherbst mittels Netz abfischte und den Gernachern zum Kauf anbot. Nach der Flurbereinigung wurden weitere Seen am jetzigen Gelände für 1000 Euro von der Gemeinde gepachtet, die bis dahin acht Mitglieder des SAV – die Gründungsmitglieder – pachteten dann den See zusammen mit dem Road and Gun-Club Kitzingen. Die Amerikaner zahlten die Pacht, waren gern zu Gast bei den Gernacher Festen, und die Gernacher waren in Kitzingen bei den Festen der Amerikaner gern gesehen.

    Ein weiterer Markstein der Vereinsgeschichte: Der Bau der Fischerhütte, damals "Mehrzweck-Geräteschuppen" benannt, im Jahr 1972. Im August 1974 fand das erste Fischfest statt, das ein Jahr später erstmals zwei Tage lang gefeiert wurde – an den Gernacher Seen. Ab 1979 war der SAV alleiniger Pächter der Seenanlagen, man hatte sich in beiderseitigen Einvernehmen vom Road and Gun-Club getrennt, nachdem der Pachtvertrag ausgelaufen war.  Dauerndes Regenwetter, das das Gelände an den Gernacher Seen grundlos machte, brachte die SAV-ler auf den Gedanken, das Fischfest 1987 "ausnahmsweise" am TSV-Sportheim zu feiern. Der Chronist vermerkt: "Wie sich heraustellte, war dies eine der besten Entscheidungen, die beim SAV je getroffen wurde. Denn der Erfolg war so riesig….  dass es dabei blieb und seither das Fest am Sportheim stattfindet." 1994 feierte man Richtfest für die Garage der Fischer an der Gartenstraße; diese Garage wurde benötigt, um die Gerätschaften der Fischer aufzubewahren. Mit guten Wünschen für die Zukunft des SAV und dem Hinweis, dass der Altersdurschnitt der Mitglieder des SAV im Jahr 2018 bei 59,05 Jahren lag, beendete Peter Claassen  seinen Rückblick über die Vereinsgeschichte. Nach dem festlichen Essen das von allen sehr gelobt wurde, konnte man eine Lichtbilderschau genießen, die Alfred Schneider vorbereitet hatte. Er hatte dafür viele Dias digitalisiert, die noch vor der Internet-Zeit gemacht worden waren. Viele schöne Erinnerungen wurden dabei wieder aufgerufen, und nicht selten war zu hören: "Kinder, wie die Zeit vergeht." Noch lange blieb man bei angeregtem Gespräch, Austausch über gemeinsame Erlebnisse im Sportheim des TSV Gernach beieinander.

    Die Geehrten des SAV:

    40 Jahre und über 40 Jahre – sie wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt, erhielten einen Krug mit ihrem Namen und eine Ehrenurkunde:  Pohli Adolf, Claassen Peter, Eisenmann Helmut, Häusner Franz und Kobosil Klaus.

    Für 25 Jahre Treue wurden mit einem Porzellanteller und einer Urkunde geehrt: Eberlein Thomas, Heck Reinhard,  Nickel Winfried, Pohli Edwin,  Treutlein Werner,  Kobosil Michael und Blachutzik Irmgard.

    Mit einer Urkunde und einem Bocksbeutel als Anerkennung für ihre 15-jährige Mitgliedschaft zum Sportanglerverein wurden geehrt: Lutsch Andreas,  Nickel Johannes Lutsch Robert, Hauck Josef, Heck Engelbert, Weilhöfer Edmund und Schneider Josef.

    Einen Brotzeitkorb für seine 15-jährige Tätigkeit als Hüttenwirt in der Fischerhütte am Gernacher See erhielt Engelbert Heck.

    Eröffnet den Reigen der Grußworte: Martin Mack, 2. Bürgermeister von Kolitzheim überbringt die Glückwünsche der Gemeinde und würdigt die Verdienste des SAV um die Dorfgemeinschaft und das "Naherholungsgebiet Gernacher Seen" Foto: Erhard Scholl
    Blick ins Publikum bei der Jubiläumsfeier "50 Jahre Sportanglerverein Gernach": links im Bild der 1. Vorsitzende Edwin Pohli, neben ihm seine Frau Karin; rechts 2. Vorsitzender Thomas Eberlein Foto: Erhard Scholl
    Ehrung für 25 Jahre Treue zum Sportanglerverein:1. Vorsitzender Edwin Pohli und 25 Jahre Mitglied, Michael Kobosil, Reinhard Heck, Winfried Nickel, Irmgard Blachutzik, Werner Treutlein, Thomas Eberlein,2. Vorsitzener und 25 jahre Mitglied Foto: Erhard Scholl
    Als Dankeschön für seine 15-jährige Betreuung der Fischerhütte an den Gernacher Seen als "Hüttenwirt" bekommt Engelbert Heck einen Brotzeitkorb und eine Urkunde von den beiden Vorsitzenden des SAV überreicht. Foto: Erhard Scholl
    Blick zurück in die Geschichte des Sportanglervereins: Peter Claassen, der lange Schriftführer des SAV war, bietet einen detailreichen und informativen Rückblick in die Geschichte des Jubiläumsvereins: aus kleinen Anfängen am Bühlsee ist der SAV zu einem wichtigen Teil des sozialen Lebens in Gernach geworden Foto: Erhard Scholl
    Eine großzügige Spende von 1000 Euro für die neuen Glocken übergeben die beiden Vorsitzenden des Sportanglervereins, Edwin Pohli und Thomas Eberlein an den Kirchenpfleger der Kirchenstiftung St. Aegidius, Michael Werner. Er dankt im Namen von Pfarrer Amrehn und der Kirchenstiftung Foto: Erhard Scholl

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