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    Gerolzhofen

    Feuerwehr Gerolzhofen zeigt ihr Einsatzspektrum

    Beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr Gerolzhofen wurde auch der Einsatz mit den grünen Chemieschutzanzügen vorgeführt. Die Atemschutzträger benötigen zwei Mann als Hilfe, um die Spezialanzüge anzulegen. Foto: Klaus Vogt

    Die Feuerwehr Gerolzhofen öffnete am Sonntag ihre Türen und Tore für Interessierte aus der ganzen Region. Zahlreiche Besucher strömten ab elf Uhr auf das Gelände, darunter viele Familien, und staunten über den ausgestellten Fuhrpark oder ließen es sich mittags bei Steckerlfisch, Steak, Bratwurst und Pommes gut gehen.

    Besonders für die jüngeren Besucher war Einiges geboten: mit einem Strahlrohr Bälle von Pylonen spritzen, einen Feuerwehrmann aus verschiedene Armaturen zusammenbauen oder eine Rallye quer durchs Feuerwehrhaus. Die Jugendfeuerwehr leistete an den verschiedenen Stationen bereitwillig Hilfe. Und natürlich wurde auch der Kindertraum, einmal in einem großen Feuerwehrauto mitzufahren, erfüllt: Ein Löschfahrzeug fuhr den ganzen Nachmittag über vor Glück strahlende Kinder und so manch begeistertes Elternteil durch Gerolzhofen.

    Informationen der Polizei

    Auch die Polizei und das Rote Kreuz waren vor Ort. Die Polizei informierte an ihrem Stand über Sicherheitsmaßnahmen für Kinder in Kraftfahrzeugen und führte mit einer Rampe vor, was mit einem nicht angeschnallten Kind (dargestellt von der Puppe "Pumuckl") bei einem Verkehrsunfall alles passieren kann. Der Rettungsdienst öffnete die Türen eines Rettungstransportwagens und erklärte Interessierten die verschiedenen medizinischen Gerätschaften.

    Für die Erwachsenen stand derweil ein Schrottauto bereit, das darauf wartete mit schwerem hydraulischen Gerät zerlegt zu werden. Einmal selbst wie ein Feuerwehrmann mit Schere und Spreizer arbeiten - für viele eine tolle Erfahrungen.  Auch Landrat Florian Töpper ließ es sich nicht nehmen, selbst einmal Hand anzulegen. Mit Schutzausrüstung und herunter geklapptem Visier ging es ans Werk. Bürgermeister Thorsten Wozniak beobachtete das Geschehen aus sicherer Entfernung und begrüßte anschließend gemeinsam mit dem Landrat die anwesenden Besucher.

    Landrat Florian Töpper (Mitte) testete selbst das Zerschneiden eines Unfallwagens mit der Rettungsschere. Foto: Johannes Vogt

    Schauübung mit Gefahrstoffen

    Kurz darauf schellten zum ersten Mal die Alarmglocken und aus den Lautsprechern verkündete eine Stimme: "Übungsalarm! Übungsalarm! Unfall mit Gefahrgutaustritt. Eine Person in Gefahr”. Wie im echten Einsatz rannten die Feuerwehrleute zu ihren Spinden, zogen sich um und rückten anschließend aus. Nach einer kurzen Schleife fuhr der komplette Zug mit Blaulicht und Martinshorn vor dem Feuerwehrhaus in Stellung und die Einsatzkräfte machten sich ans Werk.

    Ein Anhänger voller Salzsäure war verunglückt. Eine Puppe lag kontaminiert inmitten des Gefahrgutes. Zusätzlich zum schweren Atemschutz rüsteten sich daher noch zwei Kameraden mit Chemieschutzanzügen, kurz CSA, aus. In diesen luftdichten Anzügen seien die Kameraden vor Kontamination geschützt, erklärte Kommandant Roland Feller, der sämtliche Übungen und Vorführungen erklärend moderierte. Allerdings ist die Arbeit unter schwerem Atemschutz in den CSA eine echte Knochenarbeit.

    Not-Dekontamination aufgebaut

    Mit eine Trage wurde die Holzpuppe aus dem Gefahrenbereich gerettet und anschließend von einem weiteren Trupp unter Atemschutz in einer eigens dafür errichteten Not-Dekontaminationsstelle gereinigt und abschließend an den Rettungsdienst übergeben.

    Zwischen den Übungen führte die Feuerwehr mehrere Fettbrandexplosionen durch und zeigten hierbei eindrucksvoll, was passiert, sollte man versuchen, zuhause in der Küche einen Fettbrand mit Wasser löschen zu wollen.

    Während am Nachmittag die Besucher es sich bei Kaffee und einem Stück der über 30 Kuchen gut gehen ließen, verkündeten die Lautsprecher den Beginn der zweiten Schauübung. Dieses mal war ein PKW verunfallt. Das Auto war frontal auf ein aus einem Container ragendes Stahlrohr geprallt - das Rohr hatte die Windschutzscheibe durchschlagen und das Auto der kompletten Länge nach aufgespießt. Die Fahrerin war noch im Fahrzeug eingeklemmt und musste befreit werden.

    Auf großes Interesse stieß die Schauübung, bei der die Personenrettung nach einem schweren Verkehrsunfall simuliert wurde. Foto: Johannes Vogt

    Schauübung mit Verkehrsunfall

    Zunächst entfernten die Feuerwehrleute beide Türen, um den ebenfalls mit übenden Sanitätern eine Zugangsöffnung zu der verletzten Frau zu schaffen. Nachdem der Rettungsdienst bestätigt hatte, dass die eingeklemmte Person nicht lebensbedrohlich verletzt war und daher nicht schnellstmöglich gerettet werden musste, leiteten die Floriansjünger eine patientenschonende Rettung ein. Hierzu entfernten sie das komplette Dach des Fahrzeugs, um die Frau anschließend achsengerecht, also ohne Verdrehung der Wirbelsäule, über eine spezielle Trage nach hinten aus ihrem Auto zu befreien.

    Besonders für die Jüngeren war es ein Erlebnis, als Zuschauer so nahe bei den arbeitenden Feuerwehrleuten zu stehen. Einige Mutige trauten sich nach der Übung sogar bis ganz nach vorne und bestaunten die Geräte aus nächster Nähe. Kommentar eines Kindes: "Wie beim Feuerwehrmann Sam, der hat auch so was."

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