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    Schallfeld

    Feuerwehrauto unter Gottes Schutz gestellt

    Vor dem neuen Mannschaftstransporter der Schallfelder Wehr (von links): Fahnenträger Martin Fackelmann, Kreisbrandinspektor Alexander Bönig, Vereinsvorsitzender Rainer Hawelka, Kreisbrandmeister Fabian Haubenreich, Kommandant Marco Gräf, Kreisbrandrat Holger Strunk, Bürgermeister Wolfgang Anger, Landrat Florian Töpper, Landtagsabgeordnete Barbara Becker und Vikar Kai Söder. Foto: Lothar Riedel

    Am vergangenen Sonntag wurde der neue und moderne Mannschaftstransportwagen „MTW 14/1“ der Schallfelder Wehr nach der Segnung durch Vikar Kai Söder offiziell in die Hände der Floriansjünger übergeben. Die lange Odyssee des Autos fand nun ein Ende. Söder betonte in seiner Predigt, dass das Ehrenamt bei der Feuerwehr auch seelische Belastungen mit sich bringe, die verarbeitet werden müssten und erinnerte an Wehreinsätze in den letzten Monaten in der Gemeinde.

    Nicht nur Politprominenz wie Landrat Florian Töpper und die Landtagsabgeordnete Barbara Becker aus Wiesenbronn waren gekommen, sondern auch Spender, wie örtliche und umliegende Firmen sowie Privatpersonen, die sich finanziell an dem Mannschaftstransporter beteiligten. Auch die Feuerwehrführungsriege des Landkreises unter der Leitung von Kreisbrandrat Holger Strunk reihte sich in den Festreigen ein. Unter den etwa 220 Gästen waren auch zehn Wehrabordnungen mit rund 100 Frauen und Männern aus umliegenden Gemeinden, die an der Segnung teilnahmen.

    180 Stunden lang umgebaut

    Die Feier erfolgte mit einem Festbetrieb am Gerätehaus. Fachkompetente Feuerwehrmänner bauten in Eigenleistung in der Spenglerei Werner Mack das Fahrzeug entsprechend den Erfordernissen der Wehr um. Dafür investierten die „Monteure" 180 Stunden. Die Ausbaukosten wurden vom Feuerwehrverein übernommen.

    Bürgermeister Wolfgang Anger reflektierte in seiner Festansprache den kurzen Weg der Lösungsfindung. Der Bürgermeister ist für seine pragmatischen Entscheidungen bekannt. Somit können sich die 48 Feuerwehraktiven über einen „nigelnagelneuen Mannschaftstransportwagen“ freuen, wie Anger anmerkte.

    Im Juli 2017 wurde im Lülsfelder Gemeinderat  der Beschluss gefasst, ein neues Fahrzeug anzuschaffen. Die Investitionskosten betrugen rund 35 000 Euro, wobei 6000 Euro durch Spenden und einen Zuschuss vom Feuerwehrverein finanziert wurden. „Damit wurde zur Erhaltung und Verstärkung der Schlagkraft im Einsatzfall ein weiterer wichtiger Schritt gemacht“, betonte der erste Kommandant in seiner Ansprache. Marco Gräf bedankte sich bei allen Umbauhelfern und richtete ein dickes Dankeschön an die Gemeinde, durch die die Hauptfinanzierung erfolgte.

    Vereinsvorsitzender Rainer Hawelka lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Wehr und Verein als Beispiel eines perfekten Dreierbündnisses. Hawelka stellte fest: "Der frisch polierte und rote Lack des neuen Fahrzeugs strahlt mit unseren Feuerwehrleuten und Vereinsmitgliedern um die Wette“. Landrat Töpper stellte das Thema Verantwortung in den Mittelpunkt seiner Grußworte und lobte die Schallfelder Wehr, in der über zehn Prozent der Ortsbewohner aktiv seien, um Verantwortung zu tragen.

    Landtagsabgeordnete Barbara Becker aus Wiesenbronn zeigte vier wichtige Punkte der Feuerwehren auf und lobte zum Beispiel die Arbeitgeber, die ihre Beschäftigten bei Feuerwehreinsätzen freistellten. Sie sei heute noch dankbar für einen Löscheinsatz in ihrem Familienanwesen. Kreisbrandrat Holger Strunk bedankte sich für den Weitblick der Gemeinde Lülsfeld mit dem Erwerb des Mannschaftstransporters. Damit seien beide Orte für die Zukunft gut gerüstet. "Das ist ein zukunftsorientiertes Denken in der Gemeinde Lülsfeld und das alles ohne staatliche Förderung“, betonte Strunk.

    Odyssee seit Februar 2018

    Die Odyssee des Autos begann im Februar 2018 mit der Auslieferung des Mannschaftstransporters durch die Firma Compoint. Um Kosten zu sparen, erfolgten durch Feuerwehraktive erste Umbaumaßnahmen für Regale im Kofferraum, die Beschriftung, Beleuchtung, Halterungen für Werkzeug und vieles mehr. Nachdem die Firma Compoint mitteilte, dass die Klimaanlage nicht nachträglich eingebaut werden konnte, wurde vereinbart, das Auto zu tauschen.

    Nach einem Unfall im März 2019 musste der Tausch zurückgestellt werden und der neue Transporter konnte dann Anfang April bei Compoint geholt und erneut für die Anforderungen der Wehr umgebaut werden.

    Mit unterhaltsamen Klängen der Altlandkreismusikkapelle Gerolzhofen unter der Leitung von Alexander Bönig wurde der sommerliche Nachmitttag vor dem Feuerwehrhaus musikalisch gestaltet. Aus Sicherheitsgründen war die Bimbacher Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt.

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