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    PFERSDORF

    Flugshow in Pfersdorf: Die Modelle haben Spuren hinterlassen

    Nicht weit weg von Pfersdorf, mitten auf den Feldern, ist das Brummen eines alten Doppeldeckers zu hören. Kurz darauf steigt ein Hubschrauber auf und macht schwindelerregende Bewegungen, als würde er viele kleine Kreise in die Luft malen wollen. Auf dem Flugplatzgelände ist jede Menge Betrieb. Wie jedes Jahr veranstaltet die Schweinfurter Modellfluggruppe „MFG Condor“ in Pfersdorf ein Flugfest. Auf dem Parkplatz stehen unzählige Autos, Wohnwagen und Kleinbusse. Hier liegt was in der Luft – nicht nur die Flugmodelle.

    Gastpiloten aus ganz Deutschland

    Zu dem zweitägigen Event hat der Verein Gastpiloten aus ganz Deutschland eingeladen, der Eintritt ist frei und so strömen zahlreiche Besucher auf das Gelände, um sich die Flugshow genauer anzusehen. Sigurd Wiesinger, erster Vorsitzende der MFG Condor, schaut nach dem Rechten und freut sich über die vielen Zuschauer. „So etwas ist nicht alltäglich und bekommen die Leute nicht oft geboten“, sagt er. Laut Wiesinger ist das jährliche Event eine Chance, die Modellfliegerei einer breiteren Bevölkerung vorzustellen.

    Vom Doppeldecker zum Segelflieger

    Alle paar Minuten tritt ein Pilot über die Absperrung und lässt sein Modell per Fernsteuerung durch die Luft düsen. Das Publikum – vom Kleinkind bis zum Rentner – kann so die komplette Vielfalt der Modellfliegerei kennelernen. Vom historischen Doppeldeckerflugzeug über den Segelflieger bis hin zum beweglichen Helikopter ist alles dabei. „Hier kann man die komplette Palette der Fluggeschichte sehen“, freut sich Sigurd Wiesinger.

    Einer der Gastpiloten ist Felix Amrhein. Er ist aus dem Spessart angereist, um seinen akrobatischen Hubschrauber zu präsentieren. Mit kleinen, ruckartigen Bewegungen sorgt er auf seiner Fernsteuerung dafür, dass sein Modell regelrecht durch die Lüfte tanzt. Das Publikum dankt es ihm mit einem lauten Applaus. „Das ist Flugakrobatik und würde mit einem echten Helikopter nicht funktionieren“, sagt der 18-Jährige. Er ist zum ersten Mal dabei und freut sich über die vielen Besucher.

    Süßigkeiten regnen vom Himmel

    „Das ist heute kein Anfängerwetter“, sagt Vorstand Wiesinger und schaut anerkennend zu den Piloten. Der recht starke Wind verlangt den Steuermännern volle Konzentration ab. „Das sind schon Profis und wissen was sie tun“, so Wiesinger. Als nächstes ist ein asiatischer Düsenjet an der Reihe. Mit kreischendem Lärm startet das Fluggerät und rast über die Köpfe der Schaulustigen. Ein paar Loopings dürfen dabei auch nicht fehlen. Wenig später kommt es dann zum Highlight des Events – zumindest für die Kinder.

    Mit Ansage startet ein kleiner Modellflieger und wirft Bonbons über dem Flugplatz ab. Die regnenden Süßigkeiten sorgen unter den Kleinen für Begeisterung. Und auch wer sich nicht für die Fliegerei interessiert, kommt in Pfersdorf auf seine Kosten. „Das ist hier wie eine Kirchweih. Die Leute kommen zusammen, essen und trinken etwas und unterhalten sich“, sagt Andrea Wagner. Die zweite Vorsitzende des Modellflugvereins hilft gerade am Bratwurststand aus und schneidet Brötchen auf. „Ich helfe überall, das ist positiver Stress, aber es macht mir Spaß.“

    Fehler vermeiden

    An einem Tisch mit bester Sicht auf den Flugraum sitzt Stefan Schenk. Zusammen mit seinem Sohn ist er zum ersten Mal dabei. „Das ist echt interessant und einfach mal was anderes“, so Schenk. Sohn Tim nickt zustimmend und sagt: „Ich will später auch mal lernen, einen Hubschrauber zu fliegen. Einen etwas schattigeren Zuschauerplatz hat sich Karl-Heinz Wittmann gesucht. Er wolle einfach mal schauen, was hier so los ist. „Es ist klasse und meinen Kaffee kann ich hier auch problemlos trinken“, so der Rentner.

    Die Vorsitzenden Andrea Wagner und Sigurd Wiesinger machen einen zufriedenen Eindruck was das Fest angeht. Dennoch hoffen sie auf noch mehr Interesse an ihrem Verein. „Wer Anfänger ist kann sich bei uns Hilfe holen“, so Wiesinger. So könne sich der ein oder andere Starter manche Fehler ersparen. Aktuell hat der Modellflugverein MFG Condor 107 Mitglieder. Diese hätten allesamt eine Leidenschaft für die Fliegerei. Dennoch ist Wiesinger eines besonders wichtig: „Der Spaß steht im Vordergrund.“

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