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    Schweinfurt

    Forderung: Mehr Solaranlagen auf Schweinfurts sonnigen Dächern

    Viele Schweinfurter Dächer sind nach Süden ausgerichtet und wären ideal für Solaranlagen.  Foto: Gerd Landgraf

    Der Ausbau der Solarenergiegewinnung ist für die Arbeitsgruppe "Klimafreundliche Mobilität" der Lokalen Agenda wesentlicher Bestandteil einer nachhaltigen Entwicklung der Stadt Schweinfurt und die Basis für eine umweltschonende Mobilität samt der Reduzierung von Treibhausgasen. Aktuell sei die Solarstromerzeugung in Schweinfurt jedoch "völlig ungenügend", heißt es in einem Antrag der Agendagruppe an den Stadtrat und den Oberbürgermeister, mit dem eine neue Solar-Offensive gefordert ist.   

    Die Agendagruppe bezieht sich auf das Solarpotenzialkataster der Stadt, wonach nur vier Prozent der verfügbaren und gut verwendbaren Dachflächen mit Anlagen für die Stromerzeugung bestückt sind. Weiter heißt es: "Wären alle 2,7 Millionen Quadratmeter gut nutzbarer Dachflächen mit Photovoltaikanlagen belegt, wäre eine Stromerzeugung von jährlich 227 Gigawatt (für etwa 150 000 Einwohner) möglich."   

    Photovoltaik zur Eigennutzung

    Für die von Manfred Röder geleitete Arbeitsgruppe besteht "dringender Nachholbedarf". Als ein Instrument im Rahmen einer Solar-Offensive wird die Verpflichtung zur Installation von Photovoltaik-Anlagen zur Eigennutzung auf den Dächern der Neubauten genannt. Auch müsse jedes neue Haus ein Niedrigenergiebau sein.  

    Gefordert sind zudem Photovoltaik-Anlagen auf allen städtischen Gebäuden einschließlich der städtischen Tochtergesellschaften (Stadtentwässerung, Stadtwerke, Stadt- und Wohnbau GmbH, Leopoldina Krankenhaus). Für Betroffene, die sich die Investition nicht leisten können, verlangt der Antrag die Ausarbeitung von Finanzierungsvarianten. Gedacht ist auch an städtische Zuschüsse, denn die Anlagen "müssten mit einem wirtschaftlich angemessenen Aufwand errichtet und betrieben werden".

    Das Solarotenzialkataster

    Mit jährlich 1655 Sonnenstunden (Mittelwert aus den Jahren 2014 bis 2018) zählt Schweinfurt zu den von der Sonne verwöhnten deutschen Städten und wird in Studien hinter Freiburg im Breisgau auf dem zweiten Platz genannt. Damit gelten die meisten Dächer über Schweinfurt als bestens geeignet für die Energiegewinnung. Wo dies der Fall, oder auch nicht der Fall ist, zeigt seit dem Jahr 2017 das Solarpotenzialkataster. 

    Die Karte ist im Internet am schnellsten über die Startseite der Stadt Schweinfurt (Service, Unterpunkt Solardachpotenzialkataster) aufzurufen. Das Programm wird jährlich aktualisiert und berücksichtigt bei der Kostenrechnung die aktuellen Fördermöglichkeiten wie auch die Zinsbelastung, Versicherungen und Wartung.

    Ökologie und Ökonomie

    Eingearbeitet sind Verschattungen durch Nachbargebäude und Gebäudeteile, durch Vegetation und Geländeform. Der Wirtschaftslichkeitsberechner informiert über die grundsätzliche Eignung eines Daches und bietet die Möglichkeit zur individuellen Platzierung der Photovoltaik-Module. Die mögliche Dachbegrünung ist in einer gesonderten Karte im gleichen Portal abzurufen. 

    Mit dem Solarpotenzialkataster will das Rathaus insbesondere Privatleuten die Möglichkeit zur aktiven Teilnahme an der Energiewende und bei der Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes geben.

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