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    Poppenhausen

    Frauenbund Poppenhausen feierte 90. Geburtstag

    Für Verschönerungsarbeiten am und im Pfarrheim überreichte der Frauenbund Poppenhausen eine Spende an Pfarrer Johannes Messerer und Kirchenpfleger Michael Wiener. Foto: Hans-Peter Hepp

    Mit einem festlichen Gottesdienst, einer kurzen Feierstunde und einer amüsanten Autorenlesung feierte der Katholische Frauenbund (KDFB) in Poppenhausen sein 90-jähriges Bestehen. Sonja Haas, die Vorsitzende des Bundes, freute sich über den guten Besuch in der Kirche und begrüßte zur Feststunde neben Bürgermeister Ludwig Nätscher auch die Vertreter der Diözese und der benachbarten Ortsgruppen des Frauenbundes.

    Sonja Haas und ihre Vorstandkollegen wollen das Erbe der vorausgegangenen engagierten Frauen fortführen und den Bedürfnissen der heutigen Zeit anpassen. Haas berichtete in ihrer kurzen Ansprache von den vielfältigen Veranstaltungen, die sie und ihre Mitstreiterinnen Jahr für Jahr organisieren. Legendär – das gilt zumindest für Poppenhausen – ist der Frauenbundfasching mit Männerballett, Büttenreden und kreativen Kostümen. Als Höhepunkt des Jubiläumsjahres bezeichnete Haas das Grillen und die damit verbundene Ausstellung "Frauen und ihre Bilder". Diese erfolgreiche Idee werde man 2020 fortführen und man wolle diesmal die Handwerkskunst der Frauen in den Mittelpunkt stellen.

    Tradition hat das Spenden der Poppenhäuser Frauen. Zuletzt sammelten sie für Müllkinder in Indien und wollen so den Kindern eine bessere Gesundheit und eine bessere Bildung ermöglichen. Die Spendengelder gehen jetzt an die Station Tanzbär in der Kinderklinik am Mönchberg in Würzburg. Dort werden geistig und körperlich behinderte Kinder – auch Jugendliche und Erwachsene – rund um die Uhr betreut. Das Geld soll Therapieformen ermöglichen, die durch das Gesundheitssystem nicht abgedeckt sind. Auch die eigene Kirche bedachten die Frauenbundlerinnen in diesem Jahr: 1500 Euro erhielten Kirchenpfleger Michael Wiener und Pfarrer Johannes Messerer für Ausbesserungsarbeiten und Verschönerungen im Pfarrheim.

    Der Singkreis des Frauenbundes der Großgemeinde begleitete den Gottesdienst und die Feierstunde, Mundartdichter Wilhelm Wolpert las einige seiner vielen Gschichtli vor.

    1929 gründeten 29 Frauen in Poppenhausen den Ortsverein; er zählt zu den ältesten im Kreis. Die damals formulierten Ziele sind heute noch aktuell, bestätigten die Vertreterinnen des KDFB in ihren kurzen Grußworten. Edith Werner, die Vorsitzende des KDFB-Bildungswerkes, nannte konkrete Beispiele. Die Fortbildung der Frauen – in heutiger Zeit die Digitalisierung – stand schon vor hundert Jahren im Programm der ersten Frauenbundgruppen. Leider fehlen viele Dokumente aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Sie wurden zum Selbstschutz von den KDFB-Mitgliedern verbrannt.

    Zurzeit gehören 168 Frauen dem Bund in Poppenhausen an und beteiligen sich an den Andachten, Fahrten und Veranstaltungen. Einen Wunsch hat der Frauenbund zum runden Geburtstag: "Ä weng wärmer könnt's in der Kirch scho sei!", formulierte Sonja Haas.

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